Ein tolles (Un-)Kraut: Portulak.

Als wir unser neues Haus und das dazugehörige Gelände (ein „naturbelassener“ Garten, es wächst, was halt grade wachsen will) hier ca. 5 km außerhalb Paleochoras im Südwesten Kretas auf ca. 200 Metern über NN gemietet haben, haben wir natürlich auch besagten Naturgarten erforscht.

Und siehe da – wir haben Dinge gefunden, die uns entweder überrascht oder ins Grübeln gebracht haben. Hiermit meine ich nicht achtlos weggeworfene Frappé-Plastikbecher oder sonstiges Plastikzeugs, sondern eine Palette von Pflanzenarten, die wir nicht kannten.

Auf die Frage „was ist das?“ bekam ich meist die Antwort: „Falsche Frage, ist nämlich egal WAS es ist; die RICHTIGE Frage ist doch: Kann man es essen?“  Nun, und diese Frage treibt uns bis heute bei allem um, was hier so kreucht und fleucht.

glistrida
Auch lecker: Glistrida.

Hier nun unsere Erfahrung mit einem ganz besonderen Gewächs, das wir von ca. Mai bis Ende September/Anfang Oktober in besagtem Wildbiotop beheimaten: Portulak.

Hat sicher fast jeder schon mal irgendwie gehört, aber was ist das eigentlich? Wir haben todesmutig erst mal die Probe auf´s Exempel gemacht, einen Zweig abgerupft, kurz abgespült und dann einfach reingebissen. Hmmmmm, salatig und vor allem irgendwie nussig im Geschmack. Nicht bitter, nicht sauer, irgendwie lecker. Ein Freund fasste es in einem Wort zusammen und brachte es auf den Punkt: „Interessant“. Heißt bei ihm zwar „wenn ich´s nicht mehr kriege, ist auch nicht schlimm“, aber das ist halt Geschmackssache.

Ein anderer Bekannter fragt immer mal wieder nach dem „Heckenschnittsalat“, der ihm als bekennenden Karnivoren offensichtlich doch sehr gemundet hat und der ihn besser als „interessant“ findet….

Dann gingen wir das Thema pseudowissenschaftlich an, d.h., wir haben einfach „Portulak“ gegoogelt. Et voilà – ein Allrounder aus der kretischen Natur! Hier eine Kurzbeschreibung dazu – ein paar passende Rezepte findet Ihr in unserer Rezepte- Kolumne:

Portulak ist ein wucherndes Garten-(Un-)Kraut, das man als Salat essen kann. Daher wird Portulak auch manchmal gezielt angebaut. Praktischerweise hat dieses “Unkraut” außerdem Heilwirkungen. So kann er z.B. Kopfschmerzen lindern und hilft bei Nervenproblemen. Durch seinen Vitamin-C-Gehalt wirkt er auch gegen Skorbut und durch Vitaminmangel bedingte Zahnfleischentzündungen. Portulak verwendet man am besten frisch als Salat oder Gemüse. Man kann auch einen Saft aus frischem Portulak pressen, mit Joghurt vermischen und sofort äußerlich anwenden, z.B. bei leichten Verbrennungen oder Sonnenbrand.

Portulak heißt auf Griechisch „Glystrida“ (Γλυστρίδα) und wird – ziemlich überteuert – auch seit nicht allzu langer Zeit während der Saison wieder in Tavernen als Salat angeboten.

Leider kann man dieses geniale „Unkraut“ nicht einfrieren, aber man kann es roh essen, in Salaten zusammen mit Granatapfel- und Pinienkernen verarbeiten, sogar gekocht als Gemüse oder Suppe zubereiten – oder aber zur Haltbarmachung einlegen.

Die passenden Rezepte findet Ihr auch hier bei uns – bleibt dran, es lohnt sich, weil einfach (und) lecker!

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Mehr gute Rezepte und schöne Geschichten gibt es auch in unserem Buch „Kreta mit allen Sinnen“.

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Ein Kommentar

  1. lecker…hier in good ol‘ Germany wird Portulak teuer im Bioladen verkauft. Schmeckt wirklich gut, insbesondere als Mixsalat mit Feldsalat und Co. Liebe Grüße. Es weihnachtet sehr !!!!

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