Der griechische Rembetiko: Kandidat für die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

Der Griechische Rembetiko wurde in die UNESCO-Kandidaten-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen. Der Rembetiko wurde auf der 12. Jahrestagung des UNESCO-Komitees für das immaterielle Kulturerbe der Menschheit in Südkorea im Dezember 2017 in die Liste aufgenommen. Das griechische Ministerium für Kultur und Sport hatte einen Antrag für die Kandidatur eingereicht.

Laut UNESCO-Entscheidung ist der Rembetiko ein musikalischer und kultureller Ausdruck in direkter Verbindung mit Gesang und Tanz, der sich zunächst in der städtischen Arbeiterklasse verbreitete. Rembetiko-Lieder sind heute ein standardisiertes Repertoire für gesellschaftliche Anlässe und tragen zur Erhaltung von Bräuchen und Traditionen einer bestimmten Lebensweise und -einstellung bei. Die Kandidatur fördert nach Auffassung der UNESCO-Evaluierungsstelle die historische, soziale und kulturelle Erhaltung griechischer Traditionen, auch und besonders bei der Jugend.

Tanz hat eine lange Tradition auf Kreta.

Ein paar Hintergründe

Der Rembetiko war zunächst mit den unteren Schichten der Gesellschaft verbunden, einer urbanen Subkultur, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Smyrna (Izmir) in den Küstengebieten Kleinasiens, später in Athen, Piräus und Thessaloniki, vor allem bei Millionen von Flüchtlingen aus Kleinasien in dern 1920er Jahren entstand. Die Wiegen des Genres waren wahrscheinlich die Ouzeri-Tavernen, die Haschischhöhlen (tekedes) mit Wasserpfeifen, Cafés und sogar die Gefängnisse.
Die Musik ist beeinflusst von der byzantinischen Musik, der griechischen Volksmusik der ägäischen Inseln und den arabischen Makams. Die Texte reflektieren die harten Realitäten des Lebensstils marginalisierter Subkultur: Armut, Kriminalität, Alkohol, Drogen, Prostitution, Liebe, Tod und (Über-)Leben.

Der berühmte griechische Komponist und griechische Musiktheoretiker Manos Hatzidakis fasste die Schlüsselelemente der Rebetiko-Lyrik in drei Worten zusammen, die im Vokabular der modernen griechischen „Meraki, Kefi und Kaimos“ (μεράκι, κέφι, καημός – Liebe, Freude und Leid) weit verbreitet sind. Zu den großen Rebetiko-Komponisten und -Sängern gehören Grigoris Asikis, Kostas Roukounas, Vassiliss Tsitsanis, Sotiria Bellou und Roza Eskenasi.

Hier seht und hört Ihr Sotiria Bellou mit „Kaigomai“ (Kαίγομαι) – „Ich brenne“:

Rebetiko ist das fünfte Element, das Griechenland in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen hat. Zuerst war es die Mittelmeerdiät zusammen mit Italien, Spanien und Marokko (2010), das Wissen über den Anbau von Mastix auf der Insel Chios (2014), die Marmorverarbeitung auf Tinos (2015) und das Momoeria (Μωμοέρια) Neujahrsfest in acht Dörfern der Region Kozani-Region in Westmakedonien (2016).

Über die Kandidatur soll 2018 entschieden werden.

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