Geburtstage – 6. September: Roger Waters

Heute freut sich Radio Kreta mal wieder darüber, einem der ganz ganz Großen der internationalen Musikgeschichte gratulieren zu können.
Zwei Worte reichen, um den „entscheidenden Hinweis“ auf diese aussergewöhnliche Persönlichkeit zu geben: „The Wall“.

Es geht um – the one and only – Roger Waters!

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Zu all dem, was wohl (fast) jeder und jede ganz persönlich mit Pink Floyd und Roger Waters verbindet, gibt es natürlich auch noch die „offizielle“ Bio- und Diskografie, die Ihr wie immer bei Wikipedia in epischer Breite nachlesen könnt.
Bei uns mal wieder – in Teilbereichen evtl. leicht persönlich eingefärbt – lediglich einige Highlights in Auszügen:

George Roger Waters wurde am 6. September 1943 in Great Bookham, Großbritannien geboren und ist Sänger, Bassist, Komponist und Texter. Bekanntheit erlangte er als Gründungsmitglied der britischen Rockgruppe Pink Floyd.

Waters schreibt meist melancholische Texte, die häufig persönliche Erfahrungen mit einer beißenden und zynischen Gesellschaftskritik verbinden.

Sein künstlerisches Schaffen ist von einer pessimistischen Sicht auf die moderne Gesellschaft gekennzeichnet. Einer der tiefsten Einschnitte in Waters’ Leben ereignete sich bereits sehr früh, als sein Vater Eric Fletcher Waters im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam. Er hat den Krieg und seine Kindheit ohne den Vater in vielen seiner Songs thematisiert.

Das Album „The Wall“ weist autobiografische Teile aus Waters’ Leben auf. Das letzte Pink Floyd Album mit Waters „The Final Cut“ entwickelt einige der Themen aus „The Wall“ weiter und ist seinem Vater gewidmet.
Der langsame Abstieg seines Jugendfreundes und Bandkollegen Syd Barrett in den Wahnsinn, unter anderem durch psychoaktive Drogen, hat ihn ebenfalls sehr beeinflusst und wurde in mehreren seiner Werken verarbeitet.
Barrett wurde das großartige und unerreichte Album „Wish You Were Here“ gewidmet; die Songs „Wish You Were Here“, aber vor allem „Shine On You Crazy Diamond“ beziehen sich auf Barrett.

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Zu seinen frühesten musikalischen Einflüssen zählen amerikanische  Blues-Sängerinnen und -Sänger, aber auch Folkmusiker. Auch die 1960er Jahre haben Roger Waters als Songwriter beeinflusst – Waters über Waters: „Wenn ich fünfzig Songs nennen müsste, die ich gerne geschrieben hätte, dann wären nur sehr wenige davon nicht von Dylan und Lennon.“
Im Vergleich zu Keyboarder Richard Wright bevorzugt Roger Waters einfache Akkordfolgen, die durch Zuhilfenahme eigener Grifftechniken, in ihren vielzähligen Variationen, zu einem elysischen Klanggebilde transmutieren.

Im Verlauf seiner weiteren Karriere als Solokünstler veröffentlichte Waters zahlreiche Alben, die zwar von Kritikern und Fans meist sehr positiv aufgenommen wurden (insbesondere „Amused to Death“), aber bei weitem nicht an den kommerziellen Erfolg von Pink Floyd heranreichen konnten.

Am 21. Juli 1990 organisierte er anlässlich des Mauerfalls eine spektakuläre Inszenierung von „The Wall“ auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Zahlreiche international bekannte Künstler, darunter Van Morrison, Bryan Adams, Joni Mitchell, Sinéad O’Connor, die Scorpions und Tim Curry wirkten an dem von 250 000 Zuschauern besuchten Open-Air-Konzert, das weltweit live per Satellit übertragen wurde, mit.

„Amused to death“ aus dem Jahr 1992 ist Waters‘ bislang letztes Studioalbum. Das Album ist eine umfassende Medienkritik und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Neil Postman.
Es geht hier um die Frage, inwieweit sich der Mensch durch den ihm von den modernen Massenmedien suggerierten Hedonismus selbst die Existenzgrundlage entzieht.
Zudem setzt sich Roger Waters hier mit der Niederschlagung der Demokratiebewegung in der Volksrepublik China auseinander. In seinem Titel „Watching TV“ schildert er die menschenverachtende Berichterstattung durch CNN über die Niederschlagung auf dem Tiananmen-Platz vom 3./4. Juni 1989.
Roger Waters erweiterte die Medienkritik Postmans um die aggressive Politik der US-Regierung unter George H. W. Bush.
Grundlage aller seiner Lyrics ist die Entfremdung des Menschen durch ökonomische Zwänge und Desinformation. Direkt greift Roger Waters Andrew Lloyd Webber und damit indirekt Tim Rice an (The Miracle), deren Shows und Musicals die Menschen nur ruhigstellen sollen und nicht zum Mitdenken anregen.
1994 lehnte Waters eine Einladung seiner ehemaligen Kollegen von Pink Floyd ab, gemeinsam in London das komplette (unglaublich geniale – Anm.d.Red.) Album „The Dark Side of the Moon“ zu spielen.
Nach mehreren Jahren ohne Auftritte und Veröffentlichungen kehrte Waters 1999 mit der „In The Flesh“ Tour zurück, die bis 2002 andauerte und mit einer Zusammenstellung aus Solostücken und älteren Pink Floyd-Stücken überraschend erfolgreich war und auf CD und DVD verewigt wurde (Anm.d.Red.: sollte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen!!!).
Im September 2004 gab Waters zwei neue Stücke auf seiner Homepage im Internet frei, mit den Titeln „To Kill The Child“ und „Leaving Beirut“ . Beide Titel waren vom Irakkrieg 2003 inspiriert.
Nach der Tsunami-Katastrophe in Dezember 2004 spielte Waters gemeinsam mit Eric Clapton „Wish You Were Here“ auf einem NBC-Benefizkonzert.

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Am 2. Juli 2005 stand Roger Waters erstmals nach 24 Jahren wieder gemeinsam mit Pink Floyd bei dem von Bob Geldof organisierten „Live-8-Konzert“ in London auf der Bühne.
Zu Beginn des Jahres 2005 hat Waters seine Oper „Ça Ira“ über die französische Revolution fertig gestellt. Das Album wurde am 26. September weltweit als Doppel-SACD mit umfangreichem Making-Of veröffentlicht. An dieser klassischen Oper arbeitete Roger Waters seit 1992 (Anm.d.Red: und es hat sich gelohnt! Ein weiteres Meisterwerk!).
Von Juni bis Oktober 2006 ging Waters auf ausgedehnte Europa- und Nordamerika-Tournee („The Dark Side of the Moon“-Tour), während der er u.a. auch auf dem bekannten Rockfestival im dänischen Roskilde sowie beim „Rock in Rio“-Festival in Lissabon auftrat.
Die Tour wurde von Januar bis Juli 2007 als Worldtour mit Konzerten in 25 Ländern weltweit fortgesetzt.

Radio Kreta gratuliert von Herzen und freut sich auf neues „Altes“ von dir, Roger!

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