Griechenland: Biete Haus gegen…

Quelle: Focus.de vom 12.08.2013

Schöne Inseln, drastisch gesunkene Preise – wenn nur nicht die unübersichtliche Verwaltung und die chaotische Gesetzeslage wären. Deutsche warten mit Investitionen in Immobilien ab. Die Griechen bleiben auf teilweise traumhaften Grundstücken sitzen.

Vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise investierten Deutsche bevorzugt in Immobilien auf Kreta, den ägäischen Inseln oder im nordgriechischen Katerini. Jetzt ist der Immobilienmarkt praktisch zusammengebrochen. Die Preise sind seit 2009 um 31 Prozent gefallen. „Mit den gegenwärtigen fiskalischen Kapriolen und der Rechtsunsicherheit für Hausbesitzer kann sich der Immobilienmarkt auch nicht erholen“, zeigt sich die griechische Architektin Athina Florou skeptisch. Zu den Unsicherheiten gehört, dass zurzeit niemand die Höhe der Grundsteuern beziffern kann – sie ändern sich alle drei Monate. Derzeit sind es zwölf verschiedene und nach Regionen gestaffelte Steuern. Grundbücher allein gelten in Griechenland nicht als Nachweis von Eigentumsrechten. Oft sind Ferienhäuser illegal ohne Baugenehmigung errichtet worden. Wer sich dennoch nicht abschrecken lässt, kann aber Liebhaberobjekte zu sehr günstigen Preisen erwerben.

KRETA
Auf der größten griechischen Insel senkten Ferienhausverkäufer die Quadratmeterpreise von 2000 auf 1000 Euro/qm – und bleiben trotzdem auf ihren Objekten sitzen. Einige Kreter bieten Ausländern Land oder rustikale Katen zum Tausch gegen einen Wohnwagen oder einen Job im Ausland an. „Es kann auch passieren, dass so ein Bauernhaus für 20 000 oder 30 000 Euro über den Tisch geht“, sagt Jörg Krüger von Radio Kreta. Auch deutsche Makleragenturen sichern sich bereits traditionelle Landhäuser – um sie womöglich so lange leerstehen zu lassen, bis die Preise wieder anziehen.

ZAKYNTHOS
Das Eiland, das wie das größere Korfu zur Gruppe der Ionischen Inseln gehört, gilt im Landesinneren als relativ unberührt. Die EU zeichnete Zakynthos wiederholt für die Reinhaltung des Meeres aus. Im Süden richtete die Regierung einen Nationalpark ein, um die Nistplätze von Karettschildkröten zu schützen. Von Deutschland aus lässt sich die Insel gut mit Charterflügen erreichen. In Porto Roma-Vassilikos oberhalb der Küste kostet ein 240-Quadratmeter-Haus mit Blick auf das tiefblaue Ionische Meer 250 000 Euro. „Vor der Krise habe ich solche Häuser für 1,2 Millionen Euro verkauft“, klagt der griechische Makler Timios Antioxos. Einfachere Häuser seien inzwischen schon für 120 000 Euro zu bekommen.

ZYPERN
Auf der Insel der Aphrodite sind die Preise für Immobilien zwar statistisch nur um zehn bis 15 Prozent gesunken, aber, so Andreas Papagiannis, Architekt aus Nikosia, „im Prinzip bewegt sich trotzdem nichts“. Die Bankguthaben der Zyprioten sind noch eingefroren, Geldhäuser vergeben keinerlei Kreditfinanzierungen. Die Finanzkrise erwischte Zypern zu einem Zeitpunkt, als überall auf der geteilten Inselrepublik massiv in den Tourismus investiert wurde. Nun stehen viele kleine mediterrane Villen leer. Im malerischen Paphos im Südwesten sind neue Eigentumswohnungen mit Zugang zu einem Swimmingpool schon ab 50 000 Euro zu bekommen. Direkt am Meer kosten sie 210 000 Euro.

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