Flughafen Chania am Dienstagabend beinahe gesperrt.

Ein kleines Problem mit einer Funkantenne (DME*) führte am gestrigen Dienstag Abend fast zur Schließung des Flughafens „Daskalogiannis“ in Chania.

Nach unseren Informationen gab es ein kleines Problem in einer der Funkantennen, die Ersatzteile mussten allerdings in Athen geordert und von da aus auch verschickt werden.

Obwohl die Kosten dieser Teile wirklich keine große Sache waren – wir reden über ca. 100 Euro! – weigerte sich das beauftragte Transportunternehmen, die Lieferung zu übernehmen. Und zwar aufgrund von Schulden, die der Flughafen noch aus dem vergangen Jahr beim Transporteur hat. Hier muss allerdings erwähnt werden, dass die Gesamtverschuldung des Flughafens gegenüber seinen Lieferanten 150.000 € übersteigt.

Schließlich ist ein chaniotisches Transportunternehmen eingesprungen und brachte das Ersatzteil kostenlos von Athen. Es überführte auch die Antenne aus dem Hafen von Souda zum Flughafen in einem seiner LKW, da die Flughafenfahrzeuge sie leider aus Mangel an Benzin nicht vom Hafen abholen konnten!

Jedoch gab es in diesem Zusammenhang noch ein anderes Problem, mit dem sich die Verantwortlichen konfrontiert sahen: es gibt nur zwei spezielle Flugzeuge der Hellenic Civil Aviation Authority (HCAA) – der griechischen zivilen Luftfahrtbehörde – die überprüfen können, dass ein DME-System auch perfekt funktioniert.

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Giorgos Stathakis (li) im Gespräch mit dem Bürgermeister von Chania und Stavros Arnaoutakis (re), Gouverneur von Kreta. Es geht um die Restauration der Markthalle von Chania. Kostenpunkt 5 Mio Euro.

Das erste dieser beiden Flugzeuge hatte einen mechanischen Defekt und konnte deswegen gar nicht abheben, das Zweite sollte zu seiner jählichen Wartung nach Deutschland fliegen.

Daraufhin teilte die HCAA mit, dass sie den Flughafen Chania schließen würde, gäbe es keine Möglichkeit zu zertifizieren, dass das DME-System ordnungsgemäß funktioniert.

Wie neatv.gr berichtete, hatte der leitende Manager des Flughafens ebenfalls beschlossen, alle Behörden über das Problem zu informieren, seine Bereitschaft bekundet „Daskalogiannis“ zu schließen und im Begriff war, eine NOTAM auszustellen. (Anm.d.Red: NOTAM = NOtice To AirMen“, eine Warnung an Piloten, dass auf ihrer Flugroute oder an einer bestimmten Destination Zwischenfälle aufgetreten sind, die die Flugsicherheit beinträchtigen).

Im letzten Moment gab die HCAA jedoch noch „grünes Licht“ für zusätzliche fünf Flugstunden, die das zweite Messflugzeug vor seinem technischen Check-Up absolvieren durfte. Dieses kam dann auch umgehend nach Chania und zertifizierte, dass die DME korrekt funktioniert. Erst dann ging es auf den Weg nach Deutschland zur jährlichen Wartung und Instandhaltung.

Übrigens ist der Minister, der für alle griechischen Flughäfen zuständig ist, der derzeitige griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis, ein Parlamentsmitglied der SYRIZA, der um alle Probleme des Flughafens weiß (oder doch zumindest wissen müsste…). Herr Stathakis ist zugleich übrigens u.a. auch noch Tourismusminister und stammt aus Chania.

* DME – Distance Measuring Equipment = Entfernungsmessgerät. Hierbei handelt es sich um eine Transponder-basierte Funknavigationstechnologie, die Schrägentfernung durch die Ausbreitungsverzögerung der VHF (Very High Frequency) oder UHF (Ultra High Frequency) Funksignale misst.

Quelle: Die Post von Chania.

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Wie Griechenland funktioniert oder auch nicht, weiss unsere Freundin Melitta Kessaris: Buchtipp – Chaos ist ein griechisches Wort.

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