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Ein Zahnarztbesuch auf Kreta – der Erlebnisbericht.

So, nun war es endlich so weit! Die Karwoche war fast vorbei, die Touristen-Saison hatte sich schon recht gut angelassen, das Osterwochenende stand vor der Tür – es war Karfreitag!

Noch dazu sollte es ein besonders langes Osterwochenende werden – 5 statt 4 Feiertage – da der 1. Mai in die Karwoche gefallen war, somit als Feiertag nicht galt und deswegen natürlich gebührend nachgefeiert werden musste. Nämlich am quasi „Osterdienstag“.

Blöd nur, wenn man am Karfreitag morgens mit einer dick geschwollenen linken Wange aufwacht, die Zahnschmerzen sich hämmernderweise bis in den hinteren Winkel des linken Ohres und des immer noch dahinter vermuteten Hirnes ausbreiten und man trotz aller Widrigkeiten doch bitte gerne im Zweitjob mit jeder Menge Kundenkontakt eine „gute Figur“ machen soll. Wie soll man denn mit einem asymmetrisch verschwollen-verzogenen Gesicht charmant lächeln?

Egal, die oft kaum zu bändigende Wolle auf dem Kopf (manche nennen das „Frisur“) eben mal nicht zum Pferdeschwanz oder Dutt zusammengeklöppelt, sondern ganz schick rechtsgescheitelt über die linke Gesichtshälfte wallen lassen. Half aber auch nicht viel – weder optisch noch schmerztechnisch….

Suessigkeitenladen Paleochora
Bei Aggeliki in Paleochora gibt´s die besten kretischen Süßigkeiten…!

Was tun: Zahnärzte waren bis „Ostermittwoch“ nicht zu erreichen, für eine Notaufnahme in der Chirurgie im Krankenhaus Chania reichte es dann doch auch nicht – also den überall gültigen Rat „fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ berücksichtigt. In durch o.g. Umstände begründeter Ermangelung eines verfügbaren Zahnarztes dann also die Option „Apotheker“ gewählt.

Also rein in die Apotheke, herzlich grüßen, kurz den Lockenvorhang über der geschwollenen Wange gelupft und direkt einen wirklich mitfühlenden Blick des Apothekers kassiert. „Au weia – das ist ja schön geschwollen! Da täte jetzt auch kein Zahnarzt was, das ist ´ne Entzündung, da helfen nur Antibiotika!“

Ratzfatz wanderte eine Packung „Augmentin“ zu einem durchaus günstigen Preis über den Tresen – das gibt es hier aufgrund geschulter Apothekerblicke und Spontandiagnosen gerne mal rezeptfrei. Et voilà – nach weniger als 24 Stunden stellte sich bereits eine deutliche Besserung ein. Die Backe schwoll ab, der Druck reduzierte sich, die Schmerzen wurden weniger. War immer noch nicht schön, aber besser als vorher.

Nun gut, Ostern halbwegs abgeschwollen überstanden und direkt im Anschluss daran den hiesigen Zahnarzt aufgesucht. Untersuchungen, Röntgenaufnahmen und die unvermeidliche Wurzelbehandlung hinter mich gebracht – aber hinterher war da immer noch so ein „Ei“ in der Backe. Und das stammte nicht von Ostern!

Zahnarzt Paleochora
…und gleich 2 Häuschen weiter die passenden Plomben…

Also wieder hin, den lokalen Zahnarzt so gelöchert, wie er zuvor meine armen Zahnwurzeln – und flugs wurde ich zu seinem Kollegen nach Chania geschickt – zur 360°-Aufnahme meines Schädels und der damit möglichen Lokalisierung des Entzündungsherdes. All das sollte am „nächsten freien Tag“ meines Zweitjobs stattfinden – und das war genialerweise mein Geburtstag.

Also am Morgen um 7h los nach Chania, einmal rundrum röntgen, 60,- Euro bezahlt und gleich wieder zurück in den heimischen Südwesten, da mein Zahnarzt seine Schicht immer nur bis 13 h hatte. Die Röntgenbilder waren per Mail bereits früher bei meinem Zahnarzt angekommen als ich – und dieser stand bereits mit gezücktem Skalpell bereit. Jetzt wusste er ja, wo er schnibbeln musste – und er tat es.

Die unappetitlichen eitrigen Details erspare ich Euch jetzt, versichere Euch aber, dass ich schon genussvollere Geburtstagsabendessen hatte, als das an diesem Tag.

Fazit ist allerdings, dass es hier auf Kreta durchaus gut ausgestattete Zahnarztpraxen gibt, die von gut ausgebildeten Zahnärzten betrieben werden, die in der „Hinterhand“ durchaus kreative und professionelle Zahntechniker und Labors haben. Und das zu durchaus fairen Preisen – eine langwierige Wurzelbehandlung kostet um die 150,- Euro – und je nach Zustand Eures „Esszimmers“ und der damit einhergehenden Häufigkeit der Zahnarztbesuche werden auch gerne mal Mengenrabatte gewährt. Kronen gibt´s auch gerne mal im Doppelpack billiger – zusammen dann 400,- statt 500,- Euro. Vermutlich aber auch erst nach ein paar vorausgegangenen Wurzelbehandlungen… Aber pssssssssst – nicht weiter erzählen!!!!

Die Zahlung einer „Esszimmer-Renovierung“ kann übrigens bis zum Betrag von 500,- Euro auch gerne in bar erfolgen. Alles über 500,- Euro muss per Banküberweisung passieren. Oder halt bar in „Raten“ von 499,- Euro ;-). Eine Quittung gibt´s auf Nachfrage auch noch dazu.

Radio Kreta – gute Tipps, gute Preise, gute Besserung.


streamplus.de

Die staatliche Angestellten-Krankenversicherung IKA zahlt übrigens NICHTS dazu. Mehr zum Thema hier.

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Ein Kommentar

  1. Hallo Jörg,
    ein sehr informativer Bericht -ich hoffe es betraf dich nicht, obwohl ich dies befürchte.Zu diesem Thema brauche ich detallierte Infos da ich auch, renovieren und restaurieren muss und ich wollte auch gerne mit dem Esszimmer beginnen.
    Einige detaillierte Infos, sowie Adressen wären hier sehr hilfreich, natürlich inkl. etwaigen ca. Kostenangeboten und vor allen Dingen der Dauer der Renovierung.
    Ich habe keine grosse Lust allzulange ohne Sitz-(Kau-)flächen zu existieren 🙂

    Für eine Antwort wäre ich dankbar -efaristo 🙂

    Günter

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