Mythos Tisch

Ein griechisches Nationalgericht: Patsas.

Die Scheffredaktion auf dem Weg nach Heraklion mit kleinem Stop-Over in Chania – „Business-Frühstück“ nennt man sowas wohl. Heute gab´s mal keinen Lachs, Kaviar und Champagner sondern ein gediegen kretisches Gedeck: Patsas und Bier.

Bier kennen alle, aber was ist wohl „Patsas“?

Nun, die Antwort bekommt Ihr hier in Auszügen von Joannis vom Blog Malathounis:

„PATSAS wird Ihnen schmecken!“. So oder so ähnlich werden es Dir die Restaurateure in Griechenland sagen. Und was kannst Du Ihnen antworten? Dieses Gericht ist optisch sicherlich nicht besonders attraktiv. Sieht aus, wie schon mal gegessen, könnte man sagen…

Morgens in der Markthalle von Chania.

Aber was genau ist Patsas? Dies ist eine Frage, die viele Menschen schon beschäftigt hat, die wesentlich klüger sind als ich. Die Attraktivität dieses Gerichts scheint auch in vielen spanisch-sprechenden Ländern dieser Erde ungebrochen zu sein, wo man dieses Gericht „Tripes“ nennt… (Anm.d.Red: das Gericht heißt dort „Sopa de Tripas“ oder „Callos“ – Kutteln)

Patsas ist schlicht und einfach eine Suppe vom Darm des Schweines. Ich denke, es ist ein Schwein. Vielleicht ist es auch von der Kuh oder der Ziege oder vom Schaf… . Aber wenn es um die Därme von Tieren geht, ist es den meisten Leuten wirklich egal über welche Art von Tier wir sprechen. Entweder man mag Patsas oder nicht. In Griechenland findet man nicht wenige Leute die sagen: “Ich liebe einfach dieses Gericht vom Schwein. Aber Eingeweide vom Lamm schmecken mir auch“.

Anders gesagt: Entweder man mag alle Därme oder sie alle machen einen krank. Also, ob es nun Darm vom Schwein, Lamm oder Schaf ist, oder ich habe sogar schon gehört, daß der Darm eines Esels in Patsas verwendet wird, es ist einfach egal.

Eigentlich ist Patsas – wie Kutteln – ein einfache Arbeitermahlzeit. Manche essen es zum Frühstück, in weißer Mehlschwitze mit Zitrone, und manchmal ist es tatsächlich ein Abendessen oder ein Mitternachtssnack. Und es gibt Patsa-Restaurants in jeder Stadt Griechenlands, vielleicht mit Ausnahme von Mykonos, und Du wirst immer Menschen finden, die Patsas essen; sei es morgens, mittags oder abends. Und es gibt diese großen Schilder in den Fenstern der Restaurants, die mit Stolz verkünden: „WE Serve PATSA“….

Die Liebhaber dieser Speise meinen, Patsas sei gut gegen einen Kater und daß es gut sei für das Blut, genau wie eine große Schüssel japanische Miso-Suppe. Ich glaube das alles nicht. Nicht, dass ich sie nicht jemals ausgiebig gekostet hätte. In der Tat, die einzigen Male die ich Patsas gegessen habe, war, wenn ich zu betrunken war, um über das, was ich da aß nachzudenken. Aber es war eine angenehme Erfahrung. Ich war mit einigen Kumpels, Griechen und Auslandsgriechen, eine Nacht in Chania und vom Retsina ziemlich angeheitert.

Morgens in Chania.

Morgens um neun gab es dann heiße Patsa in der Markthalle. Und wir hatten eine ziemlich vergnügliche Zeit mit dem Versuch zu erraten, aus was für einem Teil des Tieres dieses seltsam aussehende Stück Fleisch stammte. Du siehst, Patsa ist nicht nur der Darm. Man wirft auch Teile der Magenwand und alles was handlich und nicht zu toxisch aussieht in diese Suppe. Der Geruch kann entweder interessant oder abstoßend sein. Manche sagen, diese Suppe riecht wie ein Bauernhof. Auch ich habe schon unangenehme Gerüche festgestellt. Wie aus einer Müllverbrennungsanlage… Aber gutes Patsas sollte keinen unangenehmen Geruch haben. Auch nicht für empfindliche Gemüter….“

Weitere Details zu dieser fragwürdigen Delikatesse gibt es hier.

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