„Geschichten von Kreta“ – Neulich im Krankenhaus, Teil I

Dass Scheffredakteurs Frauchen sich Mitte August – und nicht originär aus Gründen eines Selbstversuches – mal gepflegt mit dem Moped auf die Nase (den Kopf, die Rippen und die Hand…) gelegt hat, ist ja nun mal schon durch den Äther getickert.

Und nun, da die Beweglichkeit auch ohne allzu große Schmerzen soweit wieder hergestellt ist und auch das Arbeitsmaterial wieder einsatzfähig ist (den PC hatte es in Teilbereichen ebenfalls geshreddert….), kommen dann auch die Erfahrungsberichte zum Zuge – bezeichnenderweise in der Kolumne „Geschichten von Kreta“, denn da gehört alles Absurde, Kuriose, Unfassbare, Witzige und Nachdenklich-Machende bei uns einfach hin.
Und davon gab es während des kurzen Krankenhausaufenthaltes, der ambulanten Nachversorgung (wenn grade nicht gestreikt wurde) und der kompletten, wenn auch noch nicht abgeschlossenen Rekonvaleszenz Einiges, was wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen….

Starten wir heute also mit Teil I – „Wie alles begann…“

Wie alles passierte ist der Moped-Fahrerin leider schocktechnisch vollkommen entfallen – keine Ahnung wieso, weshalb und warum es mich da geschmissen hat…

Tatsache ist, dass ich am hellichten Tag gegen kurz vor 17h leicht bedröppelt auf der Straße von Kakodiki runter nach Paleochora gehockt habe, „wie ein Schwein“ (liebevoller O-Ton des meiner etwas später ansichtig werdenden Scheffredakteurs…) aus der Kopfwunde geblutet habe, einen offen gebrochenen kleinen Finger an der rechten Hand baumeln hatte und ansonsten noch kleinere Blessuren (rechter Mittel- und Ringfinger, Schürfwunden an Bein und Ellenbogen etc. etc….) abgekriegt hatte (*).

Dankenswerterweise kam in diesem Moment ein griechisches Pärchen mit dem Auto vorbei und hielt an, um mich postwendend in´s Health Center nach Kandanos zu fahren – mit kleinem Zwischenstopp in Kakodiki, um die Radio Kreta Scheffredaktion wie immer auf der Höhe der Ereignisse zu halten….

Erstversorgung in Kandanos, allerdings keine Möglichkeit zu röntgen und damit Schädel-, Rippen- und sonstige Brüche auszuschließen – also rein in den Rettungswagen und mit ´nem Affenzahn in´s Krankenhaus Chania.

Dort angekommen konnten glücklicherweise dank Röntgen auch besagte vermutete Schädel-, Rippen- und sonstige Brüche ausgeschlossen werden, weswegen man sich auf die sichtbaren Verletzungen konzentrieren konnte.
Ich wurde in der heftig frequentierten Notaufnahme auf´s Beste und Liebste versorgt – selten hat wohl eine kopfwundenerstversorgende Krankenschwester bei der Ausführung von in Summe 15 Stichen schöner gesungen, als meine!

Auch der rechte Mittel- und Ringfinger wurden liebevoll geflickt, bei letzterem war allerdings die fast schmerzhafteste Aktion der ganzen Geschichte fällig: der Ehering musste vom Finger…..

Das war ob der Schwellung und offener Wunde leider nicht auf normalem Weg möglich, weswegen der Ehering aufgeschnitten werden sollte.
Die Suche nach dem Krankenhausklempner erwies sich allerdings am späteren Abend als etwas schwierig – und endlich seiner habhaft geworden stellte sich heraus, dass er leider nicht über geeignetes Werkzeug verfügte.

Da wäre guter Rat und gutes Werkzeug teuer geworden, wäre nicht der fürsorglichste aller Ehegatten und Scheffredakteure vor Ort gewesen – denn in seiner Tasche finden sich nicht immer nur alles mögliche Computer-Zubehör,Wetterstationen, Höhenmesser, Mikrofone, Batterien und Camping-Besteck, sondern auch ein „Leatherman“ (Dank and Birgit und Rudi, denn erst Euretwegen weiß ich seit letzter Woche, wie sich das Wunderwerkzeug offiziell nennt….!).

Und damit – und mit den entschlossenen Worten „ich hab ihn dran gemacht, dann mach ich ihn auch wieder ab!“ – knipste er mir den Ehering durch. Unter beiderseitigen Tränen, aber da mussten wir nun mal durch….

Nach weiteren Röntgenaufnahmen, Blutabnahmen, Befragungen und zwischendurch immer mal wieder einem Streichler über Arm oder Wange von vorbei huschenden guten Seelen, kam ich dann gegen Mitternacht auf die orthopädische Station, um dort eine schlaflose, weil trotz Medikamentencocktails schmerzhafte Nacht zu verbringen.

Wie es in kretischen OPs zugeht, welche Kleiderordnung dort herrscht und wie auch heutzutage noch eine kretische Totalanästhesie vonstatten geht, lest Ihr in Kürze im Teil II. Fortsetzung folgt….

(*) Fotos auf Anfrage gerne erhältlich, wollt Ihr aber nicht wirklich… Ehrlich nicht!!!

Radio Kreta – Gute Infos und Musik


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2 Kommentare

  1. Liebe Monika,
    leider noch nicht ganz, denn ich muss nochmal unter´s Messer, wenn die Infektion im kleinen Finger antibiotikatechnisch abgeheilt ist…. Aber sind nur „leptomeries“ – Kleinigkeiten – hätte viel übler ausgehen können, von daher will ich mal nicht jammern (auch nicht wenn´s nervt- und das TUT es….).
    Wie gesagt – Fortsetzung folgt…. stay tuned 😉
    LG, Su

Kommentare sind geschlossen.