Geburtstage – 19. Dezember: Edith Piaf

Heute geht es um zwei wundervolle Künstler, die eigentlich verschiedener kaum sein könnten – aber beide auf ihre Weise eine Menge Herzen „besetzt“ haben.

Normalerweise machen wir ja nun mal nur einen Musikergeburtstag pro Tag, aber für den heutigen 19. Dezember war die Musikredaktion dermaßen zerrissen, dass sie sich nicht mit sich selbst einig werden konnte und deshalb den einzigen Ausweg gewählt hat: heute sind mal 2 dran!
Und das sind – weiterlesen bitte: Edith Piaf und – hier klicken: Rudi Carrell.

Rudi wird ja „separat behandelt“, nun also zum „Kleinen Spatz“, zur „Môme Piaf“ und ihrem wirklich tragischen Leben. Dabei hat sie soviel Freude und Schönes in die Welt gebracht!
Tragisch halt….. Aber lest selbst:

Édith Piaf, bürgerlich Édith Giovanna Gassion, wurde am 19. Dezember 1915 in Paris geboren und war eine weltbekannte französische Chansonsängerin, die leider nur 47 Jahre alt wurde, in ebendiesen Jahren aber Wundervolles geleistet hat.

Édith wurde bereits einige Wochen nach ihrer Geburt im östlichen Pariser Stadtteil Belleville von ihrer Mutter verlassen und wuchs bei ihrer Großmutter mütterlicherseits auf, wo sie beinahe verhungerte.
Damit seine Tochter wieder zu Kräften kommen konnte, brachte sie ihr Vater 1917 bei seiner Mutter unter. 1919 erkrankte Edith an einer Entzündung der Augenhornhaut und erblindete.
Zwei Jahre später machte ihre Großmutter mit ihr eine Wallfahrt zur Heiligen Therese nach Lisieux. Édith schrieb ihre Heilung dieser Wallfahrt zu. Seitdem verehrte sie die Heilige Therese ihr Leben lang und besuchte deren Grab als Erwachsene inkognito alljährlich.
Sie war erst sieben, als ihr Vater sie das erste Mal mit auf Tournee nahm. Mit zehn Jahren begann sie auf der Straße zu singen. Édith Piaf wurde stark geprägt von der Gewalttätigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs, und vom Alkoholismus ihres Vaters
.
Als 15-Jährige verließ sie ihren Vater und zog alleine als Straßensängerin nach Paris. Kurz darauf wurde sie von dem Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holte und der jungen Frau, die lediglich 1,47 Meter groß war, den Namen gab, unter dem sie bekannt wurde: „la môme piaf“ (der kleine Spatz).

Am 11. Februar 1933 brachte sie ihr einziges Kind, ihre Tochter Marcelle, zur Welt. Sie wuchs bei ihrem Vater und Édiths Geliebten Louis Dupont auf, da Édith Piaf es vorzog, mit Simone Berteaut, einer langjährigen Vertrauten und Freundin, auf Musikveranstaltungen aufzutreten. Die kleine Marcelle starb im Alter von zwei Jahren an einer Hirnhautentzündung.

1935 nahm Édith Piaf ihre erste Platte auf. Als wenig später ihr Mentor Leplée ermordet wurde, bezichtigte man sie der Mitwisserschaft an der Tat. Obwohl sie freigesprochen wurde, flüchtete sie daraufhin in die Provinz und kehrte erst 1937 wieder nach Paris zurück.
Unter der Förderung von Raymond Asso gelang ihr in den folgenden Jahren der große Durchbruch. Neben Bühnenauftritten in ganz Europa nahm sie unzählige Schallplatten auf.

Während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzungszeit blieb sie in Paris und gab Konzerte für Kriegsgefangene. Dabei schmuggelte sie gefälschte Arbeitserlaubnisse in Gefangenenlager, um einigen Soldaten die Flucht zu ermöglichen. In dieser Zeit unterhielt sie ein leidenschaftliches Verhältnis zu dem sechs Jahre jüngeren Chansonnier Yves Montand, dessen Karriere sie förderte. Ihre Liebe zum sechs Jahre jüngeren griechischen Schauspieler Dimitris Horn blieb unerwidert. In einem Brief vom 20. September 1946 an ihn schrieb sie: „Ich liebe dich, wie ich noch nie geliebt habe, Taki, lass mein Herz nicht sterben! Ich würde gerne ganz nah bei Dir leben, es scheint mir, dass ich Dich glücklich machen könnte.“

Édith Piaf hatte Zeit ihres Lebens schwere gesundheitliche Probleme. Der durch den Unfalltod ihrer großen Liebe, des Boxers Marcel Cerdan, im Oktober 1949 erlittene Schock löste nach Angabe ihrer Sekretärin die chronische rheumatoide Arthritis aus, unter welcher sie fortan litt. Die damit verbundenen Schmerzen bekämpfte die Sängerin mit starken und überdosierten Medikamenten, von denen sie abhängig wurde.
Das führte dazu, dass ihr fortan das Stigma der Drogensucht anhaftete. Hinzu kamen Alkoholexzesse. Sie musste sich zahllosen Entziehungskuren und sieben Operationen unterziehen.

Schlagzeilen machte in Frankreich auch Édith Piafs anschließende Affäre mit dem populären Radrennfahrer Louis Gérardin. „Toto“ Gerardin verließ für Édith Piaf seine Frau, die das Paar von einem Privatdetektiv beschatten ließ. Nach Beendigung der Affäre, die zwei Jahre dauerte, beklagte sich Gérardin öffentlich: „Zwei Tage und zwei Nächte mit der Piaf sind anstrengender als eine Etappe der Tour de France.“

1952 heiratete Piaf den französischen Sänger Jacques Pills (bürgerlicher Name: René Ducos), von dem sie sich 1956 wieder scheiden ließ. Während eines Konzertes in Stockholm, Ende der 1950er Jahre, brach sie auf der Bühne zusammen – es wurde eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert. Piaf ließ sich jedoch nicht davon beeindrucken und trat weiter auf.

Auf ihren Tourneen wurde sie fortan von einer Krankenschwester begleitet, die ihr im Bedarfsfall Morphium gegen die Schmerzen verabreichte. In diese Zeit fiel ihre kurze Liebesaffäre mit dem wesentlich jüngeren Chansonsänger Georges Moustaki. Er war es auch, der 1959 für Piaf das bekannte Chanson „Milord“ textete, das später ihr größter Hit wurde.

Im Oktober 1962, wenige Jahre nach ihrer Affäre mit Moustaki, heiratete sie den zwanzig Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und verursachte damit den letzten großen Skandal ihres ausschweifenden Lebens. Anfang August 1963 brachten Sarapo und der Impresario Louis Barrier die bereits schwer kranke Piaf in ein abgelegenes Haus in Plascassier, in der Nähe von Grasse. Dort verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand weiter. An Piafs Seite waren ihre letzte Sekretärin, Danielle Bonel, und eine Krankenschwester; Sarapo befand sich auf Tournee.

Bonel ließ Sarapo vom nahenden Tod seiner Frau verständigen; er traf sie jedoch nicht mehr lebend an. Piaf starb am 10. Oktober 1963. Bonel erwähnte in einer Fernsehdokumentation, Piaf sei gegen 12:45 Uhr gestorben; an den genauen Zeitpunkt könne sie sich nicht mehr erinnern. Der mittlerweile eingetroffene Sarapo beschloss zusammen mit Bonel und Barrier, über Piafs Ableben zunächst Stillschweigen zu bewahren und den Leichnam unbemerkt nach Paris zu überführen. Bonel besorgte einen Krankenwagen, in dem gegen 20 Uhr die Abreise nach Paris antrat. Über den illegalen Transport erzählte Bonel:
„Die Krankenschwester und Theo waren im Krankenwagen. Wären wir angehalten worden, hätten wir gesagt, sie sei gerade gestorben – unterwegs. Sie musste einfach in Paris sterben. Für sie gab es keine andere Möglichkeit. Sie hätte es mit Sicherheit so gewollt.“

Noch in derselben Nacht wurde Piafs Arzt geweckt. Er erklärte sich bereit, einen falschen Totenschein auszustellen. Offiziell für tot erklärt wurde Piaf am 11. Oktober 1963 um 8 Uhr morgens. Als Sterbeort gab der Arzt Paris an.
40.000 Menschen nahmen an ihrem Begräbnis auf dem Cimetière du Père Lachaise teil. Noch heute wird ihr Grab, in dem auch ihr 1970 bei einem Autounfall ums Leben gekommener Ehemann Théo Sarapo und ihre Tochter liegen, ständig mit frischen Blumen geschmückt. Das kleine Édith-Piaf-Museum in Paris (Rue Crespin du Gast) stellt persönliche Souvenirs, ein Kleid und die Porzellansammlung der Künstlerin aus.

Der „Spatz von Paris“ wurde zu einem der bekanntesten „Exporte“ Frankreichs. Zu ihren erfolgreichsten Liedern gehörten: „La vie en rose“, „Padam… Padam…“, „Milord“ und „Non, je ne regrette rien“.

Neben ihrer eigenen Karriere (sie nahm über 200 Lieder auf Schallplatte auf) förderte sie aktiv den damaligen musikalischen Nachwuchs Frankreichs. Sie hatte unter anderem großen Einfluss auf die Karrieren von Charles Aznavour, Gilbert Bécaud, Eddie Constantine, Yves Montand, Georges Moustaki, Jacques Pills und Francis Lai.“*

Liebe Edith, mit deinem „Non je ne regrette rien“ und „La vie en rose“ gehörst du noch heute zu den ganz ganz Großen der Musik!

Radio Kreta gratuliert – La vie en rose!

Quelle: Wikipedia


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