Die Geschichte der Doppelaxt.

Die Geschichte der Axt

Äxte wurden vor mehr als einer Million Jahren zum ersten Mal verwendet. Die ersten Äxte waren Handwerkzeuge aus Feuerstein, Grünstein oder Schiefer ohne Stiel. Irgendwann lernten die Menschen, die Axt an einem Stiel zu befestigen, um mehr Kraft auszuüben. Ein Durchbruch der Bronzezeit, ca. 3000-500 v. Chr. waren Äxte aus Bronze oder Kupfer, die allmählich die Steinäxte ersetzten. Anfangs war die Bauweise eine reine Kopie der Steinaxt. Äxte dienten auch als edle Waffen oder Zeremonieobjekte.

Nach einiger Zeit wurden auch Gussformen für Axtköpfe hergestellt, so dass Äxte kopiert und, in gewissem Umfang, massenproduziert werden konnten. Während der Eisenzweit, ca. 1000-500 v. Chr., veränderte sich die Axt wieder.

Doppelaxt

Äxte ohne Stiel verschwanden und wurden durch Axtköpfe abgelöst, die über ein Loch für den Stiel verfügten. Äxte wurden außerdem größer und Schneiden breiter.

Die Kultur in Knossos

Um das Jahr 2500 v.Chr. erlebte die minoische Kultur in Knossos auf der griechischen Insel Kreta ihre Blütezeit. Knossos war vermutlich zu dieser Zeit das größte und mächtigste mehrerer Zentren im östlichen Mittelmeer. Der gigantische Palast, Labyrinthwar Sitz der Herrscherdynastie aber auch das politische und wirtschaftliche Zentrum in Knossos. Hier fanden farbenprächtige religiöse Zeremonien und ekstatische kultische Feste statt.

Der Name Labyrinth stammt von dem Wort ‘Labrys’, einem alten griechischen Wort für eine Doppelaxt. Der Name des Palastes, Labyrinth, bedeutet Haus der Doppelaxt. In Knossos wurden in Steine eingravierte Bilder von Doppeläxten gefunden. Man weiß, dass die Doppelaxt in der minoischen Kultur eine wichtige Rolle spielte und das Symbol der Macht war. Ausgrabungen des Palasts von Knossos legten ein Wandgemälde frei, das eine schwer bewaffnete Frau mit einer Doppelaxt in jeder Hand zeigt.

Das Haus der Doppelaxt und die Frau mit den Doppeläxten sind nur einige der Symbole und Darstellungen der minoischen Gesellschaft. Religion und Rituale waren fester Bestandteil der Kultur im Allgemeinen.

Die griechische Mythologie erzählt davon, wie Hephaistos, der Gott der Schmiede, dem Göttervater Zeus mit seiner Doppelaxt einen Hieb auf den Kopf versetzte. Dem gespaltenen Schädel des Zeus soll die erwachsene und bewaffnete Athene, die Göttin der Weisheit, entstiegen sein. Das Ereignis ist auf einer Schale aus dem Athen der Jahre 560-550 v. Chr. dargestellt. Es wurden Doppeläxte aus Bronze aus der Bronzezeit gefunden.

Die Axt als Waffe

Die Axt ist eine der ältesten Nahkampfwaffen der Menschheit. Sie wurde oft sowohl als Waffe als auch als Werkzeug eingesetzt, aber während der Steinzeit und der Bronzezeit traten zum ersten Mal spezielle Streitäxte auf.

Um 2000 v. Chr. kam die sogenannte Streitaxtkultur aus Zentraleuropa nach Schweden. Äxte waren Ritualwaffen und Kultobjekte. Möglicherweise verkörperte die Axt sogar das Göttliche selbst. Diese Doppelaxt aus Stein aus dieser Zeit ist rund 18 cm lang. Die Axt wird im schwedischen Staatlichen Historischen Museum in Stockholm aufbewahrt.

In Skandinavien gewann die Streitaxt in der Wikingerzeit, ca. 800-1100 n. Chr. an Beliebtheit, als die Axt zu einer Art Waffe erster Wahl wurde. In dieser Zeit entwickelten die Schmiede in Nordeuropa Äxte mit längerem Stiel und dünneren Schneiden mit besonders leichten Axtköpfen für den Einsatz im Kampf.

Während des Mittelalters und der Renaissance, 1300-1500, hatten europäische Armeen oft zwei verschiedene Arten von Streitäxten: eine kleine Axt mit kurzem Stiel, die oft am Gürtel getragen wurde, und eine größere mit einem längeren Stiel. Als die Verwendung von Streitäxten weit verbreitet war, kämpften Ritter oft zu Fuß. Es kamen auch häufig Äxte vor, bei denen der Nacken zu einer Eisenspitze zulief und die Hand durch eine Eisenplatte am Stiel geschützt wurde. Im 15. Jahrhundert verwendeten vor allem Ritter in Deutschland und Frankreich besondere Streitäxte, die darauf ausgelegt waren, die Metallrüstung des Gegners zu durchschlagen. Diese Äxte waren schwerer und hatten einen kürzeren Stiel und eine etwas stumpfere Schneide.

Es gab auch große Streitäxte mit einem breiten, langen Kopf und einem langen Stiel. Ein Beispiel hierfür ist die Bartaxt, die oft eine längliche Schneide mit einer säbelähnlichen Krümmung, dem so genannten Bart, aufwies. Diese Äxte waren in West- und Zentraleuropa während des 14. Jahrhunderts weit verbreitet, bevor sie auch besonders in Schweden und Osteuropa zunehmend häufig verwendet wurden.

Forstunternehmen machen die Axtherstellung zu einem Industriezweig

Vor der Industrialisierung wurden Äxte in vielen kleinen Schmieden hergestellt. Die Form und Struktur der Axt wurden durch ihre Funktion, die Anforderungen des Benutzers und das handwerkliche Geschick des Axtschmieds bestimmt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Äxte von Handwerkern und autarken Landwirtschaftsgemeinden für kleine Tätigkeiten verwendet.

Die aggressive Holzfällerei in Folge der Industrialisierung sorgte für eine Vielzahl neuer Kunden von Äxten: Forstunternehmen und professionelle Forstarbeiter. Die steigende Nachfrage nach Äxten führte zur Axtherstellung, die stärkere geschäftliche Interessen verfolgte und in Axtfabriken konzentriert wurde. Massenproduktion und Produktionseffizienz senkten den Herstellungspreis. Äxte wurden zur standardisierten industriellen Massenware, und es wurde viel Energie darauf verwendet sicherzustellen, dass die Äxte die damaligen Anforderungen daran erfüllten, wie ein industrielles Produkt auszusehen hat. Alle Äxte eines bestimmten Modells sollten identisch aussehen.

Äxte werden durch Kettensägen abgelöst

Als in den 1960ern Kettensägen aufkamen, ersetzten sie Äxte bei der Forstarbeit, wodurch die Axtindustrie stark unter Druck geriet. Die Verkaufszahlen für Äxte fielen drastisch, und viele Axtschmieden stellten den Betrieb ein. Die Hersteller, die weitermachten, mussten ihren Betrieb rationalisieren, um die Produktionskosten zu senken und zu überleben. Äxte wurden so schnell und preiswert wie möglich hergestellt, oft auf Kosten der Funktion und der Qualität.

Heute sieht die Produktion bei Gränsfors Bruks komplett anders aus. Fachhandwerk darf so lange dauern, wie es braucht, und die Akkordarbeit wurde abgeschafft. Der wichtigste Aspekt ist die Qualität, nicht die Quantität.

Äxte werden heute in der Landwirtschaft, beim Heimwerken, bei Outdoor-Aktivitäten und so weiter für kleine Arbeiten verwendet, genau wie vor Beginn der Forstindustrie. Die Millionen Kubikmeter an Industrie- und Bauholz, die jedes Jahr in der Forstindustrie verarbeitet werden, haben nie eine Axt von Nahem gesehen. Kettensägen und Vollernter haben die Axt vollständig abgelöst. 

Gute Quelle: Gränfors Bruk Sweden

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