Armut in Griechenland von der Medienaufsicht verboten

Von Jens Blecker. IKNEWS.de

Griechenland, mitten in Europa. Die Wirtschaft sprudelt nur so vor Kraft und die Sonne scheint auf die sonnigen Gemüter der Helenen. Nichts, aber auch gar nichts kann diese Idylle trügen. So zumindest sieht das die Medienaufsicht in Griechenland.

Um den Medienkonsumenten kein verzerrtes Bild zu liefern, ist es nun unter Strafe verboten, Bilder von verwahrlosten oder verarmten Bürgern zu zeigen. In großen Teilen Griechenlands ist das Bild der wirtschaftlichen Katastrophe allgegenwärtig, aber wenn es nicht im Fernsehen kommt, dann ist es auch nicht real. Leider scheint diese Logik sogar zu funktionieren. Ein Beispiel der freien Presse in einem freien Europa.

Armut in Athen

Diese Geschichte ist nicht neu, aber dennoch topaktuell. Heise zum Beispiel berichtete am 11. Februar darüber. Leider vertraut immer noch ein großer Teil der Menschen auf die Konzernmedien und glaubt daran, dass diese das Bedürfnis haben, die Bürger zu informieren. Von diesem Konzept hat man sich jedoch schon sehr lange verabschiedet. Da auch ein Großteil der Medien von Werbung lebt, ist Konsum befohlen. Würde man realitätsnah berichten, müsste man sich ein neues Geschäftsmodell überlegen. Wem die Öffentlich-Rechtlichen verpflichtet sind, ist wohl überflüssig, zu erklären.

Erstaunlich ist, dass die Menschen nicht irgendwann anfangen, sich zu wundern, nein, gar empören. Was müssten eigentlich die Aufgaben einer “Medienaufsicht” sein? Sie nimmt eigenständig und unabhängig die öffentliche Verantwortung für die Sicherung der Meinungsvielfalt war, so lautet die offizielle Definition. Wenn schon auf die Inhalte Einfluss genommen wird, dann sollte sich das auf volksverdummende Inhalte beziehen, die wirklichen Schaden anrichten. Nein, dieses Tittytaintment wird gar hofiert und ins Unermessliche ausgebaut. Wer sich versehentlich tagsüber in einen der Privatsender hineinklickt, kann als intelligenter Homo Sapiens nur erschüttert den Informator abschalten, zu offensichtlich ist das Brainf***ing. Nein, so etwas stört nicht, das ist gut für das Volk. Perfekt ist es dann, wenn den Menschen neben der Verwahrlosung des eigenen Intellekts noch eine ordentliche Portion Prozac oder Flucitin draufgeschaufelt wird. In Zeiten wie heute fürchtet sich jede Regierung vor denkenden Humanoiden.

An dieser Stelle kann allerdings eine Beruhigung ausgesprochen werden, der selbst denkende Teil der Bevölkerung nimmt stetig ab. Keine Panik also für unser Nomenklatura. Was nicht durch die Medien oder Medikamente ruiniert wird, dem wird spätestens mit der ganzen Reihe an Schulreformen der Rest gegeben. Eigentlich verwunderlich, wo wir doch “ein Europa” wollen. Warum greifen wir nicht auch einmal die guten Dinge auf, wie zum Beispiel das vorbildliche Bildungssystem in Dänemark? Ach ne, dann hätten wir ja intelligente Bürger und die braucht kein Mensch?!?

Machen wir lieber weiter wie bisher und verdummen die Bevölkerungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Danach kontrollieren wir die Medien einfach und wenn dort nichts von Armut zu sehen ist, dann muss es ein subjektives Gefühl sein, vielleicht ist man nur in den falschen Gegenden unterwegs gewesen? Schöne neue Welt!

Carpe diem

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Zum Glück gibt es noch Menschen wie Wassilis, Edit und viele andere. Wir bekommen das Material von Ihnen und veröffentlichen es nach wie vor im Internet. Diktatur war gestern.


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