„Geschichten von Kreta“ – Neulich beim Internetbanking

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Heute dann also „Neulich beim Internetbanking“ – auch da gibt es hier in Griechenland Dinge, die es auf dem restlichen Planeten nicht gibt, wie uns mehrfach von kompetenten Stellen (deutsche und internationale Banken, Buchhaltungen etc.) glaubwürdig bestätigt wurde.

Daran wollen wir Euch natürlich auch gerne teilhaben lassen, denn so ein fassungsloses Kopfschütteln kann ja vielleicht auch mal die Nackenmuskeln etwas entspannen….

Wir haben – wie viele Ex-Pats hier – unsere Konten bei der „Bank of Cyprus“, u.a. aus dem Grund, dass diese sehr gut englisch sprechendes Personal, ein wirklich gut funktionierendes Online-Banking System sowie einen kompetenten, sehr freundlichen und recht gut erreichbaren telefonischen Kundendienst bietet.

Allerdings funktioniert das hier in Griechenland halt etwas anders, als sonstwo auf der Welt.

Aktuelles Beispiel: es war mal wieder an der Zeit, die Streamkosten für unser Radio zu bezahlen – wir reden über einen Betrag deutlich unter 100 Euro.
Ich tätigte die Online-Überweisung, bei der man allerdings außer den üblichen Angaben auch eine „Payment Category“ (Pflichtfeld!) angeben muss.
Dazu muss man aber eine Kategorie aus einem Pull-Down Menü auswählen, eine freie Eingabe ist nicht möglich.

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Besagtes Pull-Down-Menü bietet folgende Optionen:

  • Donations/Financial Support (Spenden/finanzielle Unterstützung)
  • Haulage Expenses (Transport Kosten)
  • House Rent (Hausmiete)
  • Insurance Premiums (Versicherungsprämien)
  • Investment abroad (Auslandsinvestitionen)
  • Medical expenses (Kosten für medizinische/ärztliche Behandlung)
  • Payroll (Gehaltsliste)
  • Subscriptions for participation in exhibitions (Einschreibegebühr für Teilnahme an Ausstellungen/Messen)
  • Travel/tourism/entertainment expenses (Kosten für Reise-/Tourismus-/Unterhaltung)
  • Tuition fees/expenses (Gebühren/Kosten für Ausbildung/Unterricht)

Hmmmm, kurz am Kopf gekratzt und überlegt, was aus dieser seltsamen und sehr eingeschränkten Auswahl denn wohl am Besten passt und beschlossen, dass das mit den „Entertainment Expenses“ wohl am Zutreffendsten wäre („let meeeeee entertain you“ – frei nach Robbie Williams…). Also angeklickt und die Überweisung abgeschickt.

Dann zur Entspannung mal wieder Radio hören.


streamplus.de

Keine halbe Stunde später ein Telefonanruf der Bank.

Wir hätten ja da grade eine Überweisung angestoßen unter dieser Kategorie, worum es sich denn dabei handele.
Ich erklärte der Dame wahrheitsgemäß (okay, mein Fehler, das geb ich ja zu!), dass es sich um die Kosten für unseren Streamserver handelte und argumentierte u.a. damit, dass es sich beim Radio ja durchaus um „Entertainment“ handelt (bzw. das doch durchaus unsere Absicht ist….).
Nach kurzer Rücksprache mit wem auch immer teilte sie mir mit, dass das ja wohl ein Service sei, den Streamplus uns da liefert und dass es laut Bank of Cyprus Firmenpolitik nicht zulässig sei, Dienstleistungen über Internet zu bezahlen, sie bräuchten da eine „echte“ Rechnung dazu und wir müssten diese Rechnung in einer Bank of Cyprus-Filiale vor Ort bezahlen.

Ich bat die Lady um ihre e-Mail Adresse, um ihr die – ebenfalls digital empfangene – Rechnung von Streamplus weiterzuleiten, aber sie verneinte und bestand auf der „Präsenzzahlung“ in der lokalen Filiale.

Mal ganz davon abgesehen, dass unsere nächste Bank of Cyprus Filiale in Chania, ca. 60 km entfernt, ist und eine Überweisung in der Filiale – unabhängig von der Höhe der zu zahlenden Rechnung – 18 Euro (in Worten: achtzehn Euro!!!) kostet, kam das für uns schon aus Prinzip (so deutsch sind wir dann doch noch!) schon mal gar nicht in Frage.

Wir diskutierten noch ein bisschen weiter, sie blieb zugegebenermaßen weitaus höflicher als ich (habe mich auch entschuldigt, wohl wissend, dass sie persönlich für die „Company-Policy“ ja nichts kann – aber mei, so war das schon immer: der Überbringer schlechter Nachrichten kriegt´s nun mal ab…. sorry), bis ich dann, auf dem Gipfel meiner Fassungslosigkeit fragte, ob ich denn die gleiche Überweisung (die erste wurde ja von der Bank storniert) nochmal machen könnte, mit gleichem Empfänger, gleichem Betrag und Verwendungszweck, aber mit der Kategorie „Hausmiete“ und sie sagte… gut festhalten: „Ja“!!!!

Das probierte ich natürlich umgehend aus, schon (diesmal aber für alles gewappnet) auf den nächsten Anruf der Marke „hör´n Se mal, verarschen können wir uns selbst!!“ wartend – aber der blieb aus.

Die Überweisung ging reibungslos und ohne weitere Rückfragen durch und alles prima….

Das Radio Kreta Fazit: Banken bescheißen nicht nur, sie wollen auch noch beschissen werden!!!

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Ein Kommentar

  1. Ich bin auch immer über die Auswahl überrascht – bei Alpha Bank ist es die gleiche witzige Auswahl – und wähle immer nach Gefühl. Bisher habe ich wohl immer Glück gehabt. Ich habe noch keinen Anruf bekommen 😉

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