Der in der Wüste von Kreta einen Wald pflanzt

Von Uli Radespiel

Anfang dieses Jahrtausends begann Joel Grandel damit, in Dytiko bei Lendas Bäume zu pflanzen.

Gemeinhin wächst im Süden der griechischen Insel Kreta am Ufer des Lybischen Meeres bis auf Oregano, Thymian, Salbei und wilden Zwiebelgewächsen wenig außerhalb der überall gegenwärtigen Treibhäuser.

Joel Grandel, ein aus Belgien stammender Musiker mit kretischen Wurzeln, begann ungefähr 2002 in einem kleinen Flußtal in der Nähe des kretischen Dorfs Lendas damit, Bäume zu pflanzen. Anfangs noch angeneidet, erhielt er bald das Nutzungsrecht für das Regenwasser einer nahen Zisterne. Nur durch die künstliche Bewässerung konnten die jungen Bäume, die heißen und extrem trockenen Sommermonate überdauern.

2012 sind die Bäume natürlich noch größer gewachsen und kommen ohne Bewässerung und Schutz aus. Durchgesetzt haben sich aber eher die ansässigen Gewächse. Hauptsächlich Tamarisken. Die Ginkos und viele andere Arten haben die Zeit nicht überdauert.
In mühseliger Kleinarbeit entstand eine Ahnung von Wald an den Hängen des trockenen Flußtals, das auf den “Rimini” genannten Strandabschnitt in Lendas Dytiko mündet.

Unsere Filmaufnahmen stammen aus dem Jahre 2004 und zeigen damit noch die Entstehungsgeschichte.
Joel Grandel – Video aus der Anfangszeit des Baum-Projekts.

Was mich wirklich noch mehr freut ist, dass diese Idee mittlerweile von anderen – ob privaten oder kommunalen Einrichtungen – rege kopiert wird. Überall im Süden auf der Küstenstrasse von Lendas über Kali Limenes nach Matala sieht man neue auf dieselbe Art vor dem Fraß der allgegenwärtigen Schaf- und Ziegenherden geschützte Pflanzungen am Strassenrand. Und jedes Jahr werden es mehr.

Quelle: Rethormusic

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