Ein Interview mit dem Dirigenten Georgios Petrou.

Heute wollen wir Euch mal – ganz in unserem musi(kali)schen Auftrag – einen besonderen Zeitgenossen vorstellen, der mittlerweile zu Weltruhm gelangt ist: George Petrou (Γιώργος Πέτρο) ist ein griechischer Dirigent der klassischen Musik, insbesondere der Opern von Händel. Seine Aufnahme von „Alessandro“, mit seinem eigenen Ensemble „Armonia Atenea“ wurde bei den International Opera Awards ausgezeichnet.

George Petrou wurde in Griechenland geboren. Er studierte Klavier am Athener Konservatorium, dem Royal College und der Royal Academy of Music in London. Er hatte eine erfolgreiche Karriere als Konzertpianist, wandte sich aber allmählich dem Dirigieren zu und erlangte schnell Aufmerksamkeit, was zu einer blühenden internationalen Karriere führte. Er hat besonderes Interesse an der Musik des 18. Jahrhunderts, ist aber im klassischen und romantischen Repertoire gleichermaßen zu Hause. George Petrou ist künstlerischer Leiter des renommierten Athener Orchesters „Armonia Atenea“, mit dem er ausgedehnte Tourneen und Aufnahmen sowohl auf historischen als auch modernen Instrumenten durchführt.

Hier ein sehr interessantes Interview mit Georgios (griechisch mit englischen Untertiteln):

Neben seiner breiten Palette an symphonischer Musik hat er sich einen Ruf als Operndirigent erworben, wobei er sich auf die historisch informierten Praktiken nicht nur in der Barockmusik, sondern auch im späteren Repertoire spezialisiert hat. Darüber hinaus hat er ein lebhaftes Interesse an der Inszenierung von Musiktheaterproduktionen entwickelt und kürzlich mehrere erfolgreiche Produktionen unterzeichnet. Zu den Höhepunkten der Saison 2016/17 gehören die „West Side Story“ im Megaron (in eigener Regie), „Siroe“ von Hasse an der Oper Lausanne und Staatstheater Wiesbaden, Vivaldis „Orlando Finto Pazzo“ an der Korean National Opera (Seoul), Gluck´s „Orfeo“ am Theater St. Gallen, „La gazza ladra“ am Teatro Petruzzelli, Händels „Arminio“ am Staatstheater Karlsruhe und Krakau und Konzerte am Theater Champs-Elysées, ein Auftritt bei den Salzburger Frühlingsfestspielen und den Internationalen Händelfestspielen in Halle, Auftritte beim Festival de Beaune, Theater an der Wien, Opera Rara – unter vielen anderen.

Ein Pionier der Wiederbelebung der griechischen Operette

Er ist einer der wichtigsten Pioniere für die Wiederbelebung der griechischen Operette des frühen 20. Jahrhunderts, die in Athen neue Produktionen der Operetten Pik Nik, Halima und The Godson von Theophrastos Sakellaridis dirigiert. Mehrere von George Petrou’s größten Erfolgen waren Opern von Gluck. Er dirigierte Alceste (im Megaron von Athen mit Anna Caterina Antonacci in der Titelrolle und an der Oper Leipzig in einer Neuproduktion von P. Konwitzny), Orphee an der Griechischen Nationaloper, Iphigénie en Aulide im neu erbauten Onassis Cultural Center und das erste moderne Wiederaufleben von Il trionfo di Clelia am Megaron, mit großem Beifall.

Frühere Aufträge umfassen Donizettis Anna Bolena sowie Händels Theodora in Athen, Lullys Phaeton und A. Scarlattis Il Tigrane am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken, Händels Oreste, Arianna in Kreta, Tamerlano, Giulio Cesare. Im Konzert arbeitet er regelmäßig mit renommierten Orchestern wie dem Gewandhaus, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Concerto Köln, dem Pomo d’oro, dem B’Rock, dem Berner Symphonieorchester, dem Athener Staatsorchester, den Bratislavaer Philharmonikern, der Musica Viva (Moskau ), das New Russia Symphony Orchestra.

George Petrou wurde kürzlich als Associate der Royal Academy of Music in London (ARAM) ausgezeichnet und erhielt von der französischen Regierung den Titel „Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres“.

Pressefoto_Armonia_Atenea
George Petrou in seinem Element.

Ein paar sehr positive Kritiken

„Alessandro begeisterte das Publikum in Salle Pleyel. Es ist eine Aufführung von höchster Qualität. Von den ersten fünf Noten der Ouvertüre hat das 16-köpfige Orchester Armonia Aténéa unter der Leitung von George Petrou das Publikum der Salle Pleyel mit Händels voller Pracht. Als eines der bemerkenswertesten Nachwuchstalente der neuen Generation barocker Dirigenten wusste der energische und doch sensible George Petrou einfach, wie man sofortige Händelsche Magie schafft.“ (Bachtrack, über „Alessandro“ von Händel, in der Salle Pleyel)

„Petrous Führung manifestierte sich durchweg angeborener musikalischer Sinn: Seine expressive Leitung und Fähigkeit, die Musik in eine ideale Form zu bringen, zog Musik von Vitalität und Vitalität an. Petrou ist ein großes, neues Phänomen in der Barockszene, und er wird sicherlich viel mehr bemerkenswertes erreichen.“ (Classical Source, über das Konzert mit dem Titel Griechische Mythen bei den BBC Proms)

„Am Pult stand der griechische Dirigent George Petrou. Sein schlichter, nüchterner Dirigierstil schuf ein klares, transparentes Klangbild, das vom Ensemble perfekt umgesetzt wurde und die Dramatik der Partitur herausarbeitete. Ob zarte, lyrische Stellen oder dramatisch aufgeladene Passagen, das Instrumentalensemble „Armonia Atenea“ traf stets die richtige Atmosphäre.“
(Bachtrack bzgl. Zingarelli’s Giulietta e Romeo, beim Salzburger Frühlingsfestival)

„Er hat diese Musik des jugendlichen Heißsporns Mozart mit einem Drive spielen lassen, mit so viel Schwung und Delikatesse, dass es einen förmlich mitriss. Nun kommt er aus der Alten Musik – er hat ja selbst ein Ensemble mit historischen Instrumenten, hat bereits preisgekrönte Aufnahmen damit gemacht. Und er hat schon viele große Orchester dirigiert. Aber wie er diesen jungen Mozart heute Abend zum Besten gab, das hat alle Erwartungen übertroffen. Die Musiker des Mannheimer Nationaltheaters spielten auf modernen Instrumenten, aber Petrou hat sie zu hörbar historisch informiertem, zu immer wieder stürmischem Spiel animiert, er hat sie übrigens übrigens vom Cembalo aus sehr fantasievoll begleitet. Man war sprachlos. Und so mancher dürfte sich in die Musik dieses Stücks verliebt haben heute Abend.“
(Deutschlandradio Kultur über Mitridate von Mozart, am Nationaltheater Mannheim)

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Quellen: lovegreece.com, youtube und Wikipedia.

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