Die Ruhrbarone

ruhrbaroneVom Blog zum Hochglanz-Magazin: Die Macher der „Ruhrbarone“ produzieren ohne Budget ein Regionalmagazin. Das erste Heft ist anders als alle Lifestyle-Stadtmagazine: böse, lustig, melancholisch. Und annähend werbefrei. Den Druck hat ausgerechnet die WAZ-Gruppe bezahlt.

Dieses Magazin ist in jeder Hinsicht größenwahnsinnig.
Großverlage stellen Hefte ein, Regionalzeitungen entlassen Redakteure und da produzieren die Macher des Ruhrgebiets-Blogs „Ruhrbarone“ einfach so ein Heft für eine der ärmeren Regionen Westdeutschlands: 122 Seiten schweres Papier, kaum Anzeigen, Klebebindung, Vierfarbdruck, lange Texte und die Ansage: „Weil kein anderer ein Magazin im Ruhrgebiet herausgibt, wie wir es uns vorstellen, haben wir es selbst gemacht.“

Wie die Herausgeber David Schraven, 39, und Stefan Laurin, 45, sich so ein Magazin vorstellen? Nach ein paar Lesestunden (lange Texte!) mit dem Heft ist klar: Keine Veranstaltungstipps, kein Restauranttest, überhaupt kein Konsumratgeber.
Böse ist das Heft, wo es sein muss. Mit den zehn aberwitzigsten Förderprojekten im Ruhrgebiet (unterirdische Autobahnen, analoges HD-Fernsehen, Transrapid von Dortmund nach Düsseldorf) rechnet das Heft nach diesem Einstieg ab:
„Wer Fördergelder will und für seine Idee richtige Unternehmen nicht begeistern kann, sollte ins Ruhrgebiet kommen. Hier bekommt fast jeder Geld. Wichtig sind ein flotter Projektname und maue Aussichten am Markt.“

So eine Abrechnung würde sich eine Regionalzeitung nie herausnehmen. Das „Ruhrbarone“-Heft trifft auch andere Tonlagen. Darin stehen schräge, traurige und ungewöhnliche Geschichten aus der Region, die stark genug sind, dass sie auch Menschen ohne Ruhrbezug packen.

Mehr über die Ruhrbarone könnt Ihr im Spiegel Online vom 26. Mai nachlesen.

Uli Radespiel, einer der Macher der Ruhrbarone, weilt zur Zeit in Lendas auf Kreta. „Uli, es wartet Arbeit auf Dich“.

Radio Kreta findet die „Ruhrbarone“ mutig! Macht weiter so. Bitte!

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