Das Praktikum und sein Ende

Nach langem Überlegen sind wir nun endlich zu einem Entschluss gekommen: Diesen Artikel wollen wir nun auch in voller epischer Breite veröffentlichen.

Praktikanten: Mike B.(das ist der, der jetzt wüste Beschimpfungen von sich gibt und mit Unterlassungsklagen droht, mon dieu!) und Alexandra M., Praktika: 01.03 – 31.08.2013

Begründung der Kündigung des Praktikumsverhältnisses zum 13. Mai 2013:

Das Praktikum begann am 19.03. mit einem Sprachkurs an einer Sprachenschule in Chania,
Nach dem Umzug nach Paleochora am 01.04., den wir mit ihnen gemeinsam durchgeführt haben, kamen sie dann am 05.04. persönlich an und es vergingen einige Tage der Eingewöhnung. Ein Bericht über den Sprachkurs, wie abgesprochen, ist in keiner Form erfolgt.

Dann folgten Filmaufnahmen im Dorfe und außerhalb – angeblich, denn ein Ergebnis haben wir nicht erhalten.
Nun folgten unserseits nochmals intensive Gespräche über mögliche Formen der Mitarbeit bei Radio Kreta – ein Thema, das im Vorfeld bereits sowohl persönlich, als auch per Mail ausführlich abgehandelt worden war.

Betrüger in der Euro-Familie? Kommt wohl überall vor.

Der erste Artikel, der dann nach Wochen erfolgte, war „Akklimatisierung“, mit der zumindest Mike offensichtlich nicht nur sprachlich die allergrößten Probleme hatte.
Ist ja auch schon ein Hammertrip von Deutschland nach Kreta. Alleine die Zeitverschiebung und dann noch dieses Olivenöl und die sonstigen – Achtung: Zitat!: „Alimente“, die man sich hier so reinpfeift… da kann man sich schon gerne mal 6 Wochen Jet-Lag gönnen!

Mike hatte hochwertiges Gerät dabei, damit – Zitat!: „audiovisuell kreativ gearbeitet werden kann“.
In den kommenden Tagen folgten kleine Videos, deren Form und Inhalt nicht für das Radio bzw. Website geeignet waren.

Mike begab sich ab 19.04 dann für eine Woche nach Deutschland, da er einen Termin beim Arzt hatte. Darüber wurden wir knapp 2 Tage vorher infomiert. Naja, immerhin…!
Er versprach, weiterzuarbeiten, war aber die Woche online nicht zu sehen und hat auch kein Material abgeliefert. Am selben Tag haben wir dann mit Alexandra eine Vernissage besucht, über die sie gerne berichten wollte. Ein Bericht ist allerdings leider nicht erfolgt.

Am 21.04 verschwand dann Alexandra, um ihren kranken Onkel zu besuchen und kam nach vier Tagen wieder. Darüber wurden wir per SMS benachrichtigt.

Nach Rückkehr und vielen weiteren Gesprächen haben wir die Praktikanten dann aufgefordert, einfach mal ganz einfach zu beginnen und jeweils pro Tag einen Artikel zu verfassen (Zitat Mike: „Wir sind keine Reporter, Deutsch ist nicht meine Muttersprache und Alexandra ist ja schliesslich Legasthenikerin“). Die Bewerbung der Beiden war jedoch grammatikalisch perfekt – da hat der Ghostwriter echt gute Arbeit geleistet, chapeau, Monsieur!

Dann traten technische Probleme an Mikes Computer auf. Mein Hinweis, sich hier im Dorf an einen Fachmann zu wenden, wurde nicht beachtet. So konnte dann Mike nicht arbeiten (Mike Zitat: „Normalerweise stellt der Arbeitgeber einen Computer“) – Schade aber auch, aber immerhin ne prima Ausrede….

Unsere weitere Hinweise, dann doch zumindest Audio-Dateien zu erstellen (Interviews, Reportagen etc), wurde nicht beachtet. Keine einzige Audio-Datei wurde eingereicht.
Für unsere Hörer und Leser waren die Praktikanten praktisch und faktisch unsichtbar – und zu hören waren sie auch nicht.

Am 05.05 verschwand dann Alexandra mit den Worten, sie müsse ihre Mutter vom Flughafen abholen und käme erst in 4-5 Tagen wieder. Mein Hinweis, am Flughafen könne man auch prima Interviews mit Urlaubern führen, wurde überschwenglich aufgenommen. Ergebnis nach einer Woche: Null.

Eine Registrierung auf unserer Website, um auch da aktiv mitzuarbeiten, ist nach mehrmaliger Aufforderung bei Mike nach 8 Wochen erfolgt, bei Alexandra gar nicht.

Eigeninitiative ist für die Beiden ein Fremdwort. Online sein und arbeiten ebenfalls.
Bei einem Radio wie auch bei einem Praktikum ist Zuhören ein wichtiges Merkmal. Das wollen oder können die Beiden offensichtlich nicht.

Die privaten Probleme der Beiden miteinander und im privaten Umfeld überschatteten das Praktikumsverhältnis in negativer Weise, der absolut unprofessionelle Umgang mit alltäglichen Situationen ebenfalls.

Fazit: Lieber DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst), liebe KISD (Köln International School of Design) – bitte unterzieht Eure Stipendiumvergabe doch nochmal einer kritischen Überprüfung! In diesem konkreten Falle sind nämlich mal wieder deutsche Steuergelder nach Griechenland getragen worden und zwar für nix und wieder nix. Und da kommt auch nix mehr, weil aus nix wird halt nix.

Nun ja, die Beiden sind jetzt wohl irgendwo anders auf der Insel untergekommen (klar, sonst wäre ja das Stipendium flöten gegangen bzw. hätte zurückgezahlt werden müssen); Mike wohl in einem Hotel – da kann er sich designtechnisch und audiovisuell bestimmt voll verwirklichen – und Alexandra bei einer Zeitung – sicher ein prima Platz für jemandem, der mit Rechtschreibung auf Kriegsfuss steht…

Radio Kreta wünscht den Beiden trotzdem alles Gute, und dass ihre Träume nicht allzu laut platzen!

Alles über Praktikum bei Radio Kreta HIER

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

7 Kommentare

  1. Was ist denn das für ´ne Jugend ???? So eine Chance sich zu entgehen lassen ! Ja , wenn es ans Arbeiten geht, haben viele Probleme !! Hoffentlich lesen diesen Bericht viele , um gefeit zu sein vor solchen Leuten !
    Liebe Grüße aus Wiesbaden
    Marion

  2. Liest sich ja soweit ganz lustig. Zwei Sachen aber sollte man bei Radio Kreta für die Zukunft bedenken:

    1. Praktikanten sind keine billigen Arbeitskräfte sondern sollen etwas lernen. Mit anderen Worten sie sollten nicht alleine losgeschickt sondern angeleitet werden. Ein Praktikant muss übrigens auch kein zur Veröffentlichung geeignetes Material liefern.

    2. Ein Kündigung mit einer so negativen Begründung und dann mit vollen Namen und auch noch dem Namen der Schule zu veröffentlichen ist, juristische gesehen, mehr als fragwürdig. Wenn ich einer dieser Praktikanten wäre, würde ich euch verklagen.

  3. Wow, das ist ja immer noch dicke Luft!
    Also wenn sich bei mir im Reisebüro jemand bewerben würde, der in höchsten Tönen seine künstlerischen Fähigkeiten und seinen Einfallsreichtum lobt, würde ich mich sehr auf denjenien freuen. Auch ich wäre dann gespannt, auf seine Idden, Vorschläge, Entwürfe. Und wenn dieser Praktikant dann trotz diverser Anläufe sich eigenmächtig rar machen würde, anstatt seinen vielgeloben Kopf einzubringen, wäre auch ich ganz sicher sehr enttäuscht.

    Klar sollte ein Praktikant nicht als kostenlose (oder wenigstens extremst billige) Arbeitskraft angesehen werden. Aber das darf ja wohl kaum heißen, dass man die Grundregeln einer Zusammenarbeit – Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit – besser vergessen sollte.

  4. Och, schade, dass die Praktikanten weg sind.

    Ich hatte mich endlich mal auf eigenständige Artikel bei Radio Kreta gefreut, die nicht wie bei Radio Kreta bisher häufiger mal ohne Urheberangaben von anderen Webseiten kopiert waren…

    Aber das wird dann wohl wieder nichts…

  5. Das hatte hier mit Teamwork, Motivation, Seriösität und Respekt einfach nichts zu tun. Wie Sie sehen. Normal, dass es dann irgendwann aus dem Ruder gerät. Auf die Vorwürfe will ich jetzt nicht eingehen. Und ich will auch nicht auspacken. Wofür?

    Auch schlechte Erfahrungen sind Erfahrungen. Und die nehmen wir mit nach Deutschland. Aber auch gute Erfahrungen und neue Erkenntnisse sind mit im Koffer. Schließlich hatten wir beide super Praktika mit super Menschen.

    Sechs Monate Kreta und dann zurück, das ist wie sechs Monate Panzer fahren und dann Automatic fahren.

    So das war jetzt mein letztes Wort. Geia sas!

    p.s.: Mein Name erscheint noch in diversen Tags und Categorien.

  6. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf. Wer einen solchen Artikel mit persönlichen Informationen über Praktikanten schreibt disqualifiziert sich selbst damit. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden nicht eingehalten. Die beiden Redakteure sollten zunächst einen Blick auf das eigenes Verhalten und den niveaulosen Umgang mit jungen Menschen werfen. Im übrigen lassen sich versteckte Aggressionen und eine gute Portion Frust, die aus dem Text sprechen, auch anders verarbeiten. In jedem Fall sollten erwachsene Menschen sich an die eigene Nase packen.
    Ich kann nur hoffen, dass diese Praktikantenstelle gestrichen wird.

Kommentare sind geschlossen.