Aus dem Kochstudio: Holzbrett oder Plastikbrett?

Von Uta Wagner, Der Geschmack von Kreta.

Wo würden sie sich lieber ansiedeln, wenn sie wählen müssten: In einer schroffen wilden Kraterlandschaft mit einer porösen glitschigen Oberfläche oder lieber hier: eine Hügellandschaft mit zahlreichen Vertiefungen, in denen sich Wasser gesammelt hat? Keime wie Salmonellen, Escherichia Coli und Staphylokokken wissen es genau: sie bevorzugen die feuchte Hügellandschaft.

Die erste Landschaft entspricht der Oberfläche eines Holzschneidebrettes unter einem starken Mikrosop, die zweite der eines Plastikscheidebrettes. Dies sind die beiden Varianten, die in unseren Küchen am häufigsten zum Einsatz kommen.

Jahrelang stritten sich die Experten welches Material am hygienischsten ist. Holz in der Küche wurde verteufelt, da die Wissenschaftler glaubten, man könne Holz nicht gut genug reinigen, sodass sich die Keime in den Rissen und Spalten des Holzes vermehren. Plastikbrettchen dagegen können zur Reinigung einfach in die Spülmaschine gesteckt werden.

Nun stellte sich heraus, dass Bakterien auf Holzbrettern sehr schnell absterben. Das liegt zum einen daran, dass sie durch ihre Oberflächenstruktur sehr schnell trocknen und zum anderen an den im Holz natürlich vorkommenden – für uns unschädlichen – Gerbsäuren, die antibakteriell wirken. Mit jedem neuen Schnitt in das Holz tritt neue Gerbsäure an die Oberfläche, schneiden sie jedoch in ein Plastik (Polyethylen) Brett so entsteht neuer Lebensraum für Keime. Inzwischen gibt es auch Plastikbrettchen, die mit Chemikalien oder Silberionen gegen Bakterien präpariert wurden. Aber warum so etwas nutzen, wenn die Natur uns besseres Material zu Verfügung stellt? Geeignet für den Einsatz in der Küche sind harte Hölzer wie Eiche, Buche, Ahorn und Olivenholz.

Was liegt für uns auf Kreta also näher als Olivenholzschneidbretter in der Küche zu nutzen? Die Brettchen werden aus sehr alten, nicht mehr tragenden Olivenbäumen hergestellt. Das Holz hat eine feine honigbraune Farbe und wunderschöne Maserungen. Olivenholzschneidebretter sind also nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus optischen Gründen die gute Wahl.

Hier noch einige Pflegehinweise für ihre Olivenholzbrettchen:

  • Nach Gebrauch mit einem weichen Schwamm und warmen Wasser und etwas Spülmittel reinigen und mit einem Tuch trockenwischen. Anschließend zu vollständigen Trockenen senkrecht stellen.
  • Ab und zu nach der Reinigung leicht mit ein paar Tropfen Olivenöl einreiben, damit das Holz nicht austrocknet und die schöne Maserung behält.
  • Wenn sie Fisch verarbeitet haben: das Brett von beiden Seiten anfeuchten und mit Salz bestreuen. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen feucht abwischen und trocknen lassen.


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