Aus Wirtschaft und Politik: Streik von griechischen Apotheken

Streik von griechischen Apotheken

In den letzten Jahren musste Griechenland aufgrund der Wirtschaftskrise viele Neuerungen einführen, von denen die meisten auf wenig Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung stießen. Zumeist ging es dabei um die Sorge, der Lohn falle zu gering aus, um die Kosten des täglichen Lebens zahlen zu können. Dieses Schicksal ereilt nun womöglich auch die griechischen Apothekenverbände.

depon
In jedem Supermarkt erhältlich: Depon, das griechische „Aspirin“.

Denn im Zuge der Liberalisierung sollen Medikamente nun auch in Supermärken verkauft werden können – eine Idee, die bei vielen Apothekern auf Kritik stößt. Seit Ende März streiken viele Apotheken, um gegen diese Entscheidung zu demonstrieren. Eine Tatsache, die zu einer ungünstigen Lage geführt hat: Auf 3,5 Millionen Einwohner im Großraum Athen kommen zum Beispiel lediglich nun mehr 36 Apotheken. Normalerweise sind 3.800 Apotheken geöffnet. Der griechische Staat steckt in einer Zwickmühle: Das streikende Volk auf der einen Seite, auf der anderen die Erfüllung der Voraussetzungen der Troika-Geldgeber für weitere Finanzhilfen.

Das Problem der Medikamente besteht allerdings in der ganzen EU, und wie Versand und Verkauf geregelt werden sollen, beschäftigt nicht nur Griechenland. Seit 2001 wurde EU-weit festgesetzt, dass Medikamente per Onlinehandel bestellt und versendet werden dürfen. Auch diese Entscheidung erhielt nicht von allen Ländern Zuspruch. Deutschland hingegen versendet seit acht Jahren Medikamente über den Onlinehandel – was ebenfalls zu Spannungen geführt hat. Denn durch den Onlinehandel der Apotheken verzeichnen Vor-Ort-Apotheken einen immer geringeren Umsatz, und immer mehr Apotheken konzentrieren sich nun nur noch auf einen Onlinehandel für ihre Medikamente. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass Onlineapotheken eine echte Konkurrenz für alteingesessene Apotheken darstellen. Ein gutes Beispiel dafür ist http://www.medipolis.de/. Ohne ein lokale Verkaufsstelle, sondern lediglich mit einem Onlinehandel und einer professionellen Beratung per Telefon, konnte sich diese Online-Apotheke einen großen Kundenstamm aufbauen.

Kein Wunder also, dass sich immer mehr lokale Apotheken Sorgen um ihren Umsatz machen. Denn wo Zeit knapp ist, bietet sich ein simpler Einkauf per Internet an – auch bei Medikamenten.


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