Albert Precht ( † ) – Kletterer und Bergsteiger auf Kreta.

Klettern auf Kreta

Auf Kreta hat sich in den letzten Jahren das Klettern und Bergsteigen etabliert, viele neue Routen sind entstanden und immer mehr Kletterer entdecken, dass Kreta den Alpen in nichts nachsteht! Entdecke die einmaligen Kletterrouten im Osten Kretas!

Einige erfolgreiche Bergsteiger, allen voran Albert Precht und Sigi Brachmayr, haben sich den Osten der Insel vorgenommen. In den letzten Jahren entstanden viele neue Routen, die Albert Precht nun alle zusammengestellt hat, um Dir das Kletterparadies Kreta vorzustellen:

Albert Precht und Kletterfreunde auf Kreta

Der HA-Canyon bei Ierapetra

Vom Dorf Thripti, dem Quell, wächst das HA-Canyon vom Unscheinbaren, kontinuierlich zum Trichter, der urplötzlich wie ein Krater in die Tiefe stürzt. Das Canyon dürfte eines der weltgrößten vom Erdbeben verursachten tektonischen Risse sein. Die Vorstellungskunst des Menschen reicht nicht aus die Urgewalten zu messen oder zu fassen, die vor Millionen Jahren den Spalt haben klaffen lassen.

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Der berühmte Ha-Canyon

1988 wurde der Canyon in seinem tiefsten Grund erkundet und inzwischen von nur wenigen Canyoniken wiederholt. Für unseren Gebrauch sprechen wir von der HA-Westwand (linke Canyonwand) und HA-Ostwand (rechte Canyonwand).

Typisch für Kreta, wie scharf abgezeichnet die Kontraste sind.

Oft habe ich erlebt wie übergangslos das Zarte, das Milde, das Blühende und einfache Genießende sich ins Gegensätzliche verändern können. Mit welcher Heftigkeit die Sonne vom Himmel brennt, der Sturm heult und tobt, Blitz und Donner zur unmittelbarsten Einheit sich paaren und der Regen im Nu die lange Zeit ausgetrockneten Bachbeete füllen kann.

2009, da hatten wir uns erstmals dem großen Ziel: an die „HA-Canyonwand“ näher herangepirscht. Ich möchte nicht behaupten, dass ich mich hier willkommen fühlte. Wir standen an einem historischen Platze, alte Steinfundamente sind Zeugen längst vergangener Zeiten.

Vor ungefähr 4000 Jahren lebten hier die Minoer – die Ureinwohner Kretas. Historiker sagen, die Felsbefestigungen waren Zufluchtsstätten auf der Flucht vor Piraten. Es hängt ein Hauch griechische Mythologie, ein Gemisch von Faszinierendem und Dramatischem in den Wandfluchten. Die Macht der Fantasie, eine neue Wichtigkeit hat in mir Platz ergriffen.

400 Meter ragen die breitflächigen, planen Wände aus dem unergründlichen, vorsintflutlichen, dunklen Schlund. Pompös, unzugänglich, geheimnisumwittert, umschattet von Fabeleien! Oder doch wahre Wirklichkeit?

Kreter-Geschichten erzählen von Menschengerippe, abgestürzten Minoern oder anderen schreckhaften Legenden.
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Vita – Albert Precht – Kletterer und Bergsteiger

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Generation 60+. Albert Precht

Albert Precht (* 28. Juli 1947 in Bischofshofen, Österreich, † 08.05.2015 au Kreta) ist ein österreichischer Kletterer und Bergsteiger.

Der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer ist gelernter Tischler und war bis zu seiner Pensionierung als Zugführer bei der ÖBB tätig. Er ist Autor mehrerer Kletter- und Gebietsführer der Gebiete Hochkönig und Tennengebirge.

Albert Precht führte mehr als 1000 Erstbegehungen vor allem in seinen Heimatgebirgen Hochkönig und Tennengebirge, aber auch in den Granitbergen Nord-Norwegens und Korsikas sowie im Sandstein Jordaniens (Wadi Rum), im Omans und natürlich auf Kreta durch.

Albert Precht gilt als Vertreter einer strengen Kletterethik. Er lehnt den Einsatz von Bohrhaken bei Erstbegehungen ab. In diesem Stil gelangen ihm Routen bis zum oberen achten Grad, bis zum unteren achten Grad sogar free solo. Die Schwierigkeitsangaben von Precht werden von Wiederholern oft als deutlich zu niedrig eingestuft. In Verbindung mit der meist sehr schlechten Absicherung führte dies häufig zum Scheitern von Wiederholungsversuchen. Dafür hat sich in der lokalen Kletterszene der Ausdruck abprechteln eingebürgert.

Seit Mitte der 90er-Jahre sanierte Albert Precht einige seiner Routen mit Bohrhaken. Alle hier vorgestellen Routen wurden von Albert Precht erstbegangen und selbst eingerichtet, wodurch das Kletterparadies im Osten der Insel Kreta entstand.

Alpinistische Literatur: Sonne, Meer und Fels

Der österreichische Kletterer Albert Precht hat zum Ostteil der Insel Kreta einen Führer herausgegeben. Darin werden 100 Kletterrouten rund um das Thriptí-Gebirge beschrieben. In Kürze auch bei Amazon erhältlich. Quelle: Klettern-kreta.de.


streamplus.de

O24.at vom 09.05.2015

Kreta: Tote waren Kletter-Profis

Albert Precht und Robert Jölli waren in der Kletter-Szene sehr bekannt. Das Unglück ereignete sich in der im Südosten von Kreta gelegenen Schlucht von Pervolakia. Die Gruppe war auf einer beim Kloster Kapsa beginnenden Tour zum dortigen Bergdorf unterwegs.

In der nach dem Kloster benannten Kapsa-Wand geschah es dann. In etwa 100 Metern Höhe, so berichten griechische Medien, kam einer der beiden Profis zu Sturz. Albert Precht (67)und Robert Jölli (67), beide stammen aus Bischofshofen im Pongau und waren Freunde, waren mit einem Seil miteinander verbunden.

Absturz
Vor den Augen der geschockten Kameraden riss einer der beiden seinen Freund mit in den Tod. Erste Angaben, wonach sie von einer Steinlawine getroffen worden waren, stellten sich als falsch heraus.

Fünf Stunden dauerte die Bergung der beiden Salzburger. Der Rest der Gruppe, darunter die Ehefrau eines der Opfer, blieben unverletzt, standen aber unter Schock und mussten psychologisch betreut werden.

Die beiden Berg-Profis hatten Kreta geliebt
Precht und Jölli hatten in den vergangenen Jahren auf Kreta mehrere Erstbegehungen durchgeführt und Klettergebiete erschlossen. Erst vor einem Jahr hatte Precht einen Kletterführer der Region herausgebracht, betrieb auch eine eigene Homepage über Touren auf Kreta.

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