Der Wind kam von Afrika: Kretisches Tag- und Nachtbuch. Von Peter Ettl.

Dies ist kein Reiseführer.

Es ist ein Reise-Verführer. Eine Mischung aus Tagebuch, Träumen, Visionen. Peter Ettl, mehrfach preisgekrönter Autor, zieht Bilanz seiner Kreta-Erlebnisse, einer Liebesbeziehung mit allen Höhen und Tiefen.

Eine Rezension bei Amazon

Unser Buchtipp.

Meine Hoffnung auf ein gutes, literarisches Werk wurde nicht enttäuscht. Ob er Johannes, den Einsiedler, nachzeichnet oder quasi Stilleben im Angesicht des Meeres entwirft: hier lebt Kreta. Mein Kreta. Ich habe es so oder so ähnlich empfunden. Das ist „mein Gesang“ der Insel, so literarisch, so musikalisch aber auch so empfindlich und bruchstückhaft, so gegensätzlich, wie Kreta nun mal ist. Jeder, denke ich, empfindet „sein Kreta“ anders. Aber ich bin froh, mit diesem Buch, mit diesem Autor, einen ähnlich denkenden und fühlenden Menschen gefunden zu haben.

Was mich so beeindruckt hat:

Diese Mischung aus Träumen und Fantasien und das gänzliche Weglassen von Historie oder touristischem Halbwissen. Was hier geschieht, geschieht in der Fantasie oder im Touristenalltag, allerdings in einem Alltag, der nicht vom belebten Strand und All inclusive handelt. Hier wird auch Tacheles geredet, was die Zerstörung Kretas durch Tourismus und Geldgier angeht, hier wird nicht ein Paradies vorgegaukelt, auch wenn es in manchen Träumen noch existieren mag. Das macht dieses Buch so besonders, so sympathisch. Mag sein, dass es verkannt wird, dass so mancher es als Touristenwerk abtut oder den „Sound“ von Kreta nicht findet, weil er eben einen anderen ihm Ohr hat. Das heißt aber, dieses Buch vollkommen mißzuverstehen. Ich kann doch nicht sagen, ich erwarte etwas und wenn dies nicht erfüllt wird, dann ist das Buch nicht gut.

Ich habe zwar auch etwas erwartet, weil ich Ettls Bücher kenne, aber ich habe mich erneut überraschen lassen – im positiven Sinne. Deshalb: Volle Punktzahl.

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