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Aus dem Kochstudio: Basilikum.

Dass die kretische Flora und Fauna schier Unfassbares hervorbringt, ist wohl jedem Kreta-Liebhaber bekannt – und ja auch nicht zuletzt einer der Gründe, warum es jährlich so viele Menschen hierher zieht.

Da gibt es die wildesten Kräuter, die ungewöhnlichsten Pflanzen und die ausgefallensten Tierarten – aber beschäftigen wollen wir uns heute mit der ersteren Kategorie: Kräuter. Und zwar mit einem ganz besonderen, wenn auch weithin bekannten und heiß geliebten Kraut: Basilikum.

Gehen wir erst mal pseudowissenschaftlich an die Sache ran – hier ein Teil der Hintergrundinformationen, die man so im Netz findet:

Das Basilikum (Ocimum basilicum), auch Basilie, Basilienkraut oder Königskraut genannt, ist eine Gewürzpflanze aus der gleichnamigen Gattung Basilikum (Ocimum) der Familie der Lippenblütler.

Die verschiedenen Kulturformen unterscheiden sich in Blattfarbe, Größe, Aroma, Wachstumsart und Ansprüchen. Basilikum wird in den gemäßigten Breiten meist als einjährige Pflanze kultiviert. Es ist eine aufrecht wachsende, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Alle Pflanzenteile duften aromatisch und die Blütezeit reicht hauptsächlich von Juni bis September.

Gehalt und Zusammensetzung der in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle sind je nach Sorte, Herkunft und Erntezeitpunkt stark unterschiedlich. Der Gehalt schwankt zwischen 0,04 und 0,70 %, wobei das Deutsche Arzneibuch einen Mindestgehalt von 0,4 % vorschreibt (bezogen auf die Trockensubstanz).

Kleine Anm.d.Red: Fraglich ist, was mit der Pflanze geschieht, wenn sie die vorgeschriebenen Werte nicht erreicht. Wir tippen auf Strafanzeige, Bußgeld und Verbannung in den heimischen Kleingarten – in schweren Fällen der Verletzung der Vorschrift des Deutschen Arzneibuchs wird sie vermutlich den Karnickeln zum Fraß vorgesetzt…

Die wichtigsten Bestandteile des ätherischen Öls sind dabei Linalool mit bis zu 85 % Anteil, Estragol mit bis zu 90 % und Eugenol mit bis zu 20 %. Weiterhin sind andere Monoterpene wie Ocimen und Cineol enthalten, Sesquiterpene und Phenylpropane. Außer ätherischem Öl sind noch Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure und Äsculosid in nennenswerten Mengen enthalten.

Es gibt eine Anzahl von Sorten, die sich in Größe, Blattform, Blattfarbe und Duft unterscheiden. ‚Opal‘ ist eine rotblättrige Sorte. Häufig angebaute Sorten sind ‚Großes Grünes‘, ‚Genoveser‘ und ‚Opal‘. Die Sorte ‚Cinnamon‘ hat einen zimtartigen Duft und wird auch Zimtbasilikum genannt. Die Sorte ‚Lemon‘ oder Zitronenbasilikum hat einen zitronen-thymian-ähnlichen Duft.

Soviel zur Theorie.

Basilikumtopf
Basilikumtöpfchen aus dem deutschen Supermarkt. Verfallsdatum: immer nächste Woche…

Fakt ist, dass in Deutschland im Jahr über 27 Millionen (!) Töpfchen dieses Krauts in den Supermärkten und Discountern zu rund 0,80 Euro/Töpfchen verkauft werden – vorzugsweise Samstags. Um dann auf den heimischen Küchenfensterbänken boshafterweise binnen Wochenfrist wieder einzugehen. Böse Zungen behaupten, die Lieferanten verwendeten absichtlich mit Mikroben oder Pilzen verseuchte Böden, um den Absatz anzukurbeln.

Das dürfte Mumpitz sein. Richtig ist indes, dass es sich bei Basilikum um ein äußerst sensibles Pflänzchen handelt, das von meist inländischen Großgärtnereien in Massen hergestellt und so optimiert wird, dass es exakt zum Verkaufszeitpunkt gut aussieht. Es wird zum Wegwerfprodukt gemacht, denn in den Betrieben wird das Wachstum beschleunigt. Das beginnt mit der Auswahl des Saatguts, dem gezielten Einsatz von Licht und einer optimalen Bodentemperatur – als eigentlich mediterrane Pflanze hat Basilikum es nun mal gerne warm….

Zum Verkaufszeitpunkt sind die jugendlichen Pflanzen schlank und schlaksig. Sie hatten noch keine Zeit, groß und stark zu werden. Dazu kommt, dass die Pflänzchen während des Transports durchgeschüttelt werden und oft wenig Licht und Wasser erhalten.

Kein Wunder also, dass das noch fragile Grünzeug in aller Regel in einer durchsichtigen Plastikumhüllung verkauft wird. Sie gibt dem schnell gezüchteten Gewächs Licht, Halt und eine geschützte Mikro-Atmosphäre – zumindest, bis es in der Kundenküche landet. Und dann beginnt der wohlbekannte Verfall binnen Wochenfrist.

Das sind die traurigen Fakten aus nord- und mitteleuropäischen Landen.

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Fast mannshoher Basilikum in Paleochora

Basilikum auf Kreta

Hier auf Kreta ist das etwas anders. Wir persönlich fanden die Angabe, dass die Pflänzchen Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreichen, einen echten „Schenkelklopfer“ – kennen wir doch Exemplare, die eher Baum- oder doch mindestens Mannshöhe erreichen und die hier in jeglichem beflanzbaren Behältnis (ausrangierten Joghurtbechern, Ölkanistern, leeren Konservendosen oder auch schönen Terrakottapötten) wachsen, ach, was sag ich: wuchern! Und zwar die verschiedensten „Modelle“ – mit kleinen, eher pfeffrig schmeckenden Blättern, mit mittelgroßen oder auch richtig großen Blättern – aber alle in gesunder, saftiger Größe, hin und wieder blühend und quasi unkaputtbar, Sommers wie Winters.

Wir knipsen uns hin und wieder einfach mal ein kleines Ästchen ab, stellen es in´s Wasser – vorzugsweise in ein kleines Fläschchen, damit das Astende auf keinen Fall irgendwo aufsteht, sondern im Wasser „hängt“. Und in max. 1 Woche ist das Teil nicht etwa eingegangen, sondern hat bereits soviele Wurzeln gezogen, dass man es auf fröhliches Wachsen und Gedeihen in die Erde einpflanzen kann. Und es wächst, gedeiht und versetzt einem beim zufälligen oder gewollten Kontakt mit den Blättern einen Basilikum-Aroma-Flash, der seinesgleichen sucht.

Die Verwendung des Krauts in der Küche ist sicher jedem landläufig bekannt: Zu Tomaten, im Salat, in Eintöpfen, als Pesto mit Knoblauch und Öl oder gar in Eiscreme oder Marmelade – die Einsatzmöglichkeiten sind fast unbegrenzt. Schön ist Basilikum auch einfach als Garnitur. Und lecker allemal!

Radio Kreta – immer gute Informationen.

Quellen: welt.de, apothekenumschau.de, wikipedia und die eigenen damaligen mitteleuropäischen Küchenfensterbänke


streamplus.de

Auch ein prima Kraut: Zitronenmelisse!

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Ein Kommentar

  1. Also den Preis für ein Töpfchen Basilikum in D. kann ich nicht bestätigen. War gerade noch einkaufen und sah das Kraut für 1,99 € sein Dasein erfreuen. Das „billigste“, was ich gesehen habe, waren dieses Jahr 1,49€.
    Dieses mal zur Info aus dem Raume Dortmund.
    Liebe Grüße,
    Arno

Kommentare sind geschlossen.