Bürger sammeln Lebensmittel: Der Norden hilft Griechenland

Heiligenhafen – Ein Grieche aus Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) hat eine Hilfsaktion für notleidende Menschen in seiner Heimat ins Leben gerufen.

„Norddeutschland hilft Griechenland“ heißt die Initiative, die Niko Chatzipanagiotidis (33) gemeinsam mit Paul Heit vor vier Wochen gegründet hat. Sie sammeln vor allem Lebensmittel und Hygieneartikel, aber auch Kleidung für Kinder. „Ich bin unendlich dankbar für das, was die Menschen bisher gespendet haben. Das hätten wir uns nicht einmal erträumt“, sagte Niko Chatzipanagiotidis den LN. Viele Bürger, Firmen und Verbände aus Heiligenhafen und Umgebung sind Unterstützer.


Zwar bestimmten hierzulande Meldungen über Milliardenhilfen für Griechenland das Bild, aber den Menschen dort gehe es rapide schlechter. Besonders Kinder, ältere Menschen und Kranke seien betroffen. „Ich stehe ständig in Kontakt mit Freunden und Verwandten. Die Armut wächst, viele werden arbeitslos. Eltern müssen ihre Kinder abgeben, weil sie sie nicht mehr ernähren können“, erklärt Niko Chatzipanagiotidis.

Er ist zurzeit in Frankfurt, wo die Hilfsgüter verladen werden und morgen auf Lastwagen nach Thessaloniki starten – gemeinsam mit Spenden einer griechisch-orthodoxen Gemeinde in Hessen. Chatzipanagiotidis fliegt heute mit Heiner Wilcken, einem pensionierten Unternehmer, nach Thessaloniki. Ab Montag werden sie die Verteilung organisieren. „Ich bin heilfroh, Deutschland zeigt Herz“, sagt der in Hamburg geborene Grieche, der mit seinem Vater das Restaurant „Orfeo Greco“ betreibt.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager zeigte sich beeindruckt: „Abseits aller politischen und wirtschaftlichen Diskussionen um eine Stützung Griechenlands fragen die Organisatoren hier nicht lange nach dem Wie oder dem Warum, sondern handeln. Diese mitmenschliche Geste, die buchstäblich Brücken zwischen beiden Ländern baut, verdient größten Respekt“, sagte er.

Die Europäische Union hat Griechenland in mehreren Rettungspaketen bisher dreistellige Milliardenbeträge zugebilligt, um das Land vor der Pleite zu bewahren. Gestern kündigte große deutsche Banken an, freiwillig auf einen Teil der Schulden Griechenlands verzichten zu wollen. 2

Christian Risch, Lübecker Nachrichten
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Gute Nachrichten heute von Niko aus Thessaloniki: „Alles klappt reibungslos. Es herrscht große Freude bei den Menschen hier.“

Hier geht es zur Initiative: Nordeutschland hilft Griechenland

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