3% der weltbesten Wissenschaftler sind Griechen! oder: Das „Aristoteles Jahr 2016“.

Aristoteles

In Griechenland herrschen Krise, Rezession, aktuell grade mal wieder Rebellion und stellenweise auch Resignation.

Frei nach dem Motto „Kein Geld, keine Arbeit, keine Ahnung, wie´s weitergehen soll“ – sicher… Aber es gibt doch auch immer wieder gute Gründe für dieses kleine Land und seine „Kinder“, ein bisschen oder auch ein bisschen sehr stolz zu sein.

Einen dafür haben wir heute mal wieder in der Chaniapost.eu gefunden (freie Übersetzung aus dem Englischen: die Red.), denn die schreibt:

Griechenland mag ja nur ein kleines Land sein, aber trotzdem ist sein Beitrag zur wissenschaftlichen Welt im Vergleich überproportional groß. Ist auch der Anteil der griechischen an der gesamten Weltbevölkerung kleiner als 0,2%, beläuft sich der Anteil griechischer Wissenschaftler weltweit auf 3%! Von diesen leben allerdings nur 14% in Griechenland, die anderen im Ausland.

Diese Information wurde von Giannis Ioannidis, Medizinprofessor der Stanford University in Kalifornien, auf der Panhellenischen Mediziner Konferenz in Athen enthüllt. Ioannidis ist übrigens, wie Ihr Euch sicherlich nach dem ersten Absatz schon gedacht habt, auch Spezialist für Statistik….

Und in diesem Sinne geht es auch weiter:

Professor Ioannidis präsentierte während seiner 1. Lesung des Jahres – im Gedenken an den im Dezember 2014 verstorbenen Professor Dimitrios Trichopoulos (*) – sein Werk „Über die Abwanderung Griechischer Wissenschaftler – eine Meta-Analyse“. Hierbei handelt es sich unter anderem um Statistiken bzgl. 672 griechischstämmiger Wissenschaftler, die den größten Einfluss auf die internationale Wissenschaft hatten und die auf objektiven Daten beruhen, die aus der Google Scholar Database gewonnen wurden. Im Durchschnitt wurden diese 672 griechischen Wissenschaftler über 17.000 Mal in verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Studien zitiert – und fast alle leben ausserhalb Griechenlands…

Das Aristoteles-Gedenkjahr 2016

Bekanntermaßen ist der älteste griechische Wissenschaftler unser guter Aristoteles, der selbst heute noch – 2.400 Jahre nach seiner Geburt – als Referenz zitiert und verwendet wird und den die UNESCO nun angemessen ehrt, in dem sie das Jahr 2016 zum „Aristoteles Gedenkjahr“ erklärt hat.

Und jetzt gibt es noch ein bisschen mehr griechische Statistik: von besagten 672 führenden griechischen Wissenschaftlern leben nur 95 (14%) in Griechenland. Mehr als die Hälfte, nämlich 376 Wissenschaftler bzw. 56% leben in den USA, weiter 60 in Großbritannien, 32 in Kanada, 24 in Deutschland, 20 in Frankreich, 19 in der Schweiz, 17 in Australien, 9 in Zypern und weitere 21 über den Rest der Welt verstreut. 12 dieser griechischen „Exilwissenschaftler“ wurden bereits im Ausland geboren, wohin ihre Familien früher bereits ausgewandert waren (Ioannidis selbst ist in New York geboren). Alle anderen migrierten erst später in ihrem Leben. Gemäß der Forschungsergebnisse sind 33 Wissenschaftler der untersuchten Gruppe im untersuchten Zeitraum bereits verstorben.

Leistungsgesellschaft und herausragende Kompetenz

Ioannidis betont, „wir sollten in Betracht ziehen, ob wir nicht – sowohl als Land, als auch als Gesellschaft – von den verbleibenden 639 noch lebenden Wissenschaftlern profitieren könnten“; außerdem sollte sicher gestellt werden, dass in Griechenland auch weiterhin viele zukünftige leitenden Wissenschaftler und helle Köpfe das Licht der Welt erblicken.

Und zum Abschluss noch ein schönes, sehr optimistisches Zitat von Prof. Giannis Ioannidis: „Griechenland hat noch immer das Potenzial, eines der reichsten Länder der Welt zu werden, wenn wir nur die Talente und Fähigkeiten unseres Volkes nutzen und uns dabei auf die Leistungsgesellschaft und herausragende Kompetenzen fokussieren.“

Wohlan denn, liebe Griechen – Eure hellen Köpfe sind gefragt!!!

Radio Kreta – immer gute Informationen.

streamplus.de

(*)Dimitrios Trichopoulos (Δημήτριος Τριχόπουλος) war ein Experte für Mediterrane Diät und Krebsforscher. Er war Professor für Krebsprävention und Epidemiologie und ehemaliger Vorsitzender der Abteilung für Epidemiologie der Harvard School of Public Health in Boston.

Dimitrios Trichopoulos war auch ein Mitglied der Akademie von Athen und Präsident der Griechischen Health Foundation in Griechenland. Er hielt Lehraufträge an der Medizinischen Fakultät der Universität Athen und dem Karolinska-Institut in Schweden.
Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen gehören Ehrendoktor, der Brinker International Award für klinische Brustkrebsforschung, den Julius Richmond-Preis der Harvard School of Public Health und den Alumni Award of Merit sowie die Ehrenmedaille der International Agency for Cancer Research der Weltgesundheitsorganisation.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace