Aus dem Kochstudio: Tiganites – kretische Pfannkuchen

Von Uta Wagner, Der Geschmack von Kreta.

Lecker
Der Titel stimmt nicht ganz – Tiganites gibt es in ganz Griechenland. Ich habe sie jedoch zum ersten Mal auf Kreta gegessen; sie waren Teil des Frühstücksbüffets in unserem Hotel und schon ordentlich mit Zucker bestreut. Später habe ich erfahren, dass man sie eigentlich mit Honig beträufelt und nach Geschmack etwas Zimt oder Sesam darüber verteilt.

Hier auf Kreta wird der Namenstag viel mehr gefeiert als der Geburtstag und hat jemand Namenstag, ist es üblich, dass derjenige seinen Freunden und Kollegen eine Süßigkeit spendiert. Sehr beliebt sind schokoladige Süßigkeiten wie Karioka oder kleine süß gefüllte Gebäckstücke wie Kalitsounia. Aber ich habe auch schon ab und zu kalte Tiganites bekommen, zusammen mit etwas Honig zum Dippen.

Sie bestehen im Prinzip aus einem ganz normalen Pfannkuchenteig, den es in leicht abgewandelter Form ja fast überall auf der Welt gibt. Im Gegensatz zu anderen Pfannkuchen werden sie jedoch in viel Fett ausgebacken, so dass sie aufschwimmen können und die Form nicht so flach und rund ist wie bei Eierkuchen, Pfannkuchen, Crepes, Pancakes oder Palatschinken.

Sehr lecker
Ursprünglich wurden die griechischen Pfannkuchen mit Wasser hergestellt, heute jedoch werden sie zumeist mit Milch oder einer Milch/Wassermischung zubereitet. Tipp:Damit sie knuspriger werden, fügen viele noch ein kleines Gläschen kretischen Raki hinzu.

Dieser Teig wird ebenfalls zum Einhüllen von Gemüse genutzt. Am beliebtesten sind Zucchini- und Auberginen-Tiganites, aber auch Zucchiniblüten oder Kartoffeln in Backteig kann man hier als Vorspeise (Meze) in den Tavernen bekommen. (…) Diese herzhaften Tiganites werden in Olivenöl ausgebacken. Für die Süßen dagegen bevorzuge ich neutrales Öl z.B. Sonnenblumenöl.

Es gibt eine Tradition in bestimmten Teilen Griechenlands, die mit Tiganites zusammenhängt. Am 30. November ist Sankt Andreas Tag. An diesem Tag muss man etwas in seiner Pfanne backen, sonst macht der heilige Andreas Löcher in die Pfannen. Um dem vorzubeugen, werden an diesem Tag große Mengen Tiganites gebacken, die es dann zum Frühstück gibt und auch in der Nachbarschaft verteilt werden. In diesen Teilen Griechenlands wird der heilige Andreas auch „trypotiganas“ (Loch= trýpa Pfanne= ti̱gáni – Macher) genannt.

So und damit ihr davon verschont bleibt… hier das Rezept, dass ihr spätestens am 30. November machen müsst! 😉

Rezept: Süße Tiganites


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