Griechenland bald unter Zwangsverwaltung?

Auszug aus dem Interview mit dem Europa-Politiker Dr.Jorgos Chatzimarkakis

Handelsblatt. Von Sven Scheffler und Dietmar Neuerer

„Merkel hat die Märkte in Panik versetzt“

Handelsblatt: „Überschuldeten Staaten droht dann die Zwangsverwaltung?“

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Chatzimarkakis: „Ja. Ich werde in den nächsten Tagen einen sehr konkreten Vorschlag der Zwangsverwaltung für Griechenland machen. Das betrifft den Bereich der Kohäsionsmittel. In der Förderperiode 2007-2013 wurden EU-weit bisher nur 10 Prozent ausgegeben. Grund ist, dass manchen Mitgliedsstaaten schlicht das Geld für die nötige Co-Finanzierung fehlt. In Griechenland sind noch rund 20 Milliarden Euro in der Pipeline. Ich bin absolut dafür, dass wir einen „kleinen Marshallplan“ für dieses Land ausarbeiten, der ganz bewusst die EU-Mittel und die damit verbundenen Investitionen in Griechenland unter die Kontrolle der EU-Kommission stellt. Griechische Ministerien dürfen keinen Zugriff haben, weil sie das Geld eh wieder abzweigen und wie in der Vergangenheit auch für unlautere Zwecke ausgeben würden.“

Handelsblatt: „Und nur die EU-Kommission hätte das Sagen?“

Chatzimarkakis: „Den Hut hätte die Europäische Kommission auf. Ich würde vorschlagen, dass man eine Investitionsagentur innerhalb der EU- Kommission gründet,- ähnlich dem Marshallplan nach dem 2. Weltkrieg. Die Mittel könnten aber auch von der Europäischen Investitionsbank gezielt eingesetzt werden.“

Quelle: Handelsblatt und weiter zum gesamten Artikel

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