09. Februar 1975 – Gedenken an den Absturz auf Kreta.

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Am Ehrenmal

09. Februar 1975

Eine Transall C-160 des Lufttransportgeschwaders 63 startet im schleswig-holsteinischen Hohn. Ihr Name, German Air Force 50+63, ihr Rufzeichen DCN 8259, der Flugauftrag, Personentransport nach Souda auf die griechische Insel Kreta. An Bord: Eine erfahrene siebenköpfige Crew und 35 Soldaten des 1. Flugabwehrraketenbataillons 39. Der Flug verläuft bis an die Südwestspitze Kretas planmäßig. Um 14:22:50 erreicht ein letzter Funkspruch Souda Anflugkontrolle, danach reißt der Funkverkehr für immer ab…

NATO Missile Firing Installation (NAMFI)

30 Jahre danach: Es war ganz still, als der Kommandeur der 2. Luftwaffendivision, Generalmajor Friedrich Wilhelm Ploeger und Brigadier General G. Tsartsaris, Commander NAMFI zu Ehren der Kameraden der Luftwaffe, die in Ausübung ihres Dienstes und in Wahrnehmung ihrer Pflichten als Soldaten bei einem tragischen Flugzeugabsturz auf der griechischen Insel Kreta am 9. Februar 1975 ihr Leben gelassen haben, am Ehrenmal Kränze niederlegten.

„Der tragische Unfalltod unserer Kameraden wird uns immer in Erinnerung bleiben, ihr Tod soll uns Mahnung sein“, betonte Generalmajor Ploeger in seiner kurzen Ansprache. Der Kommodore des Lufttransportgeschwaders 63, Oberst Helmut Frietzsche, und der Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1, Oberst Axel Schmidt, verlasen dann die Namen der Opfer. Es dauerte lange, bis alle 42 Namen genannt waren. Militärpfarrer Thorsten Jessen, Standortpfarrer in Stadum, hielt eine gottesdienstliche Andacht.

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„Ich hatt‘ einen Kameraden“

Das Lied – „Ich hatt` einen Kameraden“ – gespielt von einer Abordnung des Luftwaffenmusikkorps 4. Pfarrer Thorsten Jessen hielt die gottesdienstliche Andacht.

Der Absturz von German Air Force 50+63 war die größte Katastrophe der Bundesluftwaffe und zugleich der gesamten Bundeswehr. Damals kamen alle 42 Insassen ums Leben. Es waren sieben Offiziere, 25 Unteroffiziere, neun Mannschaftsdienstgrade und der Leiter der Fliegerhorstfeuerwehr Hohn.

Die Transall sollte die 35 Soldaten der 1. Batterie des Flugabwehrraketenbataillons 39 aus Süderbrarup auf die Mittelmeerinsel bringen, um am Jahresschießen des Verbandes mit Hawk-Raketen auf der Schießanlage NAMFI in der Nähe der Stadt Chania teilzunehmen. Der damalige Verteidigungsminister Georg Leber sprach auf der Trauerfeier auf dem Fliegerhorst Hohn vor den rund 2000 Teilnehmern vom „härtesten Schlag“ den die Bundeswehr in ihrer Geschichte erfuhr.

Der verhängnisvolle Flug

Im Gedenken

Kränze und 42 Namen erinnern an den tragischen Flugunfall vor 30 Jahren. In den frühen Morgenstunden des 9. Februar 1975 startete GAF 50+63 planmäßig vom Flugplatz in Hohn und flog vorerst völlig normal auf der vorgeschriebenen Route.

Von Paleochora im Südwesten Kretas nahm die Unglücksmaschine, die in einen tobenden Schneesturm geriet, Kurs auf den Militärflughafen Souda. Doch beim 11 Meilen- Punkt ist sie in die tödliche Linkskurve eingeschwenkt und im Landesinneren der Insel abgestürzt. Sie zerschellte im Landeanflug in den „Weißen Bergen Kretas“, die manche das kretische Himalaja nennen.

Unzählige eng beisammen liegende Gipfel erheben sich über 2000 m im größten Gebirgsmassiv der Insel und schließen eine fast kreisrunde Hochebene ein, die Omalos. An der Suchaktion nach der vermissten Bundeswehrmaschine und den 42 Männern beteiligten sich griechischen und deutsche Suchtrupps, US-Flugzeuge und Schiffe der 6. US-Flotte. Am Morgen des 10. Februar entdeckte ein griechischer SAR-Hubschrauber die Trümmer in fast 2000 m Höhe zwischen den Gebirgszügen Laki und Imalos.

Die Bergung der Opfer in der Schneewüste erwies sich als ungeheuer schwierig, denn die Wrackteile der völlig zertrümmerten Transall waren in der lawinengefährdeten hochalpinen Bergregion weit verstreut. Nur unter Einsatz ihres eigenen Lebens konnten die Suchmannschaften die Unfallstelle erreichen. Starke Sturmböen von 50 Knoten pro Stunde und Neuschnee bis zu eineinhalb Meter erlaubten in den Folgetagen oftmals keine Bergungseinsätze. Erst eine Woche nach dem Absturz, waren alle Toten geborgen und konnten nach vollständiger Identifizierung in die Heimat zurückgebracht werden.

Noch heute gedenkt man ihrer am Unglückstag mit Kranzniederlegungen auf Kreta als auch auf dem Flugplatz in Hohn und auf dem Friedhof in Süderbrarup.“

Quelle: Hauptfeldwebel Torsten Schöne

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4 Kommentare

  1. Puh, ich machte die Reise 1981 mit einer Transall, man sagte uns nichts….
    3/38 Heide/ Windbergen….

  2. Ich habe an dem Tag viele Kameraden verloren und bin immer noch traurig wenn ich dran denke.
    40 Jahre, wo ist die Zeit geblieben, mir kommt es vor als lege es nur ein paar Jahre zurück.
    Ich werde die Kameraden nie vergessen.

  3. Mein Vater hat an diesem Tag leider auch viele Kameraden verloren. Er hatte Glück und ist nicht mitgeflogen, weil er wiedermal irgendeinem Blödsinn gemacht hatte..
    Aber er hat seine Freunde nie vergessen.

  4. Hey,
    ich werde meinen Vater nie vergessen.
    Es war eine schlimme Zeit damals.
    Mike Woike

Kommentare sind geschlossen.