Geschichten von Kreta: Wassilis und der Teller von 1942

Die Weihnachts- und Jahreswechsel-Feiertage haben gerade hier auf Kreta (und hoffentlich überall auf der Welt) den Vorteil, dass man mal wieder Zeit und Muße hat, sich einfach irgendwo hinzusetzen, seinen Kaffee oder Sonstiges zu genießen und mit netten Menschen in´s Gespräch zu kommen.

So auch dieses Jahr wieder bei uns geschehen. Von der sommersaisonbedingten „Anthropophobie“ der Scheffredakteurin und vom oktoberlichen Umzugsstress im Dezember dann endlich wieder kuriert, zog es auch uns mal wieder in´s Dörfchen. Ein großes Hallo in einigen Tavernen, in denen wir seit April/Mai eben sommersaisonbedingt nicht mehr gesichtet wurden. Zu viele Touristen, zu wenig „kali paréa“…..

Eine dieser Tavernen liegt am Ende des Paleochora´schen Steinstrandes und nun im Winter trifft man da „die üblichen Verdächtigen“. Vor allem Griechen, ein paar überwinternde Skandinavier aber vorwiegend Einheimische, was der ganzen Sache natürlich noch einen ganz besonderen Charme verleiht.

Fischer Wassilis…

Zu den „üblichen Verdächtigen“ gehören (ausser uns ;-)) auch der Fischer Wassilis und Kimonas, der ehemalige Chef des Herakliotischen Flughafens. Und ersterer dieses lustigen, sehr herzlichen Dreamteams (also Wassilis) wartete außer mit unglaublich leckeren Mezédes auch noch mit einer historischen Kuriosität auf – dies allerdings erst nach Verzehr des Dargereichten, denn sonst hätte es eine saubere Sauerei gegeben….

…und sein Teller!

Nun wird sich der geneigte Leser sicher fragen, was an so einem Teller so aussergewöhnlich sein soll – zu Recht!
Denn von oben betrachtet, war es wirklich scheinbar nur ein einfacher Teller. Als er dann leer und abgewaschen war, drehte Wassilis ihn ganz stolz rum und meinte „guckt mal“!!!!

teller-wassilis-1942_3

Da das nicht so gut lesbar ist, hier nochmal der Aufdruck im Detail:

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Und als er uns dann noch erzählte, dass dieser Teller ihm (er selbst ist Jahrgang 1937!) in seinem Leben 7-8 Mal heruntergefallen und nie kaputt gegangen ist, kommt fast Ehrfurcht auf. Sollte man doch denken, dass ein Grieche im Besitz eines solchen Tellers alles dafür gegeben hätte, diesen zu zerstören. Aber wenn das einer der wenigen eigenen Teller ist, die man hat und die täglich irgendwie gefüllt werden wollen/müssen, denkt man sicher anders….

Wir freuen uns jedenfalls auf noch einige schöne, winterliche Begegnungen mit Wassilis – der übrigens auch noch ein begnadeter Koch ist – und auf viele interessante und lustige Geschichten von Kreta. Ihr hört von uns!

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