Archimedes, Kreta und Kreativität

Kreative Ruhe

Langes Grübeln bringt nichts

Archimedes (287 bis 212 v. Chr.) hatte gegrübelt und gegrübelt. Auf die Lösung seines Problems war der griechische Mathematiker aber nicht gekommen. Ungefähr um 250 vor Christus hatte er den Auftrag bekommen, für König Hieron von Syrakus herauszufinden, ob dessen Krone aus echtem Gold war – doch wie sollte er das machen, ohne sie zu zerbrechen?

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Archimeds-Bild: Werner Horvath, gemalt auf Kreta.

Irgendwann später, vielleicht erschöpft vom vielen Nachdenken, wollte er ein Bad nehmen und stieg in die zu voll gefüllte Wanne. Sie schwappte über, und einer kreativen Eingebung folgend übertrug Archimedes das Verdrängungsprinzip seiner Körpermasse auf den königlichen Kopfschmuck: Er besorgte sich einen Goldbarren, der genauso viel wog wie die Krone, tauchte ihn ins Wasser und maß, wie viel Flüssigkeit überlief. Den Vorgang wiederholte er mit der Krone, die trotz gleichem Gewicht mehr verdrängte. Sie musste also aus einem Material mit geringerer Dichte gefertigt worden sein – und nicht aus reinem Gold.

Damit hatte Archimedes sein Problem gelöst (für den König sicherlich eins geschaffen, denn der war in Sachen Statussymbol wohl über den Tisch gezogen worden) und hatte das „Archimedische Prinzip“ gefunden. Es besagt: Der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium ist genauso groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums. Aber darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen – sondern darum, dass Archimedes einen kreativen Moment hatte. In der Badewanne. Nicht am Schreibtisch. Und genau das ist der Punkt.

Für neue Ideen müssen wir ab und zu in den Ruhemodus schalten.

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„Um neue Ideen finden zu können, muss das Gehirn ab und zu in den Ruhemodus schalten“, sagt Professor Rainer Holm-Hadulla von der Universität Heidelberg. „Nur im Wechsel zwischen konzentrierter Problemlösung und freiem Fantasieren entstehen kreative Prozesse.“ Krampfhaftes Grübeln setzt das Gehirn ständig unter Strom und kann gute Ideen damit sogar verhindern. „Um das zu unterbrechen, kann man sich einer monotonen Tätigkeit widmen“, sagt der Kreativitätsforscher. Das lenkt das Gehirn ab. Autofahren, Bügeln, Wäschelegen oder Staubsaugen*, eignen sich hervorragend – das Unterbewusstsein arbeitet nebenher weiter und findet neue Lösungen*.

VON TINA GALLACH. Hier geht`s weiter: NW-News.de
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* Neue Lösungen braucht das Land. Kretas Kreativität.

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