Vassilis Kallegeris

Aus dem Kochbuch: kretisch-österreichische Aprikosenmarmelade.

Nachdem wir neulich in der „Psistaria“ unseres Vertrauens mal wieder eine halbe Stiege Renekloden – das sind superleckere grüne Pflaumen – geschenkt bekommen haben und diese ratzfatz zu gleichen Teilen verputzt und weiterverteilt haben, kam neulich eine schöne Nachricht per Telefon – vom Chefredakteur höchstpersönlich.

„Suse, Odysseas war grade da (Anm.d.Red.: Odysseas ist unser Vermieter). Er hat die Reben beschnitten, den Hunden Knochen mitgebracht, ein paar Eier mitgenommen und ganz viel Obst für uns dabei gehabt. Ich glaub, das sind wieder diese Pflaumen!“

Wiener Zucker 1Worauf Chefredakteuse sich gleich schon das Hirn zermarterte, was man denn mit einer weiteren Stiege grüner Pflaumen – außer verschenken – noch so anfangen könnte.

Die zugegebenermaßen wenig kreative, dafür aber sehr bewährte Lösung war: Marmelade! War auch in sofern eine prima Idee, weil es ausnahmsweise mal keine Gelierzuckerengpässe zu beklagen gab, da aufmerksame österreichische Freunde davon 5 Pakete direkt aus ihrer Heimat importiert und zum Besuch bei uns mitgebracht hatten (Danke nochmal, Maria und Gottfried!). Prima – alle Zutaten da!

Bei der mittäglichen Ankunft zu Hause gab es dann allerdings schon eine kleine Überraschung, denn die Renekloden – wir erinnern uns: grüne Pflaumen… – stellten sich als vollreife Aprikosen (!) dar. Da müssen wir uns nochmal ein bisschen mit der Flora und Botanik vertraut machen, mein lieber Scheffredakteur, gell?

Na gut, ob nun Renekloden oder Aprikosen im Überfluss – die Marmeladen-Lösung war nach wie vor die Beste. Und hier das einfache Rezept:

Zutaten:

  • 1 kg Aprikosen
  • 500 gr. (in diesem Falle WIENER!) Gelierzucker
Aprikosen
Lecker Pflaumen? Oder Aprikosen, Marillen, Verikoka? Hauptsache es schmeckt.

Zubereitung:

Die Aprikosen waschen, entsteinen und in Hälften oder Vierteln in einen großen Topf geben. Die Früchte ggf. unter Zugabe von etwas Wasser oder Fruchtsaft erhitzen und ganz weich kochen lassen. Je nachdem, wie klein man sie vorher geschnitten hat und ob man noch Fruchtstückchen in der Marmelade haben möchte, die ganze Chose mit dem Pürierstab zerkleinern – oder halt auch nicht. Dann den (Wiener) Gelierzucker dazu geben und nach Packungsanweisung 3-4 Minuten kochen lassen – dabei immer wieder umrühren.

Eine kleine Gelier- und Geschmacksprobe auf einem kleinen Teller verrät, ob die Masse lecker ist und auch schon fest wird. Sollte beidem so sein, die Marmelade in heiß ausgespülte Gläser mit Schraubdeckel füllen, fest verschließen und auf den Deckel stellen – dann klappt´s auch mit dem Vakuum.

AprikosenmarmeladeDie Gelier- und Geschmacksprobe fiel übrigens zur vollsten Zufriedenheit der Köchin aus – ein wunderbares kretisch-österreichisches Gemeinschaftsprodukt!

Der Zugabe anderer Ingredienzen, wie z.B. – hier lässt die Scheffköchin ihrer und Eurer Phantasie freien Lauf…. – frischem Ingwer, Zimt, Raki, Rum oder Metaxa statt Fruchtsaft, Basilikum oder Minze – steht u.E. nichts im Wege.

Der morgendliche Biss in den Marmeladentoast befriedigte die Geschmacksrezeptoren des Scheffredakteurs übrigens absolut. O-Ton: „Mmmmh, lecker, diese Pflaumenmarmelade!“

Radio Kreta – immer gute Rezepte.


streamplus.de Wiener Zucker 1

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Ein Kommentar

  1. Ja verreck Kaffeehaus 🙂
    Liebe Su, eigentlich hast Du da eines absolut österreichischen Gaumenschmaus produziert, was man ja auch an dem Glasl sehen kann, hat schließlich einen sehr hohen rot-weiß-roten Farbanteil.
    Wenn jetzt Deine Aprikosen jetzt noch die Bezeichnung Marillen erhalten, dann wirst Du dich bald K.u.K Hoflieferant schimpfen können.
    Wahrscheinlich unbewusst ist dir eine dieser seltsamen Absonderlichkeiten der EU in das Rezept geschlüpft. Dann nur noch in Alpenrepublik Austria, darf sich a „Marmalad“ noch Marmelade nennen, sonst haben die Normdödel aus Brüssel das so eingetütet, dass es nur noch Konfitüre und Fruchtaufstrich nennen darf.
    Was muss es denen langweilig sein.
    Also pass auf, wenn Du diesen süßen Brotaufstrich, gewonnen aus gelblich-orangen Steinobstfrüchten unter Zuhilfenahme österreichischer raffinierter Rübenprodukte öffentlich als Marmelade anbieten möchtest. Am Ende stehen die EU-Kontrolleure noch in eurem Garten 🙂
    Weiterhin eine süße Einkochsaison und viel Spaß
    Gerd

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