Die Schulden am Olymp.

Der „Schuldenberg“ Griechenlands!

Servus Mitsos,

heute grüße ich dich mal auf Österreichisch. Meine Zweibeiner ziehen mich ja mehrsprachig auf und Übung macht den Meister. Apropos Übung, mache derzeit so einen Kurs – >wie finde ich im Internet richtige Daten< und nicht solche, die mir vorgesetzt werden, die man mir „reinwürgen“ will, die halt einfach dazu da sind, um davon abzulenken, wie es wirklich aussieht. Kann dir den nur empfehlen, aber steigere dich nicht allzu sehr hinein, denn dann „hauts dir den Vogl raus“, auf gut Österreichisch gesagt.

filos-schirm
Filos unter dem Rettungsschirm.

Stell dir vor, da gibt es Seiten, ein und dasselbe Thema, und du liest genau das Gegenteil von dem, was die einen schreiben/sagen und die anderen behaupten. Da verstehe einer die Welt. Kurz und gut, das Thema Griechenland lässt mich nicht los, bin ja ein echter Hund aus Kreta und diese Insel gehört ja zu diesem schönen Land. Surfe durch das www. gucke mal da, mal dort, überfliege dies und das und, Hoppla, die Seite interessiert mich – http://www.crp-infotec.de/02euro/finanzen/eurozone.html . Ob die unabhängig ist? Alles neutral sieht? Hm, zumindest das Datenmaterial sieht koscher aus. Aktuell, mit Quellenangaben und was sehe ich da und muss ich da lesen? Griechenland ist ja gar nicht so verschuldet!

Das Beste kommt jetzt, halt dich fest, die Statistiken sind von der Europäischen Kommission, der Eurostat, und Griechenland hat ein Schirmchen verpasst bekommen, das wohl deshalb, weil man die am Strand vermieten kann (http://www.crp-infotec.de/02euro/finanzen/grafs/schulden_real_eurozone.gif).

Da sage noch einer dieses Land ist nicht Geschäftstüchtig, Vermarkten das schon toll, findest du nicht auch? Das mit dem Schirm und dem vermarkten nimm mal nicht so ernst, denn es ist ernst genug wenn man die „Verschuldung“ anderer Länder ansieht.

Mit wird ganz schwummelig wenn ich die Zahlen nicht in den dargestellten Zahlen betrachte, die Nullen anhänge, da gibt es Länder, die haben 12 Nullen!!! dahinter. Und dann wird auf unser, deines und meines, Land hingepeckt, weil wir nur 9 Nullen haben. Sind wir hier bei einer Meisterschaft, wer am meistens Nullen hat ist der Sieger? Dann hurtig Mitsos, kauf Futter auf Kredit, dann kommen wir schneller in die Top Drei!

Das alles hat mir keine Ruhe gelassen und obwohl ich normalerweise am Sonntag nichts tue (wie meistens an den anderen Tagen auch, bin ja ein „fauler kretischer Hund“), ich in Mathe mit Einstein konkurrieren kann, mit Statistiken auf du und du bin, habe ich mir die ca. pro Kopf Verschuldung in Euro von fünf Ländern heraus gerechnet (Verschuldung Länder laut Datenquelle Eurostat 04.2015 und Einwohnerzahl laut Wikipedia, nicht auf den Cent, da wird es Statistiker geben, die es auf den Cent/Lepta genau rechnen können, doch mit meinen Wuschelohren habe ich trotzdem gewackelt).

Zunächst das Heimatland meiner Zweibeiner, Österreich, pro Kopf 32800€/Italien 35700€/the Winner is Belgien 38200€. Dann wird es spannend, wie wird das „Duell“ Griechenland/Deutschland ausgehen. Na klar die „Piefke“ stapeln mal wieder tief – Deutschland 27100€ vs. Griechenland 28800€. Da wird der Rest von Europa aber schön schauen, wenn die Griechen das „Volkswirtschaftlich relevante“ zum „raschen Schuldenabbau beitragende“ zur „Wirtschaftsankurbelung gedachte“ Sparpaket umgesetzt haben.

Da werden die Investoren Schlange stehen in Hellas. Und dann – ha, Griechenland wird die pro Kopf Verschuldung drücken, drücken, drücken und die Nummer EINS in Europa werden, quasi ein Vorzeigeland! Was meinst du, sollen wir diese Statistik einigen Politikern, Wirtschaftstheoretikern, Statistikern usw. unter die Nase halten? Oder doch eher den „Schirm“ über deren Köpfe halten, welchen man Griechenland (und Portugal und Zypern) „übergestülpt“ hat! Denn heiß ist es ja dort oben im Norden (soll an die 40Grad haben, da lobe ich mir Kreta) und Hitze soll ja für gewisse Denkfähigkeit nicht förderlich sein und es soll sogar schon Fälle von, auf altgriechisch Enkephalos (Erweichung) gegeben haben.

In diesem Sinne, grüße dein Rudel und ta leme, dein nordkretischer Freund Filos

PS: Falls du eine gute Nacht („Gruselgeschichte“) Lektüre zum Einschlafen brauchst, ist zwar schon länger her und das Kurz- oder Langzeitgedächtnis mancher ist ja nicht unbedingt gegeben (www.eu-info.de/euro…/defizit-verfahren-deutschland-stabilitaetspakt/) . Toll habe ich gefunden von „kann“ und „muss“ zu lesen. Bedeutet dies, je nachdem wer oder was ich bin, ich lege mir es mir aus, wie es mir passt? Das würde ja für uns zwei bedeuten, ich „kann“ aber „muss“ nicht Lacki oder Gacki machen beim Gassi gehen. Ob ich heute ruhig schlafen kann? Wollen mal hoffen, dass es andere können!


streamplus.de

Unser Buchtipp: „Krise! Krise! Schulden am Olymp“. Von Edit Engelmann.

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3 Kommentare

  1. Netter Versuch, die Dinge aus anderer Perspektive zu sehen! Aber naturgemäß oder eher nationalökonomisch argumentiert geht es um die Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Da kann GER mit 74,7 % punkten, während GR mit 177,1 % einsame Spitze bei den Statistikern ist. Varoufakis hat deshalb immer wieder mit Recht und Nachdruck darauf hingewiesen, dass eine derartige Schuldenlast nicht tragbar ist. Und der IWF rechnet schon vor, dass in etwa einem Jahr GR die 200%-Marke erreichen wird. Das ist eben der historisch größte makroökonomische Unsinn, der Ellada aufgezwungen wird!

  2. so so der Schuldenstand von 2014 – der erscheint mir doch recht archaisch, wenn man sich denn die Neuverschuldung Spaniens und Italiens allein in den letzten 6 Monate anschaut. Im Vergelich dazu sind die orthodoxen Christen echte Sparscheine. Übrigens – Schulden werden nicht am Olymp gemacht – Das Land ist meines Wissens seit geraumer Zeit christlich Regier – Das sollten auch jeder koschere Zwergpinscher in der Ostmark endlich akzeptieren und nicht die Chuzpe haben, bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Vermächtnis der Hellenen zu verunglimpfen. Korrekt adressiert wäre Berge Athos oder das Patriarchat von Konstantinopel. Ansonsten ist dem Kommentar von Herrn Gourgai nichts hinzuzufügen.

  3. Wenn die Kreditbedingungen für Deutschland und Griechenland identisch wären, wäre die Situation für letzteren Staat sicherlich angespannt. Aber schon 2012 hat man beispielsweise die zinsfreie Zeit um 10 Jahre verlängert und die Zinsen reduziert. Interessant für die Tragfähigkeit sind in erster Linie die tatsächlichen jährlichen Belastungen, und wie unter anderem http://www.voxeu.org/article/debt-sustainability-puzzles-implications-greece ausführt, sind diese bei Griechenland durch die hauptsächliche Finanzierungsart von dem Verhältnis Schulden zu BIP mittlerweile sehr weit entfernt.

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