13 Fragen an…. Enduro-Hans.

Wer bist du, woher kommst du?

Ich bin Hans, wohne im Landkreis Karlsruhe, bin verheiratet und habe 2 erwachsene Söhne. Als Service-Techniker für Drucksysteme bin ich ständig auf Fehlersuche und viel unterwegs.

HG1
Hans nach 250km Kretatour kurz vor Kallikrates.

Wann, warum und wie hast du Kreta für dich/Euch entdeckt?

Schöne Geschichte, – als junger Bursche hatte ich das Glück durch den reiselustigen Freund meiner Schwester schon 1979 Kreta kennenzulernen. Schon damals war ich ergriffen von dieser unglaublich schönen Natur und den Begegnungen mit Einheimischen. Unsere längste Wanderung damals, war die von Kissamos nach Balos (Gramvoussa). Damals gab’s dort nur einen Eselspfad. Ich war begeistert!

Die Samaria-Schlucht hatte es uns schon zu Beginn unseres Aufenthalts sowas von angetan, dass wir diese Tour zum Abschluss noch einmal rückwärts mit Zwischenübernachtung in der Schlucht genossen haben.
So war ich 1979 auch schon mal in Palaiochora. Übernachtung oben am Kastell, morgens früh mit der Fähre nach Agia Roumeli…

HG4 Rodopou - einsame Bucht Menies Bay
Rodopou – einsame Bucht Menies Bay.

Was ist dir als Erstes positiv und negativ hier aufgefallen?

Positiv, diese unglaubliche Gastfreundschaft, Respekt und Wertschätzung der Einheimischen. Negativ, dass ich wieder abreisen mußte. Das und noch vieles mehr erlebe ich auch heute noch so, fast 40 Jahre später!

Wie nimmst du die Menschen hier wahr?

Dazu ein kleines Schlüssel-Erlebnis: Das war erst dieses Jahr. Seit Jahren mache ich einmal Halt an einer Taverne auf ein Bier. Nikos war nicht immer da, aber wenn, hatten wir ein paar Sätze Smalltalk, mehr nicht. In diesem Jahr verabschiede ich mich und sage ihm, dass ich mich über unser Treffen sehr gefreut habe. Er daraufhin: „In diesen kleinen Begegnungen liegt viel Energie, – und wir teilen sie“.

Es ist nicht „nur“ diese liebevolle und großzügige Gastfreundschaft. In vielen kleinen Begegnungen erlebe ich eine große Wertschätzung und eben diese Energie.

HG5 Rodopou - schöne 20km Offroad zur Menies Bay
Rodopou – schöne 20km Offroad zur Menies Bay.

eine Erfahrungen mit Kretern (fernab vom Massentourismus):

– Es gibt immer „etwas mehr“ – nie knapp am Strich oder gar „weniger“, – da sind sie auch immer wieder sehr kreativ und großzügig.

– Die Kreter achten auf dich und auf dein Zeug. Mein Bike stell ich schon immer bepackt mit allem Hab und Gut gerne vor einer Taverne ab, = Under Control. Mir ist nie was weggekommen.

– Wer es auf dem Highway eilig hat, oder nur einfach schneller unterwegs ist, wird durchgelassen, auch wenn man sich noch eine 5. Spur dazu denken muss. Hier wird nicht behindert und „erzogen“. (Mit 50.000 Kilometern im Außendienst jährlich auf deutschen Straßen und Autobahnen kenne ich bei uns überwiegend Lehrer, gestörtes Machtgehabe und richtig Boshaftes…)

– Vielerorts das organisierte Chaos, aber wenn du wirklich mal Hilfe brauchst, lassen sie alles stehen und liegen und dann sind sie sowas von kreativ, dir zu helfen.

Deine Aktivitäten hier auf der Insel? Oder was sollte man gesehen haben?

Die Familienurlaube in privaten Unterkünften waren ja schon immer auch schön. Seit nun 10 Jahren bin ich jährlich mind. ein Mal für 2 Wochen mit Enduro auf diesem herrlichen Kontinent unterwegs. Das Endurofahren, in dieser unglaublich schönen Natur kann ich nicht wirklich in Worte fassen. Es ist so ähnlich wie viele, viele total schöne Urlaubsbilder. Die Stimmung, das Klima, die Düfte der Kräuter, den einzigartigen Moment sieht man auf keinem der Bilder. Das ist Paradies für mich!

HG2 Xerokambos wunderschöner Strand - da pennt wohl ein Motorradfahrer am Strand
Xerokambos wunderschöner Strand – da pennt wohl ein Motorradfahrer am Strand.

Was schätzt du am Meisten an der Insel?

Es ist wohl die Kombination vieler einzelner Details die mich regelrecht in einen Bann ziehen. Ein Gebirgsmassiv im Lybischen Meer, welches so unterschiedliche Landschaften bietet wie sonst nirgends. Ein Paradies für Endurofahrer!

Die Tier – und Pflanzenwelt. Das jederzeit erreichbare Meer. Das lecker Essen. Die offenen Arme und Herzen der Kreter. Und vielmals diese Gelassenheit. Kreta hat eine spannende Magie. Und Vorsicht! Kann abhängig machen!

Dein Lieblingsstrand auf Kreta?

Jeder darf seinen eigenen Lieblingsstrand finden. Ich kenne sehr viele, wirklich schöne Strände auf der ganzen Insel. Alles will ich auch nicht preisgeben. Geht auf Tour…

Welche ist deine Lieblingstaverne hier auf Kreta?

Ja, davon gibt es sehr viele. Akrogiali, Apanemia, Odyssey, Ntakos, Methexis, Zygos, Steki… Und es bleiben auch noch viele zu entdecken. Gute Tipps findet ihr auf Radio Kreta.

Welches ist dein griechisches Lieblingsgericht?

Wenn ich irgendwo Rabbit-Stifado oder Lamb From The Oven bekomme, schlage ich zu. Als Fischnichtfanatiker esse ich alle griechischen und kretischen Gerichte gerne, auch mal Fisch.

Bei traditionell kretischen Gerichten gibt es bisher keines, welches ich nicht gerne wieder essen würde. Die meisten kochen traditionell gut.

HG6 Psiloritis im July auf 2000m - Schnee bei 35Grad an der Küste
Psiloritis im July auf 2.000m – Schnee bei 35 Grad an der Küste.

Wovon möchtest du, dass es sich auf Kreta niemals ändert?

Jahrtausende alte Tradition hat die Menschen und die Mentalität geprägt.
Und diese extrem harte und gleichzeitig liebliche Natur ist Herausforderung und Geschenk. Das sollte so bleiben. Technologien und Innovation, Vermarktung und Fremdbestimmung zerstören diese einzigartigen Werte.

Und was sollte sich hier unbedingt ändern?

Das Veräußern von Grund und Boden an Ausländer. Die Perfektionierung und Anpassung an europäische Standards muss gestoppt werden. Keinem Einheimischen geht’s dadurch besser. Die mittlerweile schon verbreitete „Billig-Welle“ – Fast Food Ketten und Lidl & Co. Schmeißt die wieder raus, das tut keinem Kreter wirklich gut.

HG7 Palaiochora Richtung Elafonissi - über Sklavopoula
Palaiochora Richtung Elafonissi – über Sklavopoula.

Was wünschst du dir für die Zukunft Griechenlands im Allgemeinen und für Kreta im Besonderen?

Das griechische Wertesystem hat traditionell vieles Gute. Das kann/will Brüssel nicht im Ansatz nachvollziehen. Wenn hier weiter globalisiert wird, geht Jahrtausende alte Geschichte und Tradition kaputt. Ich will das nicht!

Mehr Interviews gibt es HIER.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

Ein Kommentar

  1. Hallo Hans,

    ein aussagestarkes Plädoyer … für „Deine“ Insel.
    Danke für Dein Statement und die umfassenden und präzisen Erläuterungen
    zu Kreta und seiner Bedeutung für Dich und die vielen Reisenden!
    Beste Grüsse aus Brandenburg
    Thomas

    Schöne Fotos!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte Anti-Spam-Sicherheitsabfrage beantworten: *