Mythos Tisch

Aus dem Kochstudio: Oktopus mit Nudeln.

Unter dem Motto „Alle Jahre wieder“ hat man hier auf Kreta fast ganzjährig so seine „und-täglich/jährlich-grüßt-das-Murmeltier“-Erlebnisse – meist in Form und Gestalt immer wiederkehrender „fast-schon-nicht-mehr“-Touristen, die wirklich einfach jedes Jahr für einige Wochen wieder hierher zurückkehren.

Alle Jahre wieder

Einer von diesen „Murmeltieren“ ist unser lieber Luigi, den wir vor 3 Jahren kennengelernt haben und der zuverlässig jedes Jahr im Herbst für 2-3 Monate hierher zurückkehrt und natürlich auch so seine Rituale hat. Dazu gehören sowohl das Mietfahrrad einer ortsansässigen Fahrzeugvermietung, die Bleibe in der No. 2 der „Loupasis Bungalows“ als auch die obligatorische Essenseinladung für die Radio Kreta Scheffredaktion.

Da Luigi, unser Mittsiebziger vom Lago Maggiore, aus Gesundheitsgründen seit einem Indien-Trip im Jahre 1978 überzeugter Nicht-Fleisch-Esser ist (Fisch mag er allerdings sehr gerne!), fallen diese Essenseinladungen natürlich immer sehr „grün und fischig“ aus. Und immer extrem lecker!!!

Am vergangenen Mittwoch war es mal wieder so weit – wir waren zum fast schon legendären „Xtapódi“-Essen eingeladen. Die Freude war groß, erinnerte sich doch sogar der ansonsten strikt karnivore Scheffredakeur nur zu gerne an den butterzart-lecker zubereiteten achtfüßigen Ex-Meerbewohner vom letzten Jahr…

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Leckere Fischgerichte auf Kreta.

Wie versprochen stand auch dieses Mal wieder ein Ochtapode auf der Speisekarte. Nach der Vorspeise (selbstgemachter Tsatziki mit lecker frischem Brot) gab es einen Oktopus-Kartoffel-Salat, der sich dadurch auszeichnete, dass der Ochtapode butterzart, die Kartoffelstückchen allerdings in bester italienischer Manier „al dente“ waren. Das Ganze war liebevoll mit kretischem Olivenöl, Zitrone, etwas Dill und einem Hauch Zimt angerichtet und wurde in rauheren Mengen als benötigt dargereicht. LECKER!!! Ein herrlich leichtes Mittagessen im Sonnenschein auf der nach Süden weisenden Terrasse des Loupasis-Bungalows No.2. – und das Anfang Dezember!!!!

Natürlich kam bei Scheffküchenredakteuse mal wieder die Frage nach dem „Wie?“ auf – soll heißen, „lieber Luigi, wie machst du denn deinen Oktopus? Tiefgefrieren, weichklopfen, kochen – oder gar die Kombination aus allem?“.

Wir hatten ja bereits über die verschiedenen Arten berichtet, wie man so einen mediterranen Achtfüßler weich bekommen kann, wollten aber jetzt doch nochmal eine Expertenmeinung einholen.

Et voilà: Luigi hat uns sein Geheimnis verraten und auch gleich bei seiner quasi Verabschiedungs-Party davon kosten können…. Aber pssssssssssssst!!! Nicht weiter sagen 😉 – hier ein Rezept – ganz im Vertrauen, natürlich!:

Erst mal den tiefgefrorenen Oktopus auftauen, dann ordentlich mit der platten Seite des Fleischklopfers durchtrimmen, dabei aber nicht die Saugnäpfe an den Beinen verletzen. Dann den geschundenen Achtfüßler in heißem Wasser zum kochen bringen – diesem Wasser vorher aber noch

  • 1 Lorbeerblatt
  • 6-8 Wacholderbeeren
  • 1-2 Stücke frischen Ingwer und
  • 1 Zimtstange

hinzugeben. Und bitte KEIN SALZ. AUF GAR KEINEN FALL, denn dann wird der Bursche zäh wie Leder!!!

Das ganze dann vor sich hinköcheln lassen, Faustregel ist auch hier mal wieder: pro kg maritimen Achtfüßler 1 Stunde Köchelzeit. Und dann isser weich, der Kumpel aus dem Meer! Ebendiesen dann aus dem Kochwasser herausnehmen und in mundgerechte Stücke schneiden. Und dann erst mal bei Seite stellen.

Für die Zubereitung mit Nudeln – wir haben die sehr kurzen Makkaroni (Koftó – Κοφτό) gewählt – ebendiese einfach im Oktopus-Kochwasser „al dente“ garen – hier kann man dann je nach Gusto allerdings dann durchaus etwas Salz dazu geben. Sobald die Nudeln gar sind, diese abgiessen und mit den Oktopus-Stückchen mischen. Je nach Geschmack evtl. noch mit etwas süßem Paprikapulver, einem Schuss Olivenöl und ggf. noch etwas Zimt abschmecken und warm servieren – einfach ein Gedicht!!!

Ist übrigens auch ein prima Gericht für die Fastenzeit – voll korrekt ;-)!

Radio Kreta – immer gute Rezepte.


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Ein Kommentar

  1. Danke für das tolle Rezept! Hört sich richtig gut an und wir werden es demnächst mal probieren!
    LG und Ein schönes Weihnachtsfest wünscht Mister Uwe!

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