17 Dinge, die sich für immer ändern, wenn du in einem fremden Land lebst.

Ein wunderschöner und sehr wahrer Post, den ich von einem argentinischen Freund an meiner Facebook-Pinnwand gefunden habe (Danke, Carlos von Geldern!).

Da ich jede einzelne Aussage (heutzutage heißt das ja wohl „statement“) nach über 15 Jahren Leben im Ausland (also dort, wo nicht Deutschland ist…) einfach nur unterschreiben kann, möchte ich diesen Beitrag gerne mit Euch allen teilen.
Here we go (die Übersetzung aus dem Spanischen ist übrigens von mir persönlich…):

„17 DINGE DIE SICH FÜR IMMER ÄNDERN, WENN DU IN EINEM FREMDEN LAND LEBST“ .Von Angie Castells

Gerade dabei unseren dritten Umzug in wenigen Jahren vorzubereiten schaue ich zurück und weiss, dass die Entscheidung unser(e) Leben in einem Koffer zu verstauen und in ein anderes Land umzuziehen, eine der besten Entscheidungen war, die wir jemals im Leben getroffen haben. Weil – wenn du gehst, wenn du dein Leben zu einer Reise in´s Ungewisse machst, wächst du.

Du findest dich jeden Tag konfrontiert mit neuen Herausforderungen, du entdeckst in dir Facetten, die du bis dato noch nicht kanntest, du überraschst dich selbst immer auf´s Neue und lässt dich von der Welt überraschen. Du lernst und erweiterst deine Blickwinkel. Du verlernst und, aufgrund einiger Schicksalsschläge und einiger bitterer Lektionen, wächst deine Demut. Du entwickelst dich weiter.

Du hast Sehnsucht und entwickelst Erinnerungen, die dich niemals mehr verlassen werden. Wenn du einmal in deinem Leben eine Zeitlang weit entfernt von deinem Zuhause gelebt hast oder gereist bist, identifizierst du dich sicherlich mit diesen 17 Dingen, die sich einfach ändern, wenn du in einem anderen Land lebst.

Don´t worry, be happy!

1. Das Adrenalin wird dich nie im Stich lassen.

Von dem Moment an, in dem du dich entscheidest zu gehen, wird dein Leben zu einer Achterbahn der Gefühle: der Ungewissheit, des Lernens und der permanenten Improvisation. Deine Sinne schlafen niemals und für eine gewisse Zeit verbannst du das wort „Routine“ aus deinem Vokablular, um dem Adrenalin in deinen Adern den Weg frei zu machen.

Neue Orte, neue Bräuche, neue Herausforderungen, neue Personen: das Gefühl, nochmal von Null anzufangen müsste dich eigentlich erschrecken – fühlt sich aber wie eine süchtig machende Droge an.

2. Aber zurück „zu Hause“…. läuft alles genau so, wie es schon immer war.

So bist du überrascht, wenn du für ein paar Tage zurück in dein früheres „zu Hause“ kommst und alles genau so ist, wie es schon immer war. Dein eigenes Leben hat sich in rasanter Geschwindigkeit geändert, du bist voller neuer Erlebisse und hast nun ein paar Tage Urlaub vor dir.

Und zu Hause verläuft alles nach seinem normalen Rhythmus. Die anderen jonglieren weiterhin, um ihren täglichen Verpflichtungen nachzukommen – und du verstehst, dass das Leben für dich nicht mehr zu stoppen ist.

3. Die fehlen die Worte – und du hast zuviele davon.

Wenn du gefragt wirst, wie dein Leben so läuft und wie es dir geht, hast du Schwierigkeiten, adäquate Worte dafür zu finden. Dann aber allerdings musst du dir auf die Zunge beissen, weil du dich mitten in jeder Konversation an 1001 Anekdote erinnerst, aber nicht prätentiös erscheinen oder die Zuhörer mit deinen kleinen Geschichten aus deiner „anderen“ Heimat langweilen willst.

4. Du verstehst, dass Mut überbewertet wird.

Viele Leute werden dir sagen, dass du sehr mutig bist, dass sie am Liebsten auch weggehen würden, sich aber nicht trauen. Und du, obwohl du auch Angst vor diesem Schritt hattest, weisst besser als je zuvor, dass Mut bestenfalls 10% der wirklich großen Entscheidungen ausmacht. Die restlichen 90% ist die Lust dazu! Hast du Lust? Dann tu es!
Wenn wir springen gibt es keine Mutigen und keine Feiglinge mehr: geschehe was geschehe – stell dich der Situation!

5. Und plötzlich bist du frei!

Es ist möglich, dass du genauso frei bist wie vorher, aber das Gefühl der Freiheit ist jetzt ein anderes. Wenn du aus deiner alten Behaglichkeit ausgebrochen bist und erreicht hast, dass auch in hunderten von Kilometern Entfernung deiner Heimat alles ganz gut funktioniert, dann fühlst du, dass du alles tun und erreichen kannst.

6. Du sprichst keine konkrete Sprache mehr.

Manchmal entschlüpft dir ein Wort in einer anderen Sprache, andere Male erwischst du dich dabei, dass du eine bestimmte Sache oder Sachverhalt nicht in der momentan erforderlichen Sprache ausdrücken kannst, weil es den perfekten Begriff dafür nur in (d)einer anderen Sprache gibt.

Wenn du mit und in einer Fremdsprache lebst, lernst und verlernst du gleichzeitig. Während du die Kultur und Flüche deines neuen Sprachraumes verinnerlichst, überrascht es dich, wie sehr du dich anstrengen musst, um etwas in deiner Muttersprache zu lesen – damit diese Kenntnis nicht „einrostet“.

7. Du lernst dich zu verabschieden… und zu genießen.

Schon bald bemerkst du, dass nun viele Dinge und auch Personen deines Lebens nur übergangsweise existieren, und der Wert vieler Ereignisse und Situationen relativiert sich. Du perfektionierst das Gleichtgewicht zwischen dem Knüpfen von Verbindungen und dem Loslassen von Objekten und Erinnerungen: ein ständiger Kampf zwischen Nostalgie und Pragmatismus.

8. Du lebst mit 2 Exemplaren von fast allem.

Mit 2 SIM-Karten (eine von beiden ist voll mit Telefonnummern aus allen Ecken dieser Welt), mit zwei Bibliotheksausweisen, mit zwei Bankkonten, mit zwei Arten von Währungen, die sich auf wundersame Weise doch immer vermischen, wenn du grade was bezahlen musst.

9. Normal? Was ist schon normal?

In einem anderen Land zu leben lehrt dich, genau wie zu reisen, dass «normal» lediglich „sozial oder kulturell akzeptiert“ bedeutet. Das heisst, wenn du in eine andere Kultur und andere Gesellschaft eintauchst, bekommt dein Konzept von Normalität Risse. Du lernst, dass es auch noch andere Wege gibt, Dinge zu tun und nach einiger Zeit übernimmst du selbst sogar, für dich und andere früher schlicht undenkbar Angewohnheiten. Du lernst auch dich selbst besser kennen, weil du entdeckst, welches die Dinge sind, an die du wirklich glaubst – und welche Denkweisen hingegen einfach nur erlernt und anerzogen sind.

10. Du wirst zum Touristen in deiner eigenen Stadt.

Eine Touristenattraktion, die du vermutlich in deinem eigenen Land niemals besichtigt hättest, summiert sich zu der Liste der Sehenswürdigkeiten, die du dir in deiner neuen Heimat auf keinen Fall entgehen lassen kannst. Und plötzlich wirst du zum Spezialisten in Sachen „Touristenattraktionen“ deiner eigenen neuen Stadt.

Und wenn jemand für ein paar Tage zu Besuch kommt und dich nach Empfehlungen bzgl. Sehenswürdigkeiten bittet, kostet es dich Überwindung, ein paar davon herauszupicken – wenn es nach dir ginge, würdest du sie alle empfehlen!!!!

11. Du lernst, geduldig zu sein und um Hilfe zu bitten.

In einem fremden Land kann sich auch die einfachste Aufgabe zu einer regelrechten Herausforderung werden.
Papiere beantragen, die passenden Worte finden, wissen, welchen Autobus du nehmen musst. Es gibt immer wieder Momente der Verzweiflung, aber schon bald wappnest du dich mit mehr Geduld, die du vorher niemals aufgebracht hast und akzeptierst, dass es manchmal nicht nur unvermeidbar, sondern sogar sehr gesund ist, um Hilfe zu bitten (im Bus, auf der Straße, bei deinen Bekannten etc.).

Kleine Momente.

12. Die Zeit wird in kleinen Momenten gemessen.

Wie wenn du aus dem Fenster eines fahrenden Autos schaust scheint es, als ob die Zeit aus einiger Entfernung viel langsamer vergeht, während aus der Nähe die Kleinigkeiten in halsbrecherischer Geschwindigkeit vorbeiziehen.

Aus der Entfernung erreichen dich die Nachrichten, wie das Leben „zu Hause“ so läuft: Geburtstage, Todesfälle, wichtige Ereignisse, die du sicher verpassen wirst… Auf der anderen Seite rennt dir die Zeit, dein Alltag davon. Das Konzept „Zeit“ nimmt andere Formen an und du lernst, die Zeit in kleinen Momenten zu messen – sei es ein kleiner „Skype“-Chat mit deinen Lieben oder ein Bier mit den „Neuen“.

13. Die Nostalgie erwischt dich im unerwartetsten Moment.

Ein Lebensmittel, ein Lied, ein Geruch. Jedwede Kleinikeit reicht aus, damit dich ganz plötzlich die Sehnsucht überfällt. Du vermisst Kleinigkeiten, die du dir nie zu vermissen vorstellen konntest (…) und du gäbest was auch immer, um dich für auch nur einen Moment an diesen Ort zurück zu „beamen“. Oder um dieses Gefühl mit jemandem zu teilen, der dich versteht….

14. Du weisst, dass es nicht um das „wo“ geht – sondern um das „wie“ und „wann“!

Obwohl, ganz tief in dir drinnen weisst du, dass du nicht einen Ort ermisst, sondern eine seltsame und magische Verbindung eines Ortes, des Momentes und der passenden Menschen. In dem Jahr, in dem du losgezogen bist, in dem du dein Leben mit sehr speziellen Menschen geteilt hast, warst du so unglaublich glücklich. An jedem Ort, an dem du gelebt hast, ist ein kleiner Teil von dir oder dem, der/die du warst, hängengeblieben. Aber manchmal reicht es halt nicht, an einen Ort zurückzukehren, um ihn nie mehr zu vermissen.

15. Du veränderst dich.

Du liest des Öfteren, dass es Reisen gibt, die dein Leben komplett verändern. Und – trotz aller Klischees – ist das Leben in einem anderen, in einem fremden Land eine Reise, die dich von Grund auf verändern wird.

Sie wird deine Wurzeln, deine Gewissheiten und deine Ängste in den Grundfesten erschüttern. In Edinburgh zu leben hat uns in mehrfachem Sinne für immer verändert. Und wenn wir diesen Schritt damals nicht gemacht hätten, wären wir heute nicht an dem Punkt, den nächsten Schritt in unseren Leben zu machen.

Vielleicht glaubst du das vorher nicht, oder du merkst es einfach nicht. Aber eines Tages wirst du es mit einer erstaunlichen Klarheit sehen: du hast dich weiter entwickelt, du hast Narben, du hast gelebt. Du hast dich verändert.

So isses!

16. Dein Haushalt, dein Leben passt in einen Koffer.

Von dem Moment an, in dem dein Leben in einen Koffer passt (oder, wenn du Glück mit deiner Fluggesellschaft hast, in zwei…) wird das, was du bisher als „zu hause“ definiert hast, inexistent.

Fast alles, was du mit den Händen anfassen kannst, ist ersetzbar. Du kannst wohin auch immer reisen, neue Klamotten, neue Bücher und neue Tassen ansammeln.
Aber der Tag wird kommen, an dem du in deiner neuen Stadt, deinem neuen „zu Hause“ das Gefühl hast, zu Hause zu sein.

Dein zu Hause ist das, was dich immer begleitet, was du zurück lässt – es sind die Straßen, in denen dein Leben läuft. Dein zu Hause sind auch die „zufälligen“ Sachen, die dein neues Heim bevölkern, die Sachen, derer du dich ohne jegliche Gewissensbisse entledigen würdest, sobald der Moment des Abschieds gekommen wäre. „Zu Hause“ sind die Erinnerungen, die long-distance-Konversationen mit der Familie und Freunden, eine Handvoll Fotos. Dein zu Hause ist dort, wo dein Herz ist.

Oder (Anm.d.Red.): Wo Herz und Seele sich die Hand geben – denn das ist auf Kreta….

17. Und…. es gibt keinen Weg zurück.

Nun weißt du was es heißt, auf Bequemlichkeit zu verzichten, nochmal bei Null anzufangen und dich jeden Tag auf´s Neue begeistern zu lassen.

Und die Welt ist so groß…. wie könnte man darauf verzichten, sie weiter zu entdecken?

Quelle: Masedimburgo.com Gracias, amig@s!


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