Aus dem Wetterstudio: Der Meltemi und Baden verboten.

Die griechischen Zeitungen sind voll davon.

Fast jeden dritten Tag ertrinkt jemand an den Küsten Kretas.

Ob in Kissamos, Georgioupolis, Kavros, Rethymno und an vielen anderen Orten im Norden der Insel. Der Süden der Insel scheint kaum betroffen.

Woran mag das liegen?

Daran kann der Meltemi Schuld sein. Seit Wochen weht dieser starke Nordwind und sorgt für hohe Wellen an der Nordküste. Wenn die Wellen auf die Küste treffen, dann muss dieses Wasser auch wieder ablaufen. Es entsteht ein Brandungsrückstrom. Wer in diesen hinein gerät, der hat kaum eine Chance, auf direktem Weg an Land zu schwimmen. Brandungsrückströme erreichen eine Geschwindigkeit bis zu 10km/h. So schnell kann der Mensch nicht schwimmen.

Brandungsrueckstroemung
Achtung: Baden auf Kreta ist nicht ungefährlich.

Also nicht in Panik verfallen. Sich einfach treiben lassen wie im Bild beschrieben und dann rechts oder links aus der Strömung rausschwimmen. Mit Handzeichen auf sich aufmerksam machen, hilft an bewachten Stränden auch.

Wer seinen Urlaub ohne Gefahr verbringen möchte, dem empfehlen wir den Süden Kretas. Auch bei starkem Meltemi ist das Baden hier weitgehend ungefährlich. Von Fahrten mit Schlauchbooten oder Kanus ist allerdings abzuraten. Das kann schnell an der Küste Libyens enden.


streamplus.de

10 gute Gründe für einen Urlaub an der Südküste Kretas.

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Ein Kommentar

  1. Ich war die Tage auf Kreta im Norden in der Region um Rethymno. Leider wurde ich auch Zeuge wie vor meinen Augen jemand im Wasser umgekommen ist. Ein älterer Herr war der Meinung die roten Flaggen an einer schon recht dünn besiedelten Gegend zu ignorieren. An dem Tag herrschte zudem hoher Wellengang. Anfangs fand er es noch spaßig ins Wasser zu gehen um sich von den Wellen ein wenig umwerfen zu lassen. Leider ist er dann wohl in eine Brandungsrückstömung geraten und wurde entsprechend raus aufs Meer gespült und hatte plötzlich Mühe wieder zurückzuschimmen.

    Er war dann zwar vom Ufer vllt. nur 10 oder 15 Meter entfernt, dennoch war es weder mir noch anderen Badegästen möglich, ihm irgendwie zu helfen und wieder aus den Fluten zu ziehen.

    Es dauerte auch Minuten bis wir einen Rettungsring hatten, womit wir uns überhaupt ins Wasser getraut haben. Man will das eigene Leben ja nicht selber risikieren. Irgendwann gelang es dann auch ihn aus dem Meer zu ziehen, nachdem man selber mehrmals im Wellenschlag Waschmaschine gespielt und sich dabei die Ellenbogen auf dem kiesigen Sand aufgeschrammt hat. Das Ganze hat leider auch nochmal entsprechend gedauert. Kein Pulsschlag, kein Herzschlag und keine Pupillenreaktion mehr. Er wurde dann auch vor Ort von Strandbesuchern reanimiert, jedoch ohne Erfolg. Nach gut 30 Minuten kam zudem auch erst die Ambulanz, die auch nicht mehr machte als ihn abzutransportieren. Es machte auch den Anschein als seien Badeunfälle vor Ort an der Tagesordnung. Kein großes Tamtam, sondern unbürokratisch “entsorgt”.

    Hätte man ihm anfangs vllt. selber darauf hingewiesen, dass er nicht ins Wasser gehen soll bzw. wäre die Rettung und Reanimation ggf. schneller bzw. energischer erfolgt, wäre er vllt. noch am Leben.

    Mir hat das wieder mal die Augen geöffnet und gezeigt, wie gefährlich und unberechenbar das Meer ist und wie schnell das Leben hier vergänglich sein kann.

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