“Auto fahren in Griechenland ist etwas Besonderes und wird nie langweilig. Selbst wer meint, schon jede nur denkbare Situation erlebt zu haben, wird immer wieder vor neuen Überraschungen stehen.
Der griechische Autofahrer ist phantasievoll und anarchistisch. Polizisten flößen ihm keine Angst ein, er betrachtet sie eher als dekorative Elemente. Ebenso sein Verhältnis zu Verkehrsschildern: ein Abbiegeverbot respektiert er nur, wenn er ohnehin in die erlaubte Richtung fahren will und vor einem Stoppzeichen hält er nur dann an, wenn die Kreuzung total verstopft ist. Der Gesetzgeber weiß das und sorgt vor. Fährt man beispielsweise verkehrt in eine Einbahnstraße hinein, kann es sein, dass man an deren Ende ein Stoppschild vorfindet!” (…)
“Autos kosten in Griechenland viel Geld und deshalb wollen die Griechen auch alle Einrichtungen dieses Luxusgegenstandes benutzen. Die liebste von allen ist ihnen die Hupe, dicht gefolgt von der Warnblinkleuchte. Der Blinker selbst ist leider nicht so populär, denn zum Richtungswechsel und beim Einparken gebraucht der Grieche die vier zuckenden Licher der Warnblinkanlage. Die anderen Verkehrsteilnehmer dürfen dann raten, wohin seine Reise geht. Verwendet man aber als gehorsamer Gesetzessklave beim Einparken den Blinker, kann es sogar vorkommen, dass einen andere Verkehrsteilnehmer belehren, man habe seine Absicht, einparken zu wollen, nicht richtig angezeigt!”
Ein weiterer Auzug aus dem wundervollen “Chaos ist ein griechisches Wort” von Melitta Kessaris, erschienen im Larimar-Verlag. Danke, Melitta, Danke dem Verleger Rolf Thum! Demnächst hier auch Auszüge aus der “Ilias light” – ein Buch, an dem kein Griechenland-Interessierter vorbeikommt. Die “Ilias” in homöopathischen Dosen und netten Reimen in verständlicher Sprache, ein leicht geknieptes Auge wie immer dabei…










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