Griechen trinken in der Krise weniger Ouzo

Er steht für Genuss, Tradition, ein sorgenfreies Leben – jetzt hat die Krise den Ouzo erreicht, das Kultgetränk der Griechen. Der Absatz ist eingebrochen, die Griechen trinken ein Drittel weniger Ouzo als vor fünf Jahren, meldet die griechische Spirituosen-Industrie. Die hohen Steuern machen den Anis-Schnaps immer teurer – und die Griechen sparen bei Genussmitteln. Dabei ist ein Liter Ouzo bereits für unter zehn Euro zu haben.

„Es ist ein Kampf ums Überleben“, sagt ein Branchen-Insider in drastischen Worten.

Die Hälfte der griechischen Ouzo-Sorten kommt von der Insel Lesbos, wo er der Legende nach erfunden worden sein soll. Landwirt Giorgos Tsamouras (39) sagt in einem Straßencafé in Plomari: „Wir fühlen uns nach einem Glas Ouzo gut, es hilft uns, die Krise zu vergessen.“ Vor der Krise hätten die Menschen immer ein, zwei Euro für einen Ouzo übrig gehabt. „Heute haben die Leute dieses Geld nicht mehr.“

Der Anis-Schnaps wird traditionell mit Wasser aufgefüllt. Das macht das Getränk süffig und erfrischend – und über Jahrzehnte zur Tradition nach einem üppigen Abendessen. Jetzt ist der Anis-Schnaps vielen zu teuer geworden. Dreimal wurde die Alkoholsteuer erhöht, die Mehrwertsteuer wurde in nicht einmal zwei Jahren von 19 auf 23 Prozent angehoben. Diese Preissteigerung an ihre Kunden weiterzugeben, „das können wir ausgerechnet in einer Zeit, in der das Leben für viele hart geworden ist, nicht machen“, sagt Christos Mitsakis, der in der Destillerie der beliebten Sorte „Ouzo Plomari“ arbeitet.

Um der nationalen Krise entgegenzuwirken, setzen die Ouzo-Produzenten daher auf den Export.
„Ouzo Plomari“ konnte die Umsätze in diesem Bereich zwar nach eigenen Angaben steigern. Das werde aber den inländischen Einbruch nicht ausgleichen, heißt es. Das Unternehmen habe bereits die Arbeitstage reduziert, um keine Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Quelle und mehr Alcoholic-News: Bild.de. Klasse recherchiert. Darauf einen Ouzo. Serviert mit Mezedes von unser Lieblings-Moderatorin.

Γειά μας, Jammas

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

4 Kommentare

  1. Viele Grüße an den Hans Hartmann in Flietias, vom Aleco, ich trinke auch gerne Ouso. Aleco

  2. @Sylvia:
    Kein Ouzo ist auch keine Lösung. 🙂
    Und mit Freunden und Familie an einem warmen Abend bei einem Glas Ouzo auf Eis – und mit Orangensaft oder auch Ginger Ale, anstelle des in Hellas üblichen Wassers – im Garten zu sitzen, gefällt sicherlich nicht nur mir sehr.

Kommentare sind geschlossen.