Geschichten von Kreta: „Tierische“ Zahlungsmethoden.

Wie die griechische Presse (news.gtp.gr) Mitte April bereits berichtete, haben Dienstleitungsunternehmen im Tourismussektor, also Hotels, Reisebüros und Mietwagenverleiher in ganz Griechenland nun 3 Monate Zeit, um sog. „POS“ (Point-of-sale)-Geräte zu etablieren, soll heißen, die Zahlungen per Kreditkarte zu ermöglichen.

Sollten sie dieser Verordnung nicht nachkommen, drohen – mal wieder – hohe Bußgelder. Dieser Beschluss wurde bereits am 13. April vom Finanz- und Wirtschaftsministerium unterzeichnet.

Demnach sind u.a. Hotels, sonstige Beherbergungsbetriebe, Auto-, Motorrad- und Fahrradvermietungen, Wasser- und sonstige Sportanbieter, Campingplätze, Reisebüros und Reiseveranstalter nun gesetzlich dazu verpflichtet, Kreditkartenzahlungen anzubieten.

Hohe Strafen drohen.

Die Unternehmen, die diese Bedingungen nicht erfüllen, werden mit einem Bußgeld i.H.v. € 1.500 bestraft, das sich aber – man ist ja schließlich in Hellas – um 50% reduziert, wenn man innerhalb von 30 Tagen nach Strafverhängung zahlt. Ob die Zahlung in bar oder per Kreditkarte erfolgen soll entzieht sich unserer Kenntnis…..

Noch dazu muss das entsprechende Unternehmen durch einen gut sichtbaren Aufkleber deutlich machen, dass Kreditkartenzahlung möglich, ja gar gewollt (???) ist. Alleine das Fehlen des entsprechenden Aufklebers zieht eine Strafe von € 1.000 nach sich. Ob diese sich bei fristgemäßer Begleichung ebenfalls halbiert und wie sie zu zahlen ist, werden wir auch noch irgendwie herausbekommen….

Verbraucherschutzorganisationen und andere Behörden werden regelmäßige Inspektionen durchführen, die etwaige Vergehen melden und ahnden – und die entsprechenden Bußgelder in Rechnung stellen.

Der Hintergrund all dessen ist natürlich, dass die griechische Regierung händeringend nach einer Möglichkeit sucht, der Steuerhinterziehung Herr zu werden. Darüberhinaus können die Griechen nun auch nur noch in den „Genuss“ von Steuererleichterungen kommen, wenn sie ihre tagtäglichen Ausgaben per Kreditkarte tätigen. Dann wird die morgendliche Schlange beim Bäcker halt noch länger…. hmpf!

Alternative „tierische“ Barzahlung in Paleochora: PTE – Pay to Elvis.

Davon bisher noch unbeeindruckt findet im „Waters Edge Café“ zu Paleochora allerdings derzeit noch eine ganz andere Art der Barzahlung statt. Man fragt Katalin, die hier alle nur Katharina nennen, kurz nach der Rechnung, die sie dann dem kleinen Rauhhaardackelverschnitt „Elvis“ in die Schnauze gibt. Elvis – seines Zeichens rockender Wackel-Dackel, kommt dann damit an den Tisch, nimmt den Geldschein im Austausch zur Rechnung und wackelt zurück zu Katalin.

Manchmal herrscht allerdings, wie im Video dokumentiert, auch Verwirrung ob der Höhe der zu begleichenden Rechnung, aber nachdem man „Pi-mal-Daumen“ ausklamüsert hat, wer jetzt wen zu was eingeladen und was man folglich noch zu bezahlen hat, geht das auch. Unter´m Strich passt´s eh immer….

Soweit das Wechselgeld auch noch einen Schein beinhaltet, bringt Elvis den auch gerne wieder zurück (allerdings muss man ein bisschen aufpassen, dass er das nicht an den Nebentisch bringt ;-)), die Münzen bringt Katalin dann – die würde Elvis vermutlich verschlucken. Ein sehr zuverlässiger Service, auch wenn man manchmal schon schauen muss, dass der kleine Rocker Elvis sich mit den Scheinen nicht aus dem Staub macht oder sie im Garten verbuddelt (dann ist`s halt sein Schwarzgeld).

Wie die Finanzbehörde dieses Vorgehen kontrollieren will und ob Elvis demnächst nur noch Kreditkarten apportieren darf, werden wir Euch berichten – noch sind zweieinhalb Monate Zeit, bis Elvis einen „POS“-Aufkleber tragen muss.

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Noch ne schöne Kreta-Geschichte gibt´s hier.

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