Ein paar Fragen an: Jannis Plastargias

DAS INTERVIEW ZUM LESEFESTIVAL
Guten Morgen aus Kreta. Im Rahmen dieser Serie wollen wir Ihnen vorab alle Autoren/Innen vorstellen, die an unserem Festival teilnehmen. Heute ist Jannis Plastargias unser Gast:

jannis-plastargias
Jannis Plastargias

Jannis Plastargias, geboren am 6.7.1975 in Kehl am Rhein, an der französischen Grenze, nach Studium des Lehramts und der Pädagogik (Interkulturelle Erziehung) in Karlsruhe nun wohnhaft in Frankfurt, ist dort auch Stadtteilhistoriker 2012 – 2014. Arbeitet als freier Autor, Blogger und Kulturveranstalter. Er hat eine Reihe im Online-Kulturmagazin Faustkultur: „Das halbe Wort“, welche den Schwerpunkt neue Literatur von Autor/innen nicht deutscher Herkunft hat. Er ist Erwachsenen-Juror beim rheinland-pfälzischen Jugendbuchpreis „Goldene Leslie“, arbeitet als Kultur-Redakteur bei Radio X (Magazin Radiosub) in Frankfurt und ist außerdem Vorstand beim Verein Sprich! Plattenbaugefühle war im Oktober 2011 sein erster Roman, seitdem veröffentlicht er regelmäßig neue Werke.

Links: http://schmerzwach.blogspot.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Jannis_Plastargias

Und hier ihre/seine Antworten auf unsere Preisfragen:

1. Wenn Sie nur 5 Worte haben, um sich selbst zu beschreiben. Was würden Sie sagen?

Mir reichen fünf Worte nicht. 😉

2. Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind und als Jugendlicher?

Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen von Selma Lagerlöf

3. Was lesen Sie heute am liebsten?

Philip Roth und Siri Hustvedt mag ich gerne, Philip K. Dick ebenso

4. Gibt es auch Bücher, die Sie nur gezwungenermassen gelesen haben?

Na klar, jede Menge. Einerseits in Schule und Studium – besonders grauenhaft fand ich „Ein weites Feld“ von Günter Grass, andererseits begegnen mir als Juror bei der Goldenen Leslie regelmäßig schauderhafte Werke. Auch als Rezensent musste ich einige miese Bücher lesen…

5. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Im Grunde genommen schreibe ich schon immer, meine Deutsch-Lehrerin war eine sehr gute: sie trieb uns nicht nur an zu lesen, sondern auch unsere eigenen Geschichten zu erzählen.

6. Welches Genre lesen Sie selbst am liebsten?

Ach, ich bin da nicht so festgelegt: Ein gutes Buch ist ein gutes Buch.

7. Wer ist für Sie der bedeutendste lebende Mensch?

Schwierige Frage, ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Zurzeit ringt Nelson Mandela um sein Leben. Dem wünsche ich, dass er noch eine Weile auf Erden wandeln darf. Er wäre sicher ein Kandidat. Aber da gibt es auch noch andere...

8. Wen bewundern Sie am meisten?

Wieder so etwas Schwieriges. Ich bewundere einige Leute, denke ich. Ich bewundere Menschen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um Mitmenschen zu retten, um für sie einzutreten, um für sie zu kämpfen.

9. Wenn eine gute Fee vorbei käme und Sie hätten drei Wünsche frei. Was würden Sie sich wünschen?

Gesundheit bis zu meinem späten Tod, die Freiheit, das zu tun, was ich am meisten liebe: was mit Büchern – und dass die ganze Zeit Sommer ist, wo ich mich befinde.

10. Sie nehmen an einem dt.griech. Lesefestival teil. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihr Verständnis des dt.-griech. Verhältnisses und wie Sie denken und was Sie sich für die Beziehungen beider Länder wünschen.

Ich habe sogar ein Buch geschrieben, in dem ich mich als Deutscher mit griechischen Wurzeln über das Griechisch oder doch Deutsch sein beschäftige. Aber wie das Verhältnis ist? Ich glaube, dass es sich durch die Krise verschoben hat. Früher war man in Deutschland positiver eingestellt, was Griechenland anging. Da hat man mit einem Zwinkern gesagt, dass die Leute nicht unbedingt ein Ausgeburt an Fleiß und Sparsamkeit sind, aber die Schönheit des Landes, die angebliche Gastfreundschaft, die jahrtausendealte Kultur – all das überwog die Meinung, ließ das andere, was man nicht so super fand, total in den Hintergrund treten. Mit der Krise allerdings beschränkte man sich plötzlich fast nur auf die Schulden. Ressentiment wurde noch zusätzlich durch die Medien geschnürt, weil immer davon geschrieben wurde, wie sehr „die Griechen“ die Deutschen hassen, als Nazis beschimpfen. Ich tue mich auch mit dieser Frage etwas schwer, den im Grunde genommen, sind ja die Politiker, die Regierungen am Verhältnis einzelner Staaten zueinander schuld…

11. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass diese nette Fee zu mir kommt…

Das Interview führte unsere Freundin Edit Engelmann, die Initiatorin der ersten Lesefestivals auf Kreta.

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