Busfahren auf Kreta – neulich im Südosten.

Kreta, Ierapetra, 15. Februar 2015

Zugegebenermaßen bewegt sich die Radio-Kreta-Redaktion ja ungern anders, als auto-mobil fort – von den von Mitso eingeforderten 2xtäglichen Gassigängen mal abgesehen, das muss einfach zu Fuss ablaufen (schönes Wortspiel…), bleibt ja aber auch meist am Frauchen hängen – die das zugegebenermassen allerdings auch äußerst gerne tut.

Heute war guter Rat allerdings teuer: sonst immer im Doppel- bzw. Dreierpack unterwegs, mussten sich unsere Wege heute trennen: Herrchen und Mitsos im Auto in den „Outskirts“ unterwegs, Frauchen musste in die Stadt (Ierápetra).

Da war guter Rat zwar teuer, gutes Rad aber nicht: todesmutig schwang sich die Verfasserin dieses Artikels auf ihr Fahrrad mit ich-weiß-nicht-wievielen-Gängen, das allerdings die letzten 15 Monate hier im Gras vor sich hingedarbt hatte.

Bergauf, bergab nach Ierapetra

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Mit dem Fahrrad auf Kreta

Also, das Bike erst mal entgrünen, die Reifen aufpumpen, hoffen, dass die „Plattität“ derselben nicht von fetten Löchern, sondern eben nur von der langen „Parkzeit“ herrühren und zack, bergab, bergauf nach Ierápetra.

Schon auf Höhe des „Minore“ waren, u.a. ob blockierender Vorder- und Hinterradbremsen und Gegenwindes, alle Heimweg-Alternativen gedanklich durchgespielt: mit dem Bus und Fahrrad im Gepäck – mit dem Bus, das Fahrrad in der Stadt zurücklassend – einen Hilferuf an den Göttergatten absetzen, auf dass dieser (Sweet Valentine…) rittergleich auf einem oder auch mehreren PS zur Rettung der Holden angebraust kommt – und viele Alternativen mehr.

Letztendlich lief es auf „mit dem Bus, das Fahrrad in der Stadt zurücklassend“ raus – der brausende Sweet Valentine war noch anderwo verbraten (Frechheit eigentlich…!).

Wie oben schon erwähnt, hat die Redaktion keine allzugroße Erfahrung mit dem hiesigen öffentlichen Nahverkehr – diese sollte sich heute aber um eine erweitern: Stopp in Koutsounari – einer älteren Dame, die ihre Aussteige-Absicht vorher lautstark kundgetan hatte, wurde der Ausstieg an dem von ihr gewählten Punkt gewährt.

Direkt danach fing das Palaver im vorderen Fünftel des Busses an. Ausschlag gab die Frage des Busfahrers: „weiß jemand, wo Soula Papadakis wohnt?“ Antwort(en): „Ja, ja, gleich hier, mach mal langsam, noch 50 Meter, noch 20, so jetzt, hier am Besten, ja hier ist gut“!

Also hielt der Bus gefühlte 100 Meter nach dem letzten Stopp nochmals an, der Busfahrer stieg aus, wuchtete ein Paket aus dem Gepäckraum an den Straßenrand und fuhr fröhlich pfeifend ob der „mission complete“ (Lieferung des Paketes an Soula Papadakis) weiter in Richtung der Haltestelle (die keine ist), um die ich ihn gebeten hatte.

Lidl-Tüten geschnappt und – um eine Erfahrung reicher – ab nach Hause auf’n Berg.

Radio Kreta – wir lieben pragmatische Ansätze und deren Umsetzung. 


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