Geschichten von Kreta: Neulich beim Arzt und Apotheker

Wenn man hier auf Kreta zum ersten Mal in eine Taverne geht, mag man sich vielleicht darüber wundern, dass hier – kurz vor Afrika – die Tavernennamen sowie die Speisekarten mindestens in griechisch und englisch gehalten sind. Oft kommt natürlich auch noch deutsch, französisch, evtl. italienisch und russisch dazu.
Da denkt man doch schnell mal: „hui – Kundenorientierung, das ist ja mal ein Service!“

Jaaaa, stimmt wohl. Allerdings ist ein Teil dieser Kundenorientierung – nämlich der Englischsprachige – per Gesetz verordnet.

Jede Taverne muss zu ihrem griechischen Namen auch noch einen englischen aufweisen, ebenso muss die Speisekarte mindestens in diesen 2 Sprachen präsentiert werden. So hat uns das zumindest Dimitris vom Restaurant „Captain Jim“„Kapetanos Dimitrios“ erklärt.

Aha! Aufgenommen, verarbeitet, unter „okaaaaay“ abgelegt und fast vergessen.


Nun hatten wir aber in den letzten Tagen das zweifelhafte Vergnügen einer Odyssee durch „Health-Centers“ (Kentro Ygeias – Κέντρο Υγείας) und „ENT-Kliniken“ (HNO-Klinik), aus denen wir dann mit einem Rezept voller unleserlicher Ärztekalligraphie wieder herauskamen.

Der nächste Weg führte uns zur Apotheke – der Apotheker unseres Vertrauens knatterte aber grade von dannen. Nun gut, dann halt 20 Meter weiter zur nächsten Apotheke.

Das Rezept eingereicht und dann nach kurzem Gezeter zwischen Angestelltem und Apotheker erfahren, dass der HNO-Arzt nach unserem Abgang dort angerufen hatte, damit man uns auch noch eine Salbe zusätzlich verabreicht.
Ulkig, denn wie konnte der HNO-Arzt wissen, bei welcher der drei Paleochora´schen Apotheken wir uns eindecken würden?
Wahrscheinlich hat er bei allen dreien angerufen – das ist mal wieder Service à la Grecque!

Nun gut, wir kamen bis an die Zähne mit Antibiotika, Schmerzmitteln, Sprays und besagter Salbe bewaffnet aus der Apotheke raus und wollten dann doch mal wissen, was Scheffredakteur sich die nächsten 10 Tage so „verinnerlichen“ sollte.

Also die Beipackzettel aus den jeweiligen Packungen gezerrt und – hmpf!
Ebendiese waren ausschließlich in griechischer Sprache verfasst.
Nun ist es ja schon mal nicht ganz einfach, einen in der Muttersprache verfassten Beipackzettel zu verstehen – aber dann komplett auf griechisch?!?

Und da kam uns dann doch die o.g., bereits „abgelegte“ Information des „Kapetanos Dimitrios“ wieder in den Sinn….

Moment mal: jede Taverne muss die Speisekarte mindestens in Englisch und Griechisch ausweisen, Beipackzettel für Antibiotika- und Schmerzkiller-Bömbchen (wahrscheinlich auch für Herzmedikamente und Heftigeres) gibt es aber ausschließlich in griechischer Sprache?

Haben die Herren und Damen Gesetzgeber da nicht irgendwas übersehen?

Nun gut, der nette Apotheker vermerkt ja meist handschriftlich auf der Packung, wann bzw. wie oft am Tag man die Droge nehmen soll, das ist dann wohl der griechische „Beipackzettel light“.

Aber vielleicht ist es ja auch besser, wenn man nicht so genau weiss, was man da nimmt und welche Wechsel- und Nebenwirkungen einen in x% aller Fälle ereilen….

Jedenfalls wäre es uns persönlich lieber, man überließe uns die Entscheidung, ob wir den Beipackzettel incl. all seiner unappetitlichen Details lesen oder nicht – mit griechischen Speisekarten kommt man weitaus besser zurecht…

Na, mal gut es gibt das Internetz. Da kann man das Medikament oder doch zumindest die Wirkstoffe recherchieren und weiss dann wenigstens ungefähr, woran man ist.

Radio Kreta – Informationen gibt´s bei uns vor allem auf deutsch und noch dazu ohne Risiken und Nebenwirkungen!


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