FDP-Politiker Chatzimarkakis will für Griechenland kandidieren

„Deutsche Euro-Politik ist eine Geisterfahrt“

Erst der Verlust des Doktor-Titels, dann Deutschlands Haltung in der Euro-Krise: FDP-Europa-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis hat genug von der deutschen Politik. Er strebt nun eine politische Karriere in Griechenland an – und erwägt eine eigene Partei.

Der FDP-Europa-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis kehrt der deutschen Politik den Rücken und will sich künftig für griechische Interessen einsetzen. „Ich gehe dahin, wo ich dem Hellenismus am nützlichsten sein kann“, sagte der Deutsch-Grieche zu FOCUS.

Der langjährige Generalsekretär der saarländischen FDP erwägt, 2014 mit einer eigenen politischen Bewegung in Griechenland zur Europawahl anzutreten. „Es ist zu früh, sich an jemanden zu ketten.“ In Athen ist er jedoch auch als künftiger Spitzenkandidat der Demokratischen Linken im Gespräch.

Enttäuscht von der deutschen Politik
Chatzimarkakis, dem 2011 wegen Plagiatsvorwürfen der Doktor-Titel aberkannt wurde, nennt als Grund für seine Neuorientierung Enttäuschung über den deutschen Kurs bei der Euro-Rettung. „Die deutsche Euro-Politik ist eine Geisterfahrt“, kritisierte er. Kleine Länder würden rücksichtslos überrollt, was dem europäischen Gedanken genauso widerspreche wie der Überzeugung des Mannes, dessentwegen Chatzimarkakis einst in die FDP eintrat: Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher.

Der schwarz-gelben Bundesregierung sagte Chatzimarkakis „ganz harte Zeiten“ voraus, auch wegen der aufkommenden Konkurrenz der euro-kritischen „Alternative für Deutschland“. Diese biete „die richtige Analyse, aber die falschen Konsequenzen“. Er selbst wolle am Euro festhalten, so Chatzimarkakis. Aber er wolle erreichen, dass die Bedingungen für die Rettungspakete für Griechenland und Zypern neu ausgehandelt werden.

Quelle: Focus.de

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace