Gute Nachrichten aus Salzburg – Griechenland, ein reiches Land

Von Helmut Kretzl, Salzburger Nachrichten

Eine McKinsey Studie zeigt Wachstumspotenziale für Griechenland auf: 50 Mrd. Euro Wachstum und 520.000 Jobs. Bisher war das Land einfach nur schlecht gemanagt, so der Chef von McKinsey Griechenland.

Dass Gewerkschafter die Interessen der kleinen Leute in den Vordergrund rücken, verwundert nicht. Aber ein flammender Appell eines Unternehmervertreters, über den notwendigen Sparprogrammen doch bitte schön „die Menschen hinter den Zahlen nicht zu vergessen“, kommt dann doch etwas unerwartet. Genau das tut aber Dimitris Daskalopoulos, Präsident des griechischen Unternehmerverbands SEV.
Er trifft damit einen Nerv. Denn beim einfachen Bürger, dem Hauptbetroffenen der Belastungspakete, hat sich tiefe Resignation breitgemacht. 40 Prozent wissen laut Umfragen gar nicht, ob sie zu Neuwahlen überhaupt hingehen, geschweige denn, wen sie wählen würden. Sogar den früher so aktiven Demonstranten ist die Lust am Protestieren vergangen. Zudem hatten sie jetzt tagelang mangels einer neuen Regierung auch keinen Ansprechpartner.

Um den Menschen außer immer neuen Belastungen auch wieder positive Perspektiven zu geben, hat der Unternehmensberater McKinsey die 600 Seiten starke Studie „Griechenland in 10 Jahren“ erarbeitet. Damit könnte man innerhalb eines Jahrzehnts die Wirtschaftsleistung des Landes um 50 Mrd. Euro erhöhen und 520.000 neue Arbeitsplätze schaffen, stellt George Tsopelas, der Chef von McKinsey Greece, in Aussicht. Die vollständige Umsetzung sämtlicher Projekte würde sieben Mrd. Euro Steuereinnahmen jährlich in die klammen Staatskassen spülen. „Griechenland ist reich. Es wurde nur schlecht gemanagt“, sagt Tsopelas. Das hört man jetzt öfter in Griechenland – nicht nur aus dem Mund von Politikern.

Die McKinsey-Studie analysiert Schwachpunkte der griechischen Wirtschaft, listet Lösungsvorschläge auf und identifiziert neue „Hoffnungsbereiche“ wie Aquakultur, Abfallwirtschaft, Gesundheitstourismus oder den Ausbau zum Transportdrehkreuz an der Schnittstelle zwischen Europa, Nahost, Asien und Afrika.

Auch klassische Sektoren wie der Tourismus sollen aufgemöbelt werden: China, Indien und Russland seien als neue Herkunftsländer verstärkt anzusprechen. Neben dem Schwerpunkt „Sonne und Meer“ sollen neue Angebote wie „Yachting and Sailing“ mehr zahlungskräftige Gäste anlocken. Für die Studie waren zehn Mitarbeiter zehn Monate lang im Einsatz. Die „erheblichen Kosten“ tragen Banken, McKinsey und der Unternehmerverband.

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3 Kommentare

  1. Wäre dem Land zu wünschen. Manche Vorschläge klingen plausibel, z.B. alles, was mit Umwelt, Ressourcenschonung und Abfallwirtschaft zu tun hat. Mc Kinsey hat aber schon manche Institution zugrunde beraten, z.B. das Bildungswesen in Nordrhein-Westfalen. Daher nicht blind glauben!

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