Geburtstage – 4. Mai: Trude Herr

Heute hat eine deutsche Schauspielerin, Schlagersängerin und Theaterdirektorin Geburtstag, die viele von Euch sicher als pummelige Ulknudel und „Kölner Schnauze“ in Erinnerung haben: Trude Herr.
Sie würde heute Ihren 86. Geburtstag feiern, wäre sie nicht bereits 1991 verstorben.

Ein kleiner Abriss ihres Lebens und Schaffens aus den Tiefen und Weiten des WWWebs.

Trude Herr wurde am 4. Mai 1927 in Köln geboren und war eine deutsche Schauspielerin, Schlagersängerin und Theaterdirektorin.

Sie wuchs in Köln-Mülheim auf und besuchte auch dort die Schule. Ihr Vater, Robert Herr, wurde wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei lange Zeit im Gefängnis und später auch im Konzentrationslager inhaftiert. Für ihn schrieb sie das Lied „Papa“, in dem sie sich für die Zeit mit ihrem Vater bedankt.
Da die Wohnung der Herrs 1943 durch Bomben zerstört wurde, lebten sie zwei Jahre in Hessen. Dort arbeitete Trude, die zu diesem Zeitpunkt bereits „Tutti“ und scherzhaft wegen ihrer vollschlanken Formen auch „dat Pummel“ genannt wurde, als Schreibkraft in der Stadtverwaltung Dillenburg.

Trude Herr wollte unbedingt Schauspielerin werden. Sie arbeitete nach dem Krieg einige Zeit als Statistin an einer Aachener Wanderbühne und erhielt auch kleinere Rollen im Millowitsch-Theater. Hier spielte sie u. a. in dem vom Fernsehen aufgezeichneten Lustspiel „Der verkaufte Großvater“ (1955) neben Willy Millowitsch, Elsa Scholten und Franz Schneider in einer größeren Rolle mit. 1949 gründete sie mit ihrem Freund und Mentor Gustav Schellhardt die Kölner Lustspielbühne, deren Existenz jedoch nicht von langer Dauer war. Zeit ihres Lebens war sie stolz auf dieses Projekt und erwähnte es immer wieder in Presseinterviews. Nach dem Konkurs arbeitete Trude Herr einige Zeit als Bardame im Szenelokal „Barberina“.
Mitte der 1950er Jahre trat sie zur Karnevalszeit immer wieder bei den Veranstaltungen der verschiedenen Kölner Vereine auf und erntete stets großen Applaus. In ihrer Type folgte sie dabei der seit den 1920er Jahren als Varieté- und Revuesängerin bekannten Grete Fluss. Trude Herr wurde dabei von Willi Schaeffers, dem Chef des Kabaretts „Tingel-Tangel“ entdeckt, der sie sogleich nach Berlin engagierte.

Von da an hatte sie ein größeres Publikum, und der Erfolg stellte sich ein. Mit der deutschen Version von „Percolator“ unter dem Titel „Ich will keine Schokolade (ich will lieber einen Mann)“ aus dem Film „Marina“ gelang ihr 1960 der Durchbruch. Sie spielte in über 30 Filmen mit, hatte zahlreiche Auftritte in Fernsehsendungen und Erfolg im Schlagergeschäft.
Auf einer Afrikareise lernte Trude Herr 1969 den zum Volk der Tuareg gehörenden Tunesier Ahmed M’Barek kennen, dieser begleitete sie zurück nach Deutschland. Sie heirateten dort. Die Ehe hielt bis 1976.

Das Volkstheater ließ sie aber nicht los. Am 9. September 1977 eröffnete sie auf der Severinstraße ihr „Theater im Vringsveedel“. Dort wollte sie eine volksnahe Alternative zum etablierten Millowitsch-Theater aufbauen. Ihr Bühnenpartner war in dieser Zeit Hans Künster. Ohne städtische Zuschüsse stand das Theater finanziell ständig auf schwachen Füßen. Deshalb und auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme wurde das Theaterexperiment am 27. Februar 1986 beendet.
1987 nahm sie mit dem Produzenten Thomas Brück ein Album mit internationalen Hits auf, die sie mit deutschen Texten versah. Das Lied „Niemals geht man so ganz“, das sie mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) interpretierte, erreichte Platz 20 in den deutschen Charts. 1988 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Aus gesundheitlichen Gründen zog sie auf die Fidschi-Inseln. Anfang 1991 kehrte sie mit Samuel Bawesi, ihrem Lebenspartner von den Fidschi-Inseln, nach Köln zurück. Obwohl sie wieder im Showgeschäft Fuß zu fassen schien – so waren Sendungen bei RTL plus geplant –, musste sie aus gesundheitlichen Gründen in den Süden ziehen. Sie zog nach Lauris, einem kleinen Dorf bei Aix-en-Provence in Südfrankreich, wo sie im März 1991 an Herzversagen starb. Sie wurde auf dem Kölner Nordfriedhof beerdigt.

Im Jahr 1995 fand auf dem Kölner Roncalliplatz eine Trude-Herr-Gedenkrevue statt, in der Künstler wie Anne Haigis, Tommy Engel oder die Höhner die größten Hits von Trude Herr präsentierten. Die Idee zu dieser Revue hatten Thomas Brück und Jürgen Fritz, der ihren Hit Niemals geht man so ganz komponierte.
Anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2007 zeigte das WDR-Fernsehen sowie das ARD-Digitalprogramm EinsFestival die Aufzeichnungen ihrer Theaterstücke aus ihrem „Theater im Vringsveedel“ in Köln. Drei dieser Theaterstücke wurden anlässlich des Geburtstages auf DVD veröffentlicht.
Durch eine anonyme Spende konnte 2011 ihre Grabstelle für weitere 25 Jahre erhalten werden.

Quelle: Wikipedia

Radio Kreta gratuliert „dat Pummel“ von Herzen – ganz bist du auch nicht gegangen, Trude!

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