Buchtipp: „Die Tochter des Geigers“ von Dimitra Kapelousou

Hier mal ein Buchtipp von unserem Partner-Sender Radio Korfu. Danke, Maria.

Dimitra-Kapelousou-Die-Tochter-des-Geigers-coverIn ihrem Roman „Die Tochter des Geigers“ beschreibt die Korfiotin Dimitra Kapelousou ihre eigene Biografie. Als Kind in bitterarmen, bäuerlichen Verhältnissen in einer winzigen Hütte aufgewachsen, hat sie ihren starken und mutigen Lebensweg begonnen. Sie wollte Lehrerin werden, ein Ziel, das zu dieser Zeit, Anfang des 20sten Jahrhunderts, als Mädchen noch nicht einmal schulpflichtig waren, in den Augen ihrer Familie und der Dorfbewohner mehr als lächerlich war.

Die Autorin – im Buch heißt sie Elen i- wurde in dem kleinen Dorf Agios Panteleimonas nahe des Pantokrators geboren. Ihr Vater war Geiger auf Dorffesten und Tanzveranstaltungen -durch und durch Musiker, jedoch als Familienvater unzuverlässig. Irgendwann ließ er seine Frau und die beiden Töchter allein zurück.

Die Mutter war stark, bodenständig, arbeitsam und gottesfürchtig. Jeder Tag war für die alleinerziehende Tagelöhnerin ein harter Kampf. Die Idee der jüngsten Tochter, zu studieren, um Lehrerin zu werden, statt wie die Schwester zum täglichen Brot mitbeizutragen, war ihr eine zusätzliche Last.

Aber Eleni kämpft und geht einen harten Weg. Als Jugendliche sieht sie zum ersten Mal Korfu-Stadt, erlebt dort zwar Bildung, jedoch auch nagenden Hunger, Einsamkeit und Entbehrung. Sie erreicht ihr Ziel, wird Lehrerin, doch auch jetzt ist ihr Leben noch nicht leicht. Die ersten Berufsjahre, fernab der Heimat, sind für sie wie eine weitere Prüfung. Ihr tiefverwurzelter Glaube zu Gott, aber auch ihre Überzeugung, dass ihr Weg richtig ist, helfen ihr, weiterzugehen.

Heute ist Dimitra Kapelousou verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt mit ihrem Mann auf dem Peloponnes in einer kleinen Stadt. Sie war Lehrerin, u. a. vier Jahre in Deutschland.

„Die Tochter des Geigers“ ist ein wunderbares Buch, das Mut macht, den eigenen Weg zu gehen und seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die Autorin beschreibt ohne Wehmut und Bitterkeit, dafür mit viel Liebe und Herzlichkeit ihre Heimat, ihr Haus im Olivenhain des Pantokrators und ihre Familie.

Für alle, die Korfu nur als wohlhabende, vom Tourismus geprägte Urlaubsinsel kennen, zeichnet das Buch auch ein Bild vom „wirklichen“ ursprünglichen Korfu, seiner Schönheit, seines Zaubers und des Alltags der Olivenbauern vor Beginn des Tourismus.

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