11 Fragen an….. Edgar „Eddie“ Eick.

Heute stellen wir Euch im Rahmen unserer „11 Fragen an….“-Reihe unseren Freund Edgar „Eddie“ Eick vor. Eddie ist weniger berühmt als berüchtigt, ist auch im herkömmlichen Sinne kein Künstler (wobei er an allen möglichen Motoren, sonstigen mechanischen Einrichtungen und auch henkellosen Kochtöpfen wahre Wunder vollbringt), dennoch aber ein durchaus erwähnenswerter Zeitgenosse, dem wir nun auch hier mal Referenz zollen wollen.

Eddie und seine Karin

Edgar „Eddie“ Eick erblickte im Januar des Jahres 1949 das Licht der Welt und ist geborener „Hamburger Jung´“, also ein ähnlich norddeutscher Sturschädel wie unser heiß geliebter Scheffredakteur. Und auch noch das selbe Sternzeichen, na Prost…..

Er ist seit 1974 glücklich mit seiner Karin – liebevoll auch „Katinki“ genannt – verheiratet und hat gemeinsam mit ebendieser 2 Jungs in die Welt gesetzt.

Wie das Leben es so will, haben sich unsere Wege hier in Paleochora gekreuzt und irgendwie miteinander verschlungen – und das uferte nicht zuletzt in einige gemeinsame Bootstouren aus…

Wir wollten Euch Eddie, den Käpt´n Blaubär des libyschen Meeres, gerne mal näher vorstellen und haben ihm unsere berühmt-berüchtigten 11 Fragen gestellt. Und die Antworten darauf lest Ihr einfach hier:

1.) Wenn du nur 5 Worte hast, um dich selbst zu beschreiben. Was würdest du sagen?
„Ich mag das pralle Leben“.

2.) Wann, warum und wie hast du Kreta für dich/Euch entdeckt?
Wie, was, warum zu beantworten würde hier den Rahmen sprengen, da es sich aus den vielfältigen Puzzelsteinchen unseres Lebens so ergeben hat. Kreta entdecken kam erst später.

Zuerst haben wir Kreta, gemäß Reiseführer, erst mal konsumiert. Knossos, Samaria Schlucht, usw. usw. besucht und zur Kenntnis genommen. Zum Entdecken trugen zwei Faktoren bei: erstens haben wir hier Freunde gefunden, zweitens wurde ein kleiner Geländewagen angeschafft.

Es ergab sich, dass wir teilweise durch Hilfeleistungen oder Verhaltensweisen uns die Sympathie und das Vertrauen unserer jetzigen Freunde erwerben konnten. So lässt man uns jetzt am normalen Leben teilhaben, lehrt uns die wichtigsten Sitten und Gebräuche im Kafenion, nimmt uns mit zum Fischen oder zeigt uns in abgelegenen Winkeln uralte Olivenbäume deren Umfang Ehrfurcht einflößend ist.
Das kleine Auto ermöglicht uns zusätzlich einen größeren Aktionradius wobei, weil rustikal gebaut, auch Schotterpisten, enge Dörfer, Feldwege oder Bachfurten kein Hindernis darstellen, sondern uns dahin bringt wo eben nur wenige hinkommen.
Neugierde wird zwar nicht unbedingt zu den Tugenden gezählt, aber wenn es man es als „Wissendurst“ umschreibt, kann man auf Kreta einiges erleben.

3.) Was schätzt du am Meisten an deinem Leben hier?
Wunderbarerweise habe ich hier eine Ruhe gefunden, von der ich nicht geglaubt hatte, dass es sie für mich gibt.

4.) Was vermisst du am Meisten im Vergleich zu deinem früheren Leben in Deutschland und anderswo?
Vermissen? Eigentlich nichts. Dank moderner Technik können wir Kontakt mit unserer Familie und Freunden halten, auf grauen Himmel und schlechtes Wetter können wir leicht verzichten und mit Brandungsrauschen im Ohr schlafen wir hier wie die Bären. Doch halt – einen Käse der mir schmeckt war bisher nicht zu finden. Unsere Freunde, die uns hier besuchen, lehnen den Käse als Mitbringsel ab, mit dem Hinweis “ dann können wir uns ja gleich die Schmutzwäsche in den Koffer packen“. Man kann eben nicht alles haben.

5.) Wie nimmst du als „Hamburger Jung“ die Menschen hier wahr?
Wie überall auf der Welt. Ich bin nicht jedermanns Liebling und ich akzeptiere, dass Andere eben anders sind. Mal passt es, mal nicht, so ist das nun mal.

6.) Womit sind deine Tage hier ausgefüllt, was treibt dich um?
Während meiner Lehrzeit habe ich gelernt hin- und nicht vorbei zu schauen. Da nichts perfekt ist oder mal verschleißt ist eigentlich immer irgendwas zu tun. Eben das normale Leben. Einkaufen, mit dem Hund los, Auto klarmachen, mal tropft der Wasserhahn, mal knarrt eine Schranktür, mal den Nachbarn helfen, mal Teppich klopfen, mal Kreta entdecken, mal Kräuter sammeln, mal Bootfahren usw. usw. Alles kann, nichts muss. Blauer Himmel und Sonne motivieren allerdings mehr als Regen und grauer Himmel…. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen, so z.B wenn die Meute von Radio Kreta einfällt – dann ist der Tag zwar schön, aber auch gelaufen. (Anm.d.Red.: das haben wir jetzt nicht verstanden….)

Käpt´n Blaubär Eddie

7.) Du hast ein Boot hier, auf dem wir auch schon mitschippern durften. Was ist dein größter „Käpt´n Blaubär-Traum“?
Träume sind Visionen – und wer Visionen hat der sollte zum Arzt gehen. Mein Wusch ist es, mal um Kreta herum zu fahren, aber bei der ZDF Analyse (Zahlen, Daten, Fakten) kommt heraus, dass Zahlen und Daten kein Hindernis darstellen – aber es bleibt Fakt, dass ein zweiter Mann auf dem Boot gebraucht wird, mit dem man sich blind versteht. So jemanden findet man nicht von heute auf morgen, aber „tha doume“, wie der Grieche und unser Kaiser Franz so sagt: „schaun wir mal.“

8.) Du hast ein gewisses Faible für die griechische Mythologie, Gedichte und Limericks. Woher kommt das, magst du uns eine Kostprobe davon geben und vielleicht sogar mehr daraus machen?

Als Linkshänder geboren, unter Druck auf Rechtshänder getrimmt, da waren die Erfolgserlebnisse in der Schule nicht so reichlich. Um Freiraum zu gewinnen, blieb die Welt der Bücher. Gelernt habe ich von meinen Helden, das nicht Schönschreiben wichtig war, sondern vernünftig zu überlegen und klug zu handeln. Hat dann ja auch einigermaßen geklappt, aber meine Bücher und Helden sind unvergessen und bilden ein Teil des Fundamentes auf dem ich heute stehe.

Tja mit den Reimen liegen die Wurzeln vermutlich in meiner Teenager Zeit. In der damaligen „Hamburg Szene“ waren Otto und Udo Lindenberg, im „Onkel Pö“ noch zum Anfassen. Man hörte oder sah Reinhardt May, Ullrich Roski, Schobert und Black, Warder, Insterburg, Süverkrüp, Degenhardt, Kalhofer bis hin zu Robert Long. Sie alle formten mit Worten einen Text, von skurril, lustig bis nachdenklich oder tief ernst, der aufgrund der Versform immer sehr eingängig war. Irgendwie ist da was hängen geblieben.

Das mit der Kostprobe oder mehr daraus machen sehe ich mit ziemlicher Skepsis. Im Zeitalter wo eine SMS von Abkürzungen wimmelt, man sich mit Hilfe von Brille und Computer in eine virtuelle Realität (was immer das auch sein mag)versetzt, stelle ich mir vor das so etwas einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Sollte es dein Wunsch sein dann kannst Du ja etwas von dem Mythologie Extrakt einstellen. Warten wir ab was kommt.

9.) Wenn du bei einer guten Fee 3 Wünsche frei hättest – welche wären das?
Erster Wunsch: Für Deutschland wäre es die reale Umsetzung des Gebetes eines Pfarrers aus Münster von 1883 welches da lautet:
„Herr setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen und auch Geld keine falschen Leute
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort und erinnere die Männer an ihr Erstes
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung
Herr sorge dafür das wir alle in den Himmel kommen ———– aber nicht sofort.“

Zweiter Wunsch : Wenn das geklappt hat übertrage es bitte auf die gesamte Menschheit.

Dritter Wunsch : Wenn Du damit fertig bist, hätte ich gern einen Cappuccino.

10.) Was wünschst du dir für deine/Eure eigene Zukunft?
Den Erhalt unserer Lebensfreude mit allem was dazu gehört.

11.) Was wünschst du dir für die Zukunft Griechenlands im Allgemeinen und für Kreta im Besonderen?
Griechenland ist von meinem zweiten Wunsch nicht ausgeschlossen. Für Kreta wäre es gut, wenn man sorgfältiger mit der Natur umgehen würde.

Radio Kreta dankt für das Interview!


streamplus.de

Den Link zu einem literarisch veröffentlichen griechischen Mythologen gibt es hier.

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2 Kommentare

  1. Danke für die Vorstellung dieses Zeitgenossen (im positiven Sinn!), von dem es eindeutig mehr geben sollte. Bodenständig und „nicht rund“ 😉
    Das Gebet habe ich gleich mal an maßgeblicher Stelle weggeschrieben, denn es passt immer noch (mal vom „Schmunzelfaktor“ abgesehen 😉 ) auf die heutige Zeit, genau wie viele Texte von Kurt Tucholsky.

  2. Liebe Karin und lieber Eddie- wir haben euch vor 2 Jahren kennengelernt, weil ich zur Toilette mußte, ( auf dem Fußweg zum Krokodil ) und ihr vor eurem Wohnmobil gemütlich sitzend uns super-offen „empfangen“ habt-seitdem ist es sooo schön, euch mal einen Kurzbesuch oder 2…. abzustatten, wenn wir, wie 2015 und bald mal wieder in Palle sind.Eine tolle Lebensform,die uns sehr sympathisch ist,so wie ihr beiden wunderbaren Menschen-wir versuchen, euch guten eingeschweißten Käse mitzubringen, denn das Käse-Thema verstehen wir gut, wobei wir nicht so lange drauf „verzichten“ müssen wie ihr. PS.- ich habe noch NIE einen Kommentar zu irgendwas geschrieben, aber der sollte jetzt sein.

    BLEIBT GESUND– herzlichst- Helga und Harald

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