Ausländische Filmproduktionen in Griechenland – da muss sich was ändern!

Und das finden auch die 26 SYRIZA-Abgeordneten, die den Verantwortlichen der Regierungspartei eine Gesetzgebung vorschlagen, die Steuererleichterungen und weniger bürokratische Hindernisse für ausländische Filmproduktionsfirmen bietet, um sie für Projekte in Griechenland zu gewinnen.

Eine solche Gesetzgebung soll sich positiv auf die Wirtschaft des Landes, das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosigkeit und die Steigerung der Tourismuseinnahmen auswirken.

We keeptalkinggreece.com am gestrigen Freitag berichtete, führten besagte 26 Abgeordnete in einem Brief an den Finanzminister aus, dass das Fehlen eines wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Rahmens immer wieder dazu führt, dass viele große Fernseh- und Filmproduktionen in andere Länder vergeben werden.

Studie aus dem Jahr 2014

Sie zitierten eine Studie von 2014 der Stiftung für Wirtschafts- und Wirtschaftsforschung (IOBE), wonach die Anwerbung ausländischer Produzenten mit weiteren positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft verbunden ist und das Image eines Landes im Ausland aufbaut“.

Nach Schätzungen derselben Studie können die Ausgaben von 25 Millionen Euro aus einer großen Produktion wie der von „Mamma Mia“ in Griechenland das BIP des Landes um bis zu 39 Millionen Euro durch direkte, indirekte und induzierte Effekte erhöhen. Die Gesamterhöhung der Staatseinnahmen aus Steuern und Beiträgen könnte 8 Millionen Euro betragen und was die Beschäftigung angeht, könnte eine einzelne große ausländische Produktion für die Dauer der Dreharbeiten mehr als 755 Arbeitsplätze schaffen.“

Eine Filmproduktion, ob klein oder groß, hat einen indirekten, aber sicher positiven Einfluss auf den Tourismus und die Werbung für Griechenland im Ausland.

Nach der Veröffentlichung der Filme „Mamma Mia“ und „Die Mandoline des Kapitän Corelli“ stiegen die Touristenankünfte an den Drehorten (die Inseln Skopelos und Kefalonia) sofort um 12,5% bis 14%, wobei die positiven Auswirkungen auch nachträglich noch deutlich spürbar seien, so die Studie.

Woran liegt´s?

Die SYRIZA-Gesetzgeber führen den Mangel an Interesse seitens der großen ausländischen Film-Produzenten in Griechenland auf das Fehlen von steuerlichen und wirtschaftlichen Anreizen, auf die nicht-konkurrenzfähigen Produktionsbedingungen und viele bürokratische Hindernisse zurück.

Im September 2015 war es die SYRIZA-Regierung, die den „Super-Spion“ Jason Bourne (Matt Damon) für die neue Filmproduktion aus Unfähigkeit quasi nach Teneriffa schickte, um seine Abenteuer dort zu drehen, statt aus in Griechenland. Dafür beschuldigte der griechische Kultusminister die Produktionsfirma, die Steuerrückzahlungen forderte, die vorherigen Regierungen, die nicht die entsprechenden und notwendigen Gesetze erlassen hatten, und die kurzfristig anstehenden Neuwahlen, die den Erlass relevanter Gesetze durch SYRIZA behinderten. Ist halt doch immer prima, wenn die anderen Schuld allem haben….

Die Hollywood-Produktionsfirma scherte sich darum aber nicht weiter, warf Griechenland ein lapidares „See ya!“ zu und filmte die griechischen Sets auf Teneriffa. Der Film hatte ein Gesamtbudget von 120 Millionen US-$ – die Spanier werden sich gefreut haben….

Filmaufnahmen Teneriffa_griechisches Strassenschild
Hier wird gerade am „Jason Bourne“-Drehort auf Teneriffa ein Straßenschild mit einem griechischen Sticker überklebt….(*)

Immerhin 2 Erfolge in den letzten 16 Jahren!

  • Das ABBA-Revival „Mamma Mia!“ (erschienen 2008) – hier wurden die meisten Outdoor-Szenen im August/September 2007 auf der kleinen griechischen Insel Skopelos und dem Küstenort Damouchari im Pelion-Gebiet von Griechenland gedreht. Auf Skopelos war der Strand von Kastani an der Südwestküste der Hauptstandort des Films. Gesamtfilm Budget 52 Millionen US-$.
  • „Die Mandoline des Kapitän Corelli“ (erschienen 2001 mit einem ganz wundervollen Nicolas Cage in der Hauptrolle, neben Irene Pappas, Aspasia Kralli, Michalis Giannatos und Viki Maraki) – ein toller Film, wunderschön produziert in Kefalonia. Gesamtfilmbudget 56 Millionen US-$.

Und der Vollständigkeit halber noch die traurige Regel zu o.g. Ausnahmen

Griechische bürokratische und wirtschaftliche Sturheit führen dazu, dass weitere große Produktionen, allerdings auch TV-Mini-Serien wie „Das Leben des Onassis“, „Troja“, „Alexander der Große“ u.v.m. in anderen Ländern gefilmt werden – weil´s einfach einfacher ist…

Im Mai/Juni soll hier bei uns eine deutsche TV-Produktion mit Dreharbeiten beginnen. Über deren bürokratische Schwierigkeiten berichten wir in Kürze. „Kreta Inside“ heisst der Arbeitstitel. Darauf kann man gespannt sein.

Radio Kreta – wünscht allen Unterstützern der 26 Petitions-Einreicher viel Erfolg! Filmreif ist das Leben hier eh, jeden Tag!


streamplus.de

(*) Und solltet Ihr mal in die Verlegenheit kommen, in einem fremden Land Straßenschilder in einer anderen Sprache überkleben zu müssen, kann Freund und Partner Markus Euch mit Sicherheit dabei helfen!

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