Geburtstage – 23. März: Lale Andersen

„Vor der Kaserne, vor dem großen Tor….“ – wer kennt die Fortsetzung dieses Textes incl. Melodie nicht?
Und auch der Titel springt einem sofort wieder in’s Gedächtnis: Lili Marleen. Und – zack – direkt damit verbunden, der Name der Interpretin: Lale Andersen.

Und genau diese Lale Andersen, die am 23. März 1905 im damaligen Lehe, (jetzt Bremerhaven-Lehe) als Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg geboren wurde, hätte heute Geburtstag.

Das ist uns natürlich mal wieder einen kleinen Einblick in das Leben dieser zu Kriegszeiten nicht unumstrittenen Künstlerin wert:

Geboren und aufgewachsen in Bremerhaven als Tochter eines Schiffstewards, heiratete Lale Andersen bereits mit 17 Jahren den Maler Paul Ernst Wilke. Zwischen 1924 und 1929 bekam das Paar drei Kinder: Björn, Carmen-Litta und Michael. Die junge Mutter nahm Schauspiel‑ und Gesangsunterricht und verließ schließlich ihre Familie, um nach Berlin zu gehen. 1931 wurde die Ehe geschieden.

„1939 nahm sie das von Hans Leip bereits 1915 getextete und von Norbert Schultze vertonte Lied „Lili Marleen“ unter dem Titel „Lied eines jungen Wachtpostens“ auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde Lili Marleen über den Soldatensender Belgrad europaweit verbreitet und auf beiden Seiten der Fronten gehört, später jedoch vom deutschen NS-Regime wegen des „morbiden und depressiven“ Textes sowie seiner „wehrkraftzersetzenden Wirkung“ vorübergehend verboten. Es wurde auf den Frontsendern jeweils vor Sendeschluss um 22 Uhr gesendet.

Ende September 1942, nachdem der Erfolg des Liedes Lili Marleen der Reichskulturkammer und dem Propagandaministerium verdächtig geworden war, fiel auch Lale Andersen selber bei den politischen Machthabern in Ungnade. Sie hatte die Teilnahme an einer Reise ins Warschauer Ghetto abgelehnt und ihre Privatbriefe an Emigranten in der Schweiz waren bekannt geworden.
Der Einweisung in ein Konzentrationslager (wegen „undeutschen Betragens“) kam glücklicherweise eine Falschmeldung der BBC über ihre angeblich bereits erfolgte Verhaftung zuvor. Dadurch zu heftigem Dementi genötigt, konnten die Nationalsozialisten diesen tatsächlich geplanten Schritt nicht mehr realisieren. Daraufhin wurde der Künstlerin „nur noch“ untersagt, das Lied je wieder zu singen. Im Mai 1943 wurde ihr Auftrittsverbot zwar teilweise gelockert; doch blieb es ihr strikt verboten, vor Soldaten zu singen oder sich in irgendeiner Weise mit ihrem Erfolgslied in Verbindung zu bringen. Stattdessen hatte sie sich laut Anordnung der Reichskulturkammer jederzeit für das Propagandaministerium bereitzuhalten, um für die Rundfunkpolitische Abteilung englische Schallplatten („Propagandajazz“) einzusingen. Sie zog sich auf eine Einladung hin auf die Insel Langeoog zurück und verblieb dort bis zur Übernahme der Insel durch die kanadische Armee.

Die gusseiserne Lale auf Langeoog

Als Interpretin von Chansons und Seemannsliedern ging sie nach dem Krieg auf erfolgreiche internationale Tourneen. Charakteristika blieben stets ihr herbes Timbre und die ungekünstelte Art ihres Vortrags.

1961 trat sie mit dem Lied „Einmal sehen wir uns wieder“ in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an, gewann und vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest in Cannes. Sie erreichte den Platz 13 unter 16 Teilnehmern.

Lale Andersen trat mit ihren Liedern und Schlagern bis 1970 in verschiedenen Filmen und in zahlreichen Fernsehsendungen und großen Shows auf (sechsmal in der beliebten „Haifischbar“).

Weil die 1939er-Fassung von Lili Marleen Lale Andersens erste deutsche Schallplatte war, die im Verkauf die Millionengrenze überschritt, und weil sie zudem – laut Komponistenmeinung – die beste Fassung von „Ein Schiff wird kommen“ (Les enfants du Pirée / Never on Sunday) sang, zudem wurde sie vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Time in die „Liste der berühmtesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen, so darf Lale Andersen als einer der wenigen deutschen Weltstars bezeichnet werden.

Lale Andersen starb am 29. August 1972 in Wien.

Seit 1981 steht in Bremerhaven eine ihr zugeeignete gusseiserne Laterne, 1999 der wurde der „Lale Andersen Preis der Sparkasse Bremerhaven“ ins Leben gerufen. Verliehen wird er alle zwei Jahre an Künstlerinnen und Künstler des Genres „Gehobene Unterhaltungsmusik“.“

Radio Kreta – hier sind die Klassiker.

Quelle: Wikipedia


streamplus.de

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2 Kommentare

  1. Halli,hallo,
    die gusseiserne Lale Andersen steht nicht in Bremerhaven, sondern auf Langeoog.
    Trotzdem toll, dass ihr an sie erinnert. Übrigens mag ich eure website sehr, nicht nur weil ich Kreta mag 😉
    LG Irene

  2. Danke für den Hinweis. Hat mir meine Schwester auch grad geschrieben. Die muss es auch wissen. Lebt auf Langeoog.

Kommentare sind geschlossen.