Die Wahrheit über Wein „Bag in Box“.

Retsina. Sollte auf keinem Fest fehlen.
Im Karton: Lecker Retsina

Die Bag-in-Box (BiB) ist ein Pappkarton, in der sich ein mit Wein gefüllter Plastikschlauch befindet. Das klingt im ersten Moment sehr technisch und wenig “weinromantisch”. Letzteres soll es eigentlich auch gar nicht sein.

Der BiB ist gemacht für Leute, die Wein trinken und nicht sammeln und zelebrieren. Der Inhalt ist in der Regel drei Liter, also vier Flaschen. Es gibt auch BiB, in die zehn Liter reingehen. Die sind allerdings meistens für den Ausschank in der Gastronomie gedacht.

Die Technik der Doppelverpackung ist als Flüssigkeits-Behälter aus Ziegenhaut (Weinschlauch) schon seit der Antike bekannt; das Aussenfell kann dabei durch den Kondensations-Kühlungseffekt bei entsprechender Befeuchtung die innenliegende Flüssigkeit kühl halten.

Das Image der BiBs ist schlecht. Zumindest in Deutschland kann man das so feststellen. Der Tenor ist in der Regel:”Wein gehört nicht in einen Pappkarton oder eine Milchtüte, sondern in Flaschen mit einem Korken drauf.” Das Ganze am liebsten dann möglichst billig und in einer überdurchschnittlichen Qualität.

Ein weiteres und weit verbreitetes Vorurteil ist die Annahme, dass Wein im BiB grundsätzlich schlecht und von minderer Qualität ist. Das mag für einige sicherlich auch zutreffen, aber eben nicht für alle. Es spricht nichts dagegen, einen Wein von guter Qualität in diese Boxen zu füllen.

BiBs sind seit Jahren weltweit auf dem Vormarsch. Die Verkaufszahlen steigen stetig und konstant. Selbst in Krisenzeiten. Abgesehen von der Tatsache, dass sich der Wein bis zu sechs Wochen(!) im Anbruch ohne Qualitätsverlust hält, gibt es auch einen preislichen Vorteil. In der Regel ist der BiB 40 Prozent günstiger als der vergleichbare Wein in Flaschen. Und, wenn man sich einmal die Ökobilanz ansieht, ist der Bag-in-Box fast unschlagbar.

Bei der Gegenüberstellung von vier Flaschen Wein und einer drei Liter Bag-in-Box kommt man zu folgenden Ergebnissen: Der BiB verbraucht 91 Prozent weniger Verpackungsmaterial und verursacht dadurch 79 Prozent weniger CO2-Emission. Ebenso werden beim Transport auch noch einmal 75 Prozent weniger Co2 Emissionen verursacht. Da stimmt dann auch die Ökobilanz.

Die meisten Verbraucher in der Welt die Wein einfach nur trinken, wissen diese Art der Verpackung zu schätzen. In den USA werden heute schon über ein Drittel der “Trinkweine” im BiB vermarktet. Tendenz steigend. In den skandinavischen Ländern sieht es genauso aus. Hier in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren eine leichte Bewegung zu verspüren. BiBs werden langsam etwas salonfähiger.

Der Weinhändler Jacques Weindepot verkauft diese Behältnisse schon seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Allerdings hauptsächlich Weine aus dem Ausland. Und obwohl Jacques und auch die Metro mit diesen Weinen einen großen Erfolg haben, hört man doch fast keinen davon reden. Beinahe so, als ob man sich schämen müsste.
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Auf dem Weg in´s Tonstudio mit so einer Bag in Box Kiste? Da schämt man sich ja wirklich.

Deshalb bevorzugen wir die modische Variante. Als Umhängetasche kann sie wahlweise r. oder l. getragen werden.

r. = Rotwein
l. = Landwein

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3 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel! Es gibt immer mehr Menschen, die einen guten Wein in Bag in Box zu schätzen wissen. Leider gibt es auch genug Kritiker, meistens haben sie sich aber nicht von der Genialität des Weinschlauchs überzeugt oder wenn, dann nur mit abgefüllten minderwertigen Weinen, die leider zu oft im Handel angeboten werden.
    Bag in Box fasst ganz sicher auch in Deutschland irgend wann einmal Fuß, auch wenn es die unverbesserlichen Kritiker nicht mögen!

  2. Zumal die Auswahl an diesen Weinen BiB sehr gering gehalten ist, mit den meisten Weinen steht man mit Kopfschmerzen auf. Deshalb greife ich immer noch zur Flasche :-). Wünsche noch einen schönen Sonntag, Andrea

  3. jörg, kompliment!
    endlich lese ich einen fairen bericht über den wein in der bib.
    in den usa, and about wines they know better then many others….., sogar mondavi benutzt für ihren guten und great napa valley zinfandel auch die bib!
    und die mehrheit der kürzlich gewordenen pseudogourmet-teutonen?!?
    well, und wenn sie nicht wollen, sie sollen weiter ihren discountwein in der flaschen nach oben ohne aufzug schleppen und für diesen fall ihren besserwisserischen ego-ecotrip ignorieren.
    alzoh jörg, weiter zo!
    ein südländischer weinkenner

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