Aus dem Kochstudio: Basilikum-Dolmadakia.

Da hatten wir uns von Bekannten dann doch tatsächlich mal zu einem Sonntagsausflug in die Gemarkung, diesmal Richtung Elafonissi, überreden lassen, tststs….

Da wollten wir aber gar nicht hin – unser Ziel lag lediglich auf dem Weg dorthin. Und ebendieses Ziel war Limni, ein kleines Dorf, das wir kurz nach dem Kaffeestop in Elos erreichten.

Besagte Bekannte kaufen da nämlich beim jährlichen Kretabesuch immer Öl, Marmelade und Honig ein und wollten uns gerne mal mitnehmen – nicht zuletzt zwecks der Verständigung, denn die Bekannten sprechen ausser „Kalimera-Kalovrady-Kali Nychta“ eher wenig Griechisch, mochten sich aber doch sooo gerne mit der netten Familie mal irgendwie unterhalten. Und die drei Töchter der Familie fangen grade erst so richtig mit dem Englisch lernen an.

Im Dorf Limni.

Nun gut – eine willkommene Abwechslung! Also einmal quer durch die Botanik in Richtung Westen. In Limni angekommen wurden wir alle auch auf´s Herzlichste begrüßt – und schon ging die Fragerei los. Unsere Bekannten waren ja schon als „die netten Deutschen, die jedes Jahr hier einkaufen“ auf dem Radar – wir allerdings waren neu. Da will man natürlich schon gerne genauer wissen, mit wem man es so zu tun hat. Und das griechische Palaver fing an:

Frage: „Wer seid Ihr, woher kommt Ihr, wo wohnt Ihr, wie lange schon?“
Die Antworten fielen der Realität entsprechend aus.

Mehr Fragen: „Ah, in Paleochora oder in der Nähe? Da kennt Ihr bestimmt den und jenen, das ist ein Cousin 28. Grades von mir, sagt mal schöne Grüße! Und Ihr wohnt in Kalamos? Habt Ihr da Tiere?“

Antwort: „Ja, haben wir,  aktuell  einen Hund (unser Mitso war – wie immer – ja eh dabei!), 4 Katzen, 5 Zebrafinken – und  Hühner stehen wieder auf dem Plan.“

Reaktion: Eine hochgezogene griechische Augenbraue (kein Schaf, keine Ziege?!?!??) und ein wohlwollendes Grinsen. Und weiter ging`s:

Frage: „Habt Ihr denn nen Garten?“

Antwort: „Jaaaa, schon, ist grade im Werden, wir pflanzen Kräuter und Gemüse, so langsam wird´s.“

Reaktion und Frage: „Hm, gut! Habt Ihr da auch Basilikum?“

Antwort: „Ja – haben wir auch, sogar verschiedene Sorten.“

Frage: „Woher?“

Antwort: „Knipsen wir immer in den verschiedensten Restaurants und bei Freunden im Garten ab, lassen Wurzeln ziehen und – zack – ab in die Erde und wachsen lassen.“

Frage: „Habt Ihr auch großen Basilikum? Also den mit den großen Blättern?“

Antwort: „Ja, haben wir auch. Ziemlich große Blätter.“

Frage: „Wie groß?“

Antwort: „Naja, ungefähr so groß“ (mit den Fingern die Größe eines durchschnittlichen Basilikumblattes angedeutet).

Kommentar: „Das ist nicht groß! Groß ist so!“ (zeigt auf seine ziemlich großflächige Handinnenfläche)!

Unsere Reaktion (leicht bedröppelt): „Aha! Hmpf.“

Kommentar: „Wächst hier bei uns. Da macht meine Frau Dolmades draus!“
Wir: „Ups – geniale Idee! Und wie macht sie die?“

Das hat uns Eleni dann nur allzu gerne verraten – und wir geben es nun Euch weiter. Dieses Rezept birgt allerdings – außer dem „Wickelmaterial“ – keine weiteren Überraschungen. Einfach so vorgehen, als ob Ihr „normale“ Dolmades mit Weinblättern oder Lachanodolmades mit Weißkohlblättern machen würdet, statt der Wein- oder Kohlblätter aber halt die RICHTIG großen Basilikumblätter nehmen. Schmeckt anders, aber auch sehr lecker!

Dolmadakia klassisch.

Nun sind wir im Radio Kreta Kochstudio ja nun aber auch für unsere Kreativität bekannt – und daraus entstand dann ein Rezept, das wir nationenübergreifend einfach mal „Gemistá à la Caprese“ genannt haben.

„Hmmmm, was mag da wohl dahinter, bzw. drin stecken?“ wird sich der eine oder die andere sicher nun fragen. Nun, nichts leichter als das – die Auflösung folgt auf dem Fuße. Und zwar in Form unseres Rezeptes.

Die Zutaten:

  • 20 „richtig“ große Basilikumblätter (gibt es bei Manolis in Limni)
  • 3-4 große, klein gewürfelte Tomaten (oder entsprechend viele getrocknete Tomaten)
  • 2 Mozarella, wahlweise auch Mizithra oder Anthótiro
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • Balsamico-Essig

Und nun zur Zubereitung:

Die Basilikumblätter waschen, trockentupfen und flach ausbreiten. Die Tomatenstückchen mit dem Käse vermischen, ggf. mit der Gabel zu einer Masse zerdrücken. Etwas Olivenöl dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und in die Basilikumblätter einwickeln. Diese Caprese-Päckchen mit etwas Balsamico-Essig beträufeln und mit frischem Weißbrot oder selbstgebackener Ciabatta servieren.

Aber der Ober-Clou an der Sache ist, dass man diese Vorspeise auch warm genießen kann. Dazu die Röllchen einfach in eine Auflaufform oder auf ein Backblech geben, zusätzlich noch mit etwas Öl beträufeln und im vorgeheizten Backofen bei ca. 120°C ein paar Minuten schmurgeln lassen. Dann ist die Käse-Tomaten-Füllung leicht geschmolzen und fast noch leckerer! Lauwarm servieren mit frischem Brot und kühlem Weißwein anbei.

Radio Kreta – kulinarisch kreativ.


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