Bonsai auf griechisch – der Olivenbaum

Japanische Lebensphilosophie trifft auf kretische Gestaltungskraft

Lebende Olivenölbäume im Miniaturformat. Wind, Wasser, Sonne und Gestein lassen pflanzliche Geschöpfe wachsen – bisweilen auf kargen Boden und in Nischen, wo nur ein Überlebenskünstler so wie der Olivenbaum seine Wurzeln treiben kann. Die Rede ist von Leidenschaft, von Bonsais der Extraklasse. Der Mann, der all dies mit äußerster Geduld und Fürsorge begleitet, heißt Michalis Baduvakis, genannt Mike und lebt auf Westkreta, in Kissamos. Neben eigener Bonsai-Gestaltung ist seine Spezialität echte Bonsai, also aufgrund von einengenden Lebensbedingungen wie Felsennischen und Steinmulden auf natürliche Weise verkleinerte Baumformen, sogenannte Yamadori. Auf unzähligen Wanderungen durch die Kretische Bergwelt findet Mike seine Bonsai-Schätze, die er behutsam in ein Gewächshaus umsiedelt. Dann ist Zen; die innere Begegnung zwischen Pflanze und Mensch. Mike unterstützt mit geübter Hand das Gleichgewicht und die Harmonie des Baumes. Er legt Wuchshilfen an und beschneidet behutsam, um ein Ideal zu formen, welches erst im nächsten Jahrzehnt vollendet sein wird. Eine Arbeit in Langsamkeit und stillem Enthusiasmus.

In den letzten Jahren begann Mikes eigene Metamorphose. Aus dem geschätzten Elektriker wurde ein Botaniker mit Gestaltungskraft. Aus Materialien wie Ton, Tropfstein, Stein und anderen Mineralien stellt er seine Töpfe und Schalen selbst her, in denen die Bonsais ihren vollen Zauber entfalten können. Viele Jahre studierte er das nötige Fachwissen, verfolgte Messen und Ausstellungen und probierte aus. Heute kann er kontrolliert arbeiten und kann seine Visionen vom perfekten Wuchs Wirklichkeit werden lassen.

2009 hat Mike seinen eigenen Ausstellungs- und Verkaufsraum in Kissamos eröffnet. Hier kann man alles Wissenswerte rund um das spannende Thema Bonsai erfahren und wunderschöne Exemplare der verschiedensten Baumsorten anschauen und auch kaufen. Angeboten werden neben vielen bekannten Wuchsformen auch Spezialwuchsformen wie Fukinagashi (vom Wind geformte Bonsai), Sekijoku (sichtbares Wurzelwerk umwächst Steine und Felsen) und Neagari (sichtbares, von Regen freigewaschenes Wurzelwerk).

Besonderen Wert legt Mike auf das Wohl seiner Pflanzen; er möchte sich schon sicher sein, dass ein verkaufter Bonsai auch weiterhin fachgerecht gepflegt wird. Natürlich, denn eine oftmals über 10jährige Pflege, Wuchshilfen und Beschneidungen schaffen eine enge Bindung zwischen Mensch und Bonsai.

Quelle: My-kaliviani.com

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Ein Kommentar

  1. Ich war da! groß(bzw. klein)artige Sachen!

    Bei mir verweilen mittlerweile vier (z.T. angehende) Oliven-Bonsais auf der Fensterbank. Mit etwas Feingehühl bekommt man in 2-3 Jahren so etwas hin. Bevorzugt nimmt man dafür wild wachsende Bäume statt Zuchtbäume, da die Wilden kleinere Blätter aufweisen, die in Relation zur Baumgröße einfach besser aussehen.

    Skeptisch bin ich bei Mike’s Bäumen (trotz aller Faszination) was die Altersangaben angeht: Bis zu mehrere hundert Jahre sollen Sie sein. Und das auf das Jahrzent genau angegeben. Woher man das wohl wissen kann? C14?

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